Diakonie-Beschäftigte protestieren gegen Löhnkürzung

Nachricht 29. Januar 2007

Hannover (epd). Mit rund 13.500 Unterschriften haben Beschäftigte der niedersächsischen Diakonie gegen mögliche Lohnkürzungen protestiert. Eine Delegation aus Erzieherinnen, Ärzten, Krankenpfleger und Altenpflegerinnen übergab die Listen am Montag in Hannover dem Arbeitgeberverband der Diakonie in Niedersachsen.

Die Löhne für die insgesamt rund 30.000 Beschäftigten sollten um 10 bis 13 Prozent gesenkt werden, sagte der Sprecher der niedersächsischen Mitarbeitervertretungen, Manfred Freyermuth aus Gifhorn. Der Vorsitzende des Diakonischen Dienstgeberverbandes Niedersachsen, Andreas Seifert, zeigte Verständnis für den Unmut der Arbeitnehmer, wies die Forderungen aber zurück.

Freyermuth kritisierte, dass die Arbeitgeber das Weihnachtsgeld in den Einrichtungen der Diakonie künftig vom Betriebsergebnis abhängig machen wollten. Auf diese Weise werde es letztlich ganz entfallen. Auch sollten die Löhne in den unteren Lohngruppen weiter gesenkt werden, etwa bei Pflegehelfern und Reinigungskräften: "Dann kommen wir in Bereiche eines Niedrigstlohnes hinein." Die Kollegen müssten dann ergänzend Arbeitslosengeld II beantragen. In den laufenden Verhandlungen forderten die Arbeitnehmer eine Lohnsteigerung von 3,8 Prozent.

Für die Arbeitgeber wandte Seifert ein, die Einrichtungen müssten flexibel auf die Entwicklung in einzelnen diakonischen Branchen reagieren können: "Wir brauchen mehr Spielraum." Dabei gehe es auch um die Erhaltung von Arbeitsplätzen. Wenn ein gutes Betriebsergebnis vorliege, werde nach den Plänen auch weiterhin Weihnachtsgeld gezahlt. Arbeitnehmer und Arbeitgeber dürften die gemeinsame Aufgabe, einen Mittelweg zu finden, nicht aus den Augen verlieren. Seifert ist Vorstand der Pestalozzi-Stiftung in Burgwedel bei Hannover.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0236/29.01.07)
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