Reformprozess der EKD geht weiter: Kein Weg zurück

Nachricht 28. Januar 2007

Ratsvorsitzender sieht Aufbruchstimmung beim Zukunftskongress

W i t t e n b e r g (idea) – Im Zukunftsprozess der evangelischen Kirche gibt es keinen Weg zurück. Das hat der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), zum Abschluss des dreitägigen Zukunftskongresses am 27. Januar in Wittenberg vor Journalisten betont. Der Prozess der Reformen und der geistlichen Erneuerung gehe weiter. Der Kongress habe gezeigt, dass die Konzentration auf die Kernaufgabe der Kirche nicht nur ein leeres Wort sei. Dabei hätten in den Debatten der rund 300 Teilnehmer nicht der Bevölkerungsschwund und die abnehmenden Finanzen im Vordergrund gestanden, sondern die Aufgabe, den Glauben zu stärken. Die Qualität geistlichen Lebens und der Gottesdienste sowie die Erfahrbarkeit des Glaubens seien Schlüsselthemen. Vehement verwahrte sich Huber gegen den Vorwurf, die Kirche beschäftige sich nur mit sich selbst. Religion und Glaube seien große Themen der Gesellschaft. Für eine religiös plurale Gesellschaft seien sie von immenser Bedeutung. Die Kirche befasse sich weiter mit Themen wie Arbeitslosigkeit, Bildung und Globalisierung - sie müsse sich aber auch zu religiösen Fragen äußern, für die sie eine besondere Kompetenz mitbringe.

Kontroverse um Strukturfragen

Der Zukunftskongress war durch ein Impulspapier des Rates der EKD angestoßen worden, in dem auch Vorschläge für Strukturveränderungen enthalten sind. Besonders kontrovers diskutiertet wird innerkirchlich die Frage, ob die Zahl der Landeskirchen von 23 auf acht bis zwölf reduziert werden soll. Besonders in den kleineren Landeskirchen regt sich dagegen Widerstand. Huber verwies darauf, dass eine Neuordnung in die Zuständigkeit der Landeskirchen falle und die EKD nichts vorschreiben könne oder wolle.

Nüchterner Aufbruch

Die Präses der EKD-Synode, Barbara Rinke (Nordhausen/Thüringen), lobte die „nüchterne protestantische Aufbruchstimung“, die vom Wittenberger Kongress ausgehe. Man werde im Block auf die Reformen Augenmaß walten lassen und nichts überstürzen. Unter anderem wird sich das Kirchenparlament der EKD auf seiner Tagung Anfang November in Dresden mit dem Zukunftsprozeß als Schwerpunktthema befassen.

Copyright: Evangelische Nachrichtenagentur idea
E-Mail: idea@idea.de