Landesbischöfin für bessere Qualität in der Kirche

Nachricht 25. Januar 2007

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Käßmann hat sich für eine bessere "Qualität kirchlichen Handelns" ausgesprochen. Das betreffe Taufen, Trauungen und Sonntagsgottesdienste, erklärte sie in einem Interview der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagausgabe). Im Vorfeld des am Donnerstag beginnenden Zukunftskongresses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Wittenberg sagte sie: "Ich hoffe, dass da ein Aufbruchsgeist entsteht."

Zu Einzelheiten äußerte sich Käßmann im Norddeutschen Rundfunk: So müsse die Kirchen einladender werden und auf die Menschen zu gehen. Wenn ein Kind geboren sei, sollte die Familie ein Angebot zur Begleitung bei der Taufe erhalten. Kirchenpädagogische Führungen machten bereits Kinder mit dem Kirchenraum vertraut. Die Gemeinden müssten auch mehr Menschen beteiligen, etwa am Konfirmandenunterricht, dem Besuchsdienst oder der Arbeit mit Kindern.

Im Zeitungsinterview wandte sich die Bischöfin dagegen, Strukturfragen zu sehr in den Vordergrund zu stellen, etwa die Reduzierung der Zahl der bisher 23 Landeskirchen. Es gebe einfachere und erfolgversprechendere Wege, die Kräfte zu bündeln, "etwa durch eine bessere Arbeitsteilung", sagte sie. Viele Landeskirchen hätten bereits Reformen eingeleitet: "Wir haben inzwischen den Willen zu wachsen", betonte Käßmann. Die Devise "Wachsen gegen den Trend" seit nicht abwegig, sagte sie im Blick auf die sinkenden Mitgliederzahlen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0197/25.01.07)
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