LWB-Delegation nimmt am siebenten Weltsozialforum in Nairobi teil

Nachricht 23. Januar 2007

Nairobi (Kenia)/Genf, 23. Januar 2007 (LWI) - Eine Delegation des Lutherischen Weltbundes (LWB) bestehend aus KirchenleiterInnen, ProgrammkoordinatorInnen und MitarbeiterInnen der LWB-Abteilung fuer Weltdienst (AWD) aus den AWD-Laenderprogrammen in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika nimmt am siebenten Weltsozialforum (WSF) vom 20. bis 25. Januar in der kenianischen Hauptstadt Nairobi teil.

“Der beste Nutzen, den das WSF haben kann, ist der, ein Forum zu bieten, auf dem die Moeglichkeit zum Austausch mit Menschen besteht, die unter aehnlichen Bedingungen arbeiten, und wo neue Kontakte mit Verantwortlichen ausserhalb unserer Familie geknuepft werden koennen - Menschen, die uns bei unserer Arbeit unterstuetzen koennen“, erklaerte Peter N. Prove, Assistent des LWB-Generalsekretaers im Bereich Internationale Angelegenheiten und Menschenrechte, der 40 Mitglieder umfassenden LWB-Delegation auf einem Vorbereitungstreffen am 20. Januar in Nairobi.

Prove betonte, dass der LWB kein gemeinsames Thema fuer die Delegation festlege, und rief die RepraesentantInnen der LWB-Mitgliedskirchen und AWD-Laenderprogramme dazu auf, sich mit den fuer ihre Arbeit wichtigen Fragen zu befassen, um so viel wie moeglich von “diesem riesigen [Marktplatz] fuer zivilgesellschaftliche Netzwerke“ zu profitieren. Kirchliche Gruppen praesentieren ihre Veranstaltungen in Nairobi in einem oekumenischen Pavillon.

Unter dem WSF-Motto “Eine andere Welt ist moeglich“ nehmen die Mitglieder der LWB-Delegation an Diskussionen unter anderem zu den Themen Armut, HIV und AIDS, Umwelt, Menschenrechte, wirtschaftliche Globalisierung, Fragen der Regierungsfuehrung, Schuldenerlass, Rueckfuehrung von Fluechtlingen und Frauenrechte teil. Zu den vom LWB und seinen Partnern mit organisierten Veranstaltungen gehoerte auch eine Diskussionsrunde ueber Menschenrechte, Universalitaet und Kultur. Einige Mitglieder der LWB-Delegation wirkten an einer Diskussion zu den Auswirkungen der Rueckfuehrung von Fluechtlingen unter dem Thema “Menschenrechte und Mobilitaet und Probleme der Staatsbuergerschaft“ mit.

Einige Delegierte hoffen, dass das WSF eine Chance bietet, Strategien zu entscheidenden Problemen auf nationaler Ebene zu entwickeln. “Die Frage der sozialen Gerechtigkeit, die nationale Fuehrungspersoenlichkeiten dazu bringen will, nationale Ressourcen fuer Entwicklung und Bildung einzusetzen anstatt fuer Krieg, ist mir persoenlich sehr wichtig, da ich aus einem von Krieg verwuesteten Land komme“, betonte Bischof Sumoward E. Harris von der Lutherischen Kirche in Liberia im Gespraech mit der Lutherischen Welt-Information (LWI) in Nairobi.

Kishore Kumar Nag, stellvertretender Direktor der Abteilung fuer soziales Engagement der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Indien (VELKI), betonte, die VELKI wolle ihre Netzwerke mit Gruppen ausbauen, die sich fuer die Landrechte von indigenen Voelkern, und interreligioesen Dialog einsetzen und sich mit der Wasserkrise beschaeftigen. “Viele multinationalen Konzerne sind an diesem Geschaeft [mit dem Wasser] beteiligt. Es wird zu einer begehrten Ware. Normale Menschen verlieren ihren Zugang zu Wasser“, sagte er.

Bischof Dr. Paul K. Fynn von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ghanas erklaerte, er hoffe auf ein gutes Forum, auf dem “wir ueber unsere Freude und ueber unsere Probleme wie HIV und AIDS sprechen koennen“.

Seit dem ersten WSF in Porto Alegre (Brasilien) im Jahr 2001 kommen zivilgesellschaftliche Bewegungen und AktivistInnen, die sich weltweit vorrangig im Bereich Anwaltschaft fuer wirtschaftliche Gerechtigkeit engagieren, jedes Jahr im Januar auf diesem Forum zusammen, das die Menschen in den Mittelpunkt stellt und eine Alternative zum Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz) darstellen will. Die Treffen 2001 bis 2003 und 2005 fanden in Porto Alegre statt, waehrend das WSF 2004 in Mumbai (Indien) abgehalten wurde. 2006 waren mehrere Staedte Veranstaltungsort: Caracas (Venezuela), Bamako (Mali) und Karatschi (Pakistan). Am diesjaehrigen Forum, das erstmals in Afrika stattfindet, nehmen ueber 50.000 Menschen teil. Nach Angaben der VeranstalterInnen haben sich bis zu 1.450 Organisationen fuer die Teilnahme registriert. Das Programm umfasst ueber 1.300 Veranstaltungen.

(Ein Beitrag von LWI-Korrespondent Fredrick Nzwili, Nairobi.)

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Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er inzwischen 140 Mitgliedskirchen, denen rund 66,2 Millionen ChristInnen in 78 Laendern weltweit angehoeren.

Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das ermoeglicht eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat der Kirchen (OeRK) und anderen weltweiten christlichen Organisationen. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. oekumenische und interreligioese Beziehungen, Theologie, humanitaere Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von Missions- und Entwicklungsarbeit.