Bundeskanzlerin wünscht klares Bekenntnis der Christen

Nachricht 22. Januar 2007

Angela Merkel: Im interreligiösen Dialog muss man sich seines Glaubens gewiss sein

M ü n c h e n (idea) – Christen sollten in der Öffentlichkeit stärker für ihre Überzeugungen und ihren Glauben eintreten. Das wünscht sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (Berlin). „Wir haben aber aus lauter Angst, wir könnten durch unser Bekenntnis andere ausgrenzen, darauf verzichtet, für unsere Überzeugungen zu werben“, sagte die Kanzlerin dem Nachrichtenmagazin Focus (München). Das Christentum habe Europa am nachhaltigsten geprägt. Diese Tatsache grenze niemanden aus. Wer von etwas überzeugt sei, könne es auch anderen nahe bringen. Eindeutige Aussagen seien aber vielfach „einer Zögerlichkeit gewichen.“ Dabei sei es gerade im interreligiösen Dialog entscheidend, sich seines Glaubens und seiner Überzeugungen gewiss zu sein. „Das eigene Bekenntnis fröhlich auszusprechen, ist die Voraussetzung, tolerant zu sein.“

Im Blick auf die Verfassung der Europäischern Union erklärte Frau Merkel, sie hätte sich ein klareres Bekenntnis zu den christlichen Wurzeln gewünscht. „Ich frage mich: Kann man das Prägende des Christentums für die alltägliche Politik aufrechterhalten, wenn Politik sich nicht dazu bekennt?“ Mit dieser Frage müsse sich Europa weiterhin beschäftigen. Denn man könne zwar aus der eigenen Sinnstiftung heraus Politik machen, umgekehrt sei dies aber nicht möglich. „Es hat vielleicht eine Entwicklung gebeben, in der sich manche Predigt zu viel mit Politik beschäftigt hat und mancher Politiker zu viel mit Sinnstiftung.“ Politik könne Kirche nicht ersetzen.

(22.01.2007/14:21)
Copyright: Evangelische Nachrichtenagentur idea
E-Mail: idea@idea.de