Bischof Weber: Kirchen kämpfen weiter um den Sonntag

Nachricht 22. Januar 2007

Salzgitter (epd). Der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Friedrich Weber, hat in der Diskussion um die Freigabe der Ladenöffnungszeiten davor gewarnt, das Leben in der Dorfgemeinschaft, in den Familien, in den Vereinen und in der Kirche zu ruinieren. Die Kirchen in Niedersachsen kämpften um den Sonntag als Tag gemeinsamer Freizeit. Sie kämpften auch um den Erhalt des Ostermontags und des Pfingstsonntags, sagte der braunschweigische Bischof bei einem Neujahrsempfang in Salzgitter.

Am Sonnabend müsse um 20 Uhr Ladenschluss sein, um die nötige Einstimmung auf den Sonntag zu ermöglichen, unterstrich der Landesbischof in seinem am Montag veröffentlichten Redemanuskript. Eigentlich sei es ungeheuerlich, dass die Kirchen um den Sonntag kämpfen müssten, da er als geschützter und freier Tag im Grundgesetz festgeschrieben sei. Weber warnte: "Wer morgen sonntags einkaufen will, der wird übermorgen sonntags arbeiten". Der werde sich bald sonntags an den Lkw vorbeiquälen, denn die Waren müssten ja geliefert werden.

Die Sonntagsruhe durchbreche die Hektik der Woche und diene dem Wohl des Menschen, sagte Weber. Aus kurzsichtigen ökonomischen Interessen heraus sei dieser Tag nun in Gefahr. Den Menschen werde eingeredet, dass es sonntags keine schönere Freizeitbeschäftigung als Einkaufen gebe.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0160/22.01.07)
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