Kirchenasyl in Hoya geht weiter

Nachricht 22. Januar 2007

Hoya/Kr. Nienburg (epd). Das Kirchenasyl für eine fünfköpfige vietnamesische Familie in Hoya geht auch nach der Ablehnung eines Bleiberechts für sie weiter. "Wir werden nun die Härtefall-Kommission des niedersächsischen Landtages einschalten", sagte der Pastor der evangelischen Martin-Luther-Gemeinde, Andreas Ruh, am Montag dem epd. Die Kommission müsse dann zunächst darüber entscheiden, ob sie den Fall zur Beratung annehme.

Der Landkreis Nienburg hatte am Freitag abgelehnt, der Familie eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen. Ein Bleiberecht komme unter anderem deshalb nicht in Betracht, weil der Familienvater zeitweise untergetaucht gewesen sei, um einer Abschiebung zu entgehen. Die kürzlich beschlossene Bleiberechtsregelung sehe aber vor, dass Begünstigte seit dem 2000 ununterbrochen über eine Duldung oder einen anderen Aufenthaltstitel verfügt haben müssten.

"Die Entscheidung des Kreises ist aber noch nicht rechtskräftig", sagte Ruh. Die Rechtsanwälte der Familie sähen "gute Chancen", vor Gericht eine andere Entscheidung zu erwirken. Die Kirchengemeinde hatte die Familie im vergangenen August aufgenommen, nachdem dieser die Abschiebung drohte.

Die Familie gilt als gut integriert. Der Vater lebt bereits seit fast 15 Jahren in Deutschland und arbeitete bis zum Beginn des Kirchenasyls in einer örtlichen Baumschule. Nach Angaben des Pastors gehört die Familie einer christlich-freikirchlichen Gemeinde in Hannover an. Wegen ihres Übertritts vom Buddhismus zum Christentum drohten ihr bei einer Rückkehr nach Vietnam erhebliche Nachteile.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0169/22.01.07)
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