Kirchen wollen mehr Sonntagsschutz bei Ladenöffnung

Nachricht 17. Januar 2007

Hannover (epd). In der Diskussion um längere Ladenöffnungszeiten haben sich die beiden großen Kirchen für einen besonderen Schutz der Sonn- und Feiertage eingesetzt. Bei einer Anhörung zu einem entsprechenden Gesetz in Niedersachsen kritisierten sie am Mittwoch in Hannover, dass Ausnahmen sowohl beim Warenangebot als auch bei den Verkaufsstellen ausgedehnt werden sollen. Zwar seien die Adventssonntage und der zweite Weihnachtsfeiertag besonders geschützt, nicht aber der Oster- und Pfingstmontag. Um den Sonntag zu schützen, solle auch der Verkauf am Sonnabend nicht erst um 24 Uhr enden.

In der Anhörung vor dem Sozialausschuss des Landtags nahmen die Kirchen neben anderen Verbänden Stellung zu einem Gesetzentwurf von CDU und FDP. Im einzelnen bemängelten die Kirchenvertreter, dass bisherige Einschränkungen für vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr aufgehoben und die Zahl der zugelassenen Sonntage für Kurorte und Bäder von 40 auf 46 pro Jahr angehoben solle. Der zugelassene Warenkorb dürfe nur den täglichen Kleinbedarf umfassen und nicht auch Kleidung oder Schmuck, sagte Oberlandeskirchenrat Jörg-Holger Behrens von der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen.

Professor Felix Bernard vom Katholischen Büro Niedersachsen bestand darauf, dass gemäß dem Grundgesetz Arbeit an Sonntagen eine extreme Ausnahme bleiben müsse. Neben den Gottesdiensten biete der Sonntag eine kollektive Auszeit, ermögliche Gemeinschaftsleben und halte die Gesellschaft zusammen. "Ohne Sonntage gibt's nur noch Werktage", betonten beide Kirchenvertreter.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0113/17.01.07)
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