Diakonie begrüßt allgemeine Krankenversicherungspflicht

Nachricht 15. Januar 2007

Berlin, den 15. Januar 2007. Das Diakonische Werk der EKD unterstützt den Vorschlag eines Krankenversicherungsschutzes für alle Menschen, die in Deutschland leben. Aus Sicht der Diakonie ist der von der Koalition vorgestellte Kompromiss ein großer Fortschritt. Die geplante Neuregelung sieht vor, dass Nichtversicherte in ihre letzte Krankenversicherung zurückkehren können. "In einem modernen Sozialstaat muss die gesamte Bevölkerung das Krankheitsrisiko angemessen absichern können", sagt Dr. Bernd Schlüter, Vorstandsmitglied für Sozialpolitik im Diakonischen Werk der EKD.

In den Krankenhäusern und den Beratungsstellen der Diakonie ist das Problem mangelnden Krankenversicherungsschutzes offensichtlich. "Täglich kommen Menschen ohne Versicherungsschutz zu uns, die aus Angst vor den hohen Kosten ihre Krankheit verschleppt haben." Bisher konnten verschiedene Anlässe zu einem Ausschluss aus der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung führen. Beispielsweise kam es dazu, wenn man als Selbständiger mit geringem Einkommen seine Prämie nicht mehr zahlen konnte. Eine Rückkehr war teuer oder sogar praktisch unmöglich. Sowohl die gesetzliche Krankenkasse wie auch die private Krankenversicherung wäre nach der Neuregelung verpflichtet, die Rückkehrer aufzunehmen. Hierfür gilt ein Basistarif, der dem Beitrag für freiwillig Versicherte in die Gesetzliche Krankenversicherung entspricht. Bei niedrigem Einkommen muss die Krankenversicherung die Prämie reduzieren; im Falle nachgewiesener Bedürftigkeit gibt der Staat einen Zuschuss.

Das Diakonische Werk der EKD hatte wie andere Wohlfahrtsverbände und die Kirchen mehrfach eine derartige Regelung gefordert. Für die jetzt anstehende Ausarbeitung der Regelung empfiehlt Schlüter, tatsächlich alle Lücken in der Versicherungspflicht zu schließen. Für Menschen mit geringem Einkommen sei zudem entscheidend, dass die Beiträge tatsächlich bezahlbar sind oder aber durch einen Zuschuss ausgeglichen werden.

Weitere Informationen: www.diakonie.de