Diakonie führt neuen Tarif ab 1. Juli ein

Nachricht 11. Januar 2007

Hannover (epd). Für rund 150.000 Beschäftigte der Diakonie gilt ab dem 1. Juli einer neuer Tarif. Nach über dreijährigen Verhandlungen habe sich die Arbeitsrechtliche Kommission des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf neue Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) geeinigt, teilte der Wohlfahrtsverband am Donnerstag in Hannover mit. In Niedersachsen gelten ähnliche Richtlinien bereits seit Anfang 2004 als "AVR-K" für die meisten Einrichtungen in der Konföderation evangelischer Kirchen.

Auf EKD-Ebene sei es der Arbeitsrechtlichen Kommission "nach intensiver und langer Arbeit gelungen, die AVR erfolgreich zu novellieren", hieß es aus der Diakonie. Ursprünglich war vorgesehen, den alten, eng am Bundesangestelltentarif (BAT) angelehnten Tarif schon zum 1. April abzulösen. Der neue Tarif kennt den Angaben zufolge nur noch Eingruppierungen mit 13 Entgeltgruppen. Bisher gab es 44 so genannte Einzelgruppenpläne. Künftig entfallen die Lebensaltersstufen und so genannte Bewährungsaufstiege. Stattdessen erfolgt die Bezahlung der Mitarbeiter ausschließlich nach der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit.

Für Einrichtungen mit wirtschaftlichen Problemen wurden zudem Öffnungsklauseln vereinbart, die weitere Einsparungen bei den Personalkosten ermöglichen. So kann etwa das 13. Jahresgehalt der Mitarbeiter bei einem negativen Betriebsergebnis bis zur Hälfte gekürzt werden. Auch sei es möglich, über Notlagenregelungen Bezüge zu kürzen.

Laut Diakonie sichern die neuen AVR Arbeitsplätze und damit das Überleben diakonischer Einrichtungen. Der Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD) begrüßte die Einigung in der paritätisch besetzten Arbeitsrechtlichen Kommission "als ersten Reformschritt", mahnte aber zugleich eine weitergehende Modernisierung der diakonischen Personalwirtschaft an. "Hoher Innovationsdruck erzwingt weitere Reformen", sagte VdDD-Vorsitzender Markus Rückert in Berlin.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0065/11.01.07)
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