Hannoversche Landeskirche will Gymnasium in Nordhorn

Nachricht 10. Januar 2007

Nordhorn/Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche hat ihren Wunsch bekräftigt, ein evangelisches Gymnasium in Nordhorn zu gründen. Während einer Informationsveranstaltung am Dienstagabend sei deutlich geworden, dass dies auch der Wille der Bürger und der politischen Parteien sei, sagte Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track am Mittwoch dem epd.

Die kirchliche Schuldezernentin erwartet spätestens im Frühjahr eine eindeutige Aussage aus der Region. Insgesamt wolle die Landeskirche in diesem Jahr voraussichtlich vier Schulen gründen oder übernehmen. Für deren Betrieb stehe ein Etat von jährlich 600.000 Euro zur Verfügung. Den Bau oder Ausbau von Schulgebäuden könne die Landeskirche angesichts einer beschlossenen Einsparsumme von 80 Millionen Euro nicht finanzieren.

Die Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hatte im Juli 2005 das Ziel ausgegeben, "weitere evangelische Schulen an geeigneten Standorten zu errichten". Bereits im Jahr zuvor hatte der Nordhorner Stadtrat angefragt, ob die Landeskirche ein evangelisches Gymnasium gründen wolle. Das bestehende Gymnasium war aufgrund drastisch gestiegener Schülerzahlen zu klein geworden.

Nachdem die Landeskirche mit dem genannten Beschluss grünes Licht gegeben habe, sei das Projekt jedoch vor Ort wieder in Frage gestellt worden, erläuterte Gäfgen-Track. Es habe Befürchtungen gegeben, dass die Schülerzahlen wieder sinken könnten und ein zweites Gymnasium dann überflüssig wäre. Auch die Frage des Standortes sei noch nicht endgültig geklärt.

Sollten die Nordhorner sich wider Erwarten gegen ein evangelisches Gymnasium aussprechen, habe sie eine Liste von 18 weiteren Interessenten, sagte die Schuldezernentin. Die Übernahme einer Grundschule in Wolfsburg sei bereits klar. Wegen der Übernahme eines Schulzentrums in Osnabrück und der Gründung eines Gymnasiums in Gifhorn gebe es "gute Verhandlungen". Die Landeskirche hat außerdem zwei weitere allgemeinbildende Schulen in ihrer Trägerschaft, zwei Gymnasien in Dassel und Hildesheim.

Das Engagement der Landeskirche für das Schulwesen habe in Zeiten extremer finanzieller Einschnitte eine besondere Bedeutung: "Wir dürfen uns nicht kaputt sparen." In wichtigen Bereichen müsse investiert werden, um die Landeskirche zukunftsfähig zu machen. "Wir haben in der Schule die einmalige Chance, Kindern, Jugendlichen und Eltern unser evangelisches Konzept von ethischer Verantwortung und vom Christsein im Alltag nahe zu bringen", betonte Gäfgen-Track.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0052/10.01.07)
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