Landesbischöfin: Kirche soll sich auf Inhalte konzentrieren

Nachricht 09. Januar 2007

Osnabrück (epd). Nach den Diskussionen um ihre Strukturen soll sich die hannoversche Landeskirche nach Ansicht ihrer Bischöfin Margot Käßmann wieder stärker inhaltlichen Fragen zuwenden. Dazu zählten die Weitergabe des Glaubens, Kinder und Familie, Sterbehilfe und der Umgang mit älteren Menschen, sagte Käßmann in einem Interview der Neuen Osnabrücker Zeitung (Dienstagausgabe). Die evangelische Landeskirche hatte unter anderem ein Sparprogramm aufgelegt, Einrichtungen aufgegeben und ihre innere Gliederung neu geordnet.

Zu der Unruhe im Kirchenkreis Emsland-Bentheim, der seinen von der Synode beschlossenen Wechsel vom Sprengel Osnabrück zum Sprengel Ostfriesland nicht hinnehmen will, sagte die Bischöfin: "Das kann mich schon deshalb nicht kalt lassen, weil mich hitzige Briefe dazu erreichen." Allerdings sei die Synode das gewählte Parlament der Landeskirche. Dieses könne nicht vor jeder Entscheidung alle Betroffenen befragen.

Die Sprengel-Zuordnung sei letztlich zweitrangig, sagte Käßmann. Entscheidend sei die Arbeit in der Gemeinde. Außerdem hätten die ostfriesischen Kirchenvertreter erklärt, sie würden die eigene Prägung Emsland-Bentheims respektieren: "Diese ausgestreckte Hand sollte nicht ausgeschlagen werden." Zum evangelischen Kirchenkreis Emsland-Bentheim gehören rund 68.000 Gemeindemitglieder.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0039/09.01.07)
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