Käßmann und Wulff betonen Verantwortung für Kinder

Nachricht 06. Januar 2007

Loccum (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann und der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) haben die Verantwortung von Kirche und Politik für die Kinder betont. Beim Epiphanias-Empfang der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in Loccum sagte Käßmann am Sonnabend, Kinder brauchten Schutz vor Gewalt und eine Chance auf eine umfassende Bildung. Wulff verwies auf ein 100-Millionen-Euro-Programm, mit dem die Landesregierung die Betreuung und die frühkindliche Bildung verbessern wolle.

"Niemand darf verloren gehen", sagte der Ministerpräsident vor rund 150 geladenen Gästen aus Politik, Kirche, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Verwaltung. Arbeitslosigkeit über Jahre führe in einen Teufelskreis. Eine Gesellschaft werde inhuman, wenn sie sich nicht für Schwächere verantwortlich fühle. Bildung müsse so früh wie möglich anfangen, zumal das Land in Zukunft verstärkt Facharbeiter, Wissenschaftler, Ingenieure und Dienstleister brauche.

Käßmann mahnte: "Jede Woche sterben in Deutschland zwei Kinder an den Folgen von Misshandlung und Vernachlässigung." Hier müssten Kirche, Politik und Zivilgesellschaft Verantwortung übernehmen. Die Bischöfin nannte als Beispiel die Begleitung junger Familien durch das Projekt "Wellcome" von Diakonie und Familienbildungsstätten. Statt zu beklagen, dass jedes siebte Kind in Armut aufwachse, müssten Wege aus der Armut gefunden werden.

Die Bischöfin plädierte auch dafür, "dass jedes Kind eine Art Mindest-Ration an orientierenden Texten mit auf den Lebensweg bekommt". Sie verwies auf die Lieder des Pfarrers und Dichters Paul Gerhardt, dessen 400. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird. Es sei wichtig, in schweren Zeiten tröstende Worte eines anderen zu kennen, wenn es einem selbst "die Sprache verschlägt". Auch Wulff rief mit Worten des Dichters zu Zuversicht und Hoffnung auf.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0032/06.01.07)
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