Auf einen Blick (4.1.)

Nachricht 04. Januar 2007

Gebetswoche für die Einheit der Christen 2007

„Christus macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen“ (Mk 7,31-37) lautet das Thema der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2007. Die alljährlich stattfindende Gebetswoche bietet Kirchen in aller Welt eine wichtige Gelegenheit, ihre Sehnsucht nach christlicher Einheit und ihre Verpflichtung auf dieses Ziel zum Ausdruck zu bringen.

Während die Gebetswoche auf der nördlichen Halbkugel traditionell vom 18.-25. Januar stattfindet, wird sie auf der südlichen Halbkugel, wo Januar Ferienzeit ist, häufig zu einem anderen Zeitpunkt gefeiert, beispielsweise in der Zeit um Pfingsten – einem kirchlichen Fest, das symbolische Bedeutung für die Einheit der Kirche hat.

Die Materialien für die Gebetswoche werden gemeinsam vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) vorbereitet, ins Französische, Deutsche, Spanische und Portugiesische übersetzt und veröffentlicht. Sie umfassen den Entwurf eines ökumenischen Gottesdienstes, eine Einführung in das Thema der Gebetswoche und Texte für die täglichen Lesungen und Meditationen.

Jedes Jahr bereitet eine lokale ökumenische Gruppe die Materialien vor. Laien, Pfarrer und Priester in Umlazi-Bhekithemba, Südafrika, haben diese Aufgabe für 2007 übernommen. Zu den Materialien gehören auch Hintergrundinformationen über die Situation und Entwicklung der Ökumene in Südafrika. Ferner sind zusätzliche Gebete und Lieder zusammengestellt worden.

-> Materialien für die Gebetswoche für die Einheit der Christen 2007
+++


Bistum Hildesheim schafft neue Stelle für Ökumene

Hildesheim (epd). Das katholische Bistum Hildesheim hat eine "Diözesanstelle für Ökumene" eingerichtet. Sie wird seit dem 1. Januar von Dagmar Stoltmann geleitet, teilte das Bistum am Donnerstag mit. Zum Bischöflichen Beauftragten für Ökumene wurde Prälat Nikolaus Wyrwoll ernannt. Damit wolle das Bistum die Kontakte zu den evangelischen und orthodoxen Kirchen pflegen und den interreligiösen Dialog etwa mit dem Islam führen.

Die 39-jährige promovierte Theologin Stoltmann ist seit 2003 Diözesanreferentin für theologische Grundfragen im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim. Sie hat in Münster studiert und promoviert und auch ein Studienjahr in Jerusalem verbracht.

Prälat Wyrwoll (68) promovierte in Rom und arbeitete dort auch zeitweise im Sekretariat für die Einheit der Christen. Nach seinem Wirken im Bistum Hildesheim, unter anderem in Hannover und Göttingen, leitet er seit 1990 das Ostkirchliche Institut in Regensburg. Für sein Wirken in der Ökumene wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0022/04.01.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


Viele muslimische Kinder in evangelischen Kindergärten

Hannover (epd). Zahlreiche evangelische Kindergärten in Niedersachsen haben inzwischen einen hohen Anteil muslimischer Kinder. Darauf hat der Beauftragte der hannoverschen Landeskirche für Islam und Migration, Pastor Christoph Dahling-Sander, in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift "Betrifft" hingewiesen, die von der Ausländerbeauftragten des Landes Niedersachsen herausgegeben wird. So seien in Hannover 660 von 4.104 Kindern in evangelischen Kindertagesstätten muslimisch.

In fünf Kindergärten der Landeskirche, die von Göttingen bis zur Nordsee reicht, liege der Anteil muslimischer Kinder bei annähernd 50 Prozent. Der Durchschnitt betrage 6,6 Prozent. Die Erzieherinnen und Erzieher müssten deshalb Grundkenntnisse über den Islam und seine kulturellen Gepflogenheiten erwerben, forderte Dahling-Sander. Sie müssten mit der Nähe und Fremdheit von Judentum, Christentum und Islam aus christlicher Perspektive umgehen können.

Muslimischen Eltern solle schon bei der Anmeldung ihrer Kinder das religionspädagogische Konzept eines christlichen Kindergartens erläutert werden, um spätere Missverständnisse zu vermeiden, forderte Dahling-Sander weiter. Umgekehrt könnten muslimische Eltern in den Kindergarten eingeladen werden, um muslimische Feste zu erklären. In Einzelgesprächen und bei Elternabenden könne gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden.

Dahling-Sander regte auch an, dass christlich-muslimische Kindergarten-Gruppen wechselseitig eine Kirche und eine Moschee besuchen könnten. Die evangelische Kirche unterhält in Niedersachsen insgesamt 975 Kindertagesstätten und Spielkreise mit mehr als 68.000 Kindern.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0021/04.01.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


Landeskirche gedenkt im Dom ihres Altbischofs Heintze

Braunschweig (epd). Mit einem Gottesdienst im Braunschweiger Dom hat am Donnerstag die braunschweigische Landeskirche ihres gestorbenen früheren Landesbischofs Gerhard Heintze gedacht. Die Landeskirche trauere um ihren Altbischof, sei aber zugleich dankbar, dass sie ihn 17 Jahre lang gehabt habe, sagte der derzeitige Landesbischof Friedrich Weber in seiner Ansprache vor rund 150 Zuhörern. Heintze sei ein Mensch gewesen, "der von Christus ergriffen war".

Der frühere Landesbischof war am 14. Dezember im Alter von 94 Jahren in Stuttgart gestorben. Er stand von 1965 bis 1982 an der Spitze der braunschweigischen Landeskirche. Zuvor war er Landessuperintendent in Hildesheim.

Heintze habe sich für Versöhnung mit den Völkern Osteuropas unter deutlicher Erinnerung der deutschen Schuld und der Anerkennung der Grenzen eingesetzt, sagte Weber. Als Landesbischof habe Heintze die Ordination von Frau zur Pfarrerin wesentlich vorbereitet und eingeführt. Er habe die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen mit vorbereitet und von 1978 bis 1981 als Leitender Bischof für die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands gewirkt.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0020/04.01.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


Kirchengemeinde wird Verkäuferin im Internet

Müden/Kr. Celle (epd). Als Anbieterin im Internet-Auktionshaus "eBay" wirbt die evangelische Kirchengemeinde Müden bei Celle seit kurzem Gelder für ihre St.-Laurentius-Stiftung ein. Der ehemalige Kirchenvorsteher Bernd Hallmanseder biete dafür gespendete Gegenstände zur Auktion an, erläuterte am Donnerstag Pastor Christian Berndt. Hallmanseder organisiere so ehrenamtlich einen ganzjährigen Kirchenbasar im weltweiten Netz.

"Es ist toll, wenn wir auch die Möglichkeiten neuer Kommunikationstechniken nutzen", sagte Berndt. In zwei Monaten habe der Anbieter "st_laurentius" die ersten 150 Euro erzielt. Versteigert wurden neben Büchern etwa elf leere Druckerpatronen, die mehr als elf Euro erzielt hätten. "Kleinvieh macht auch Mist", betonte der Pastor.

Die Stiftung soll bei sinkenden Steuereinnahmen langfristig die kirchliche Arbeit in Müden sichern. In diesem Jahr lohne sich jede Einnahme, weil die Landeskirche jeweils drei erwirtschaftete Euro mit einem weiteren belohne, erläuterte Berndt. Hallmannseder nimmt nach Absprache (Telefon 05053/900381) Sachspenden entgegen.

Nicht nur in Müden hat die Kirche die Internet-Auktionen für sich entdeckt. Im vergangenen Jahr wurde unter anderem ein altes Handy der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann für einen guten Zweck versteigert. Eine ostfriesische Kirchengemeinde verkaufte einen Gottesdienst. Für 287 Euro durfte sich der höchste Bieter ein Thema für die Andacht wählen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0016/04.01.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen