Landesbischöfin ruft Christen zum Einsatz für Gerechtigkeit auf / Predigt zur Christvesper

Nachricht 25. Dezember 2006

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Menschen am Heiligen Abend dazu aufgerufen, offen für Gerechtigkeit und gegen die Ökonomisierung aller Lebensbereiche anzutreten. Dazu gehöre auch die Freiheit der Rede und der Kunst, sagte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland am Sonntag in der Marktkirche in Hannover. "Wir werden immer wieder die Botschaft 'Friede auf Erden' der Engel weitersagen gegen alle Kriegsmaschinerie und gegen allen Rüstungswahn."

Es sei wichtig, sich auch für die Würde der Alten und Kranken einzusetzen, die in der Leistungsgesellschaft nicht mithalten könnten. "Wer schwach und verletzbar ist im Leben hat den gleichen Wert vor Gott wie die imposante Schauspielerin oder der erfolgreiche Unternehmer", sagte die Bischöfin und fügte hinzu: "Wir werden uns nicht reduzieren lassen auf Einkaufsmaschinen oder Lohnempfänger."

Die Botschaft vom Frieden, die Gott mit dem Jesuskind in der Krippe in die Welt bringe, halle am Heiligen Abend über alle Geräuschkulissen hinweg in die Wohnungen in Deutschland. Sie setze ein Signal im Irak, lasse die Menschen im Sudan ihre Häupter erheben und töne auch gegen den Hass im Heiligen Land.

An Weihnachten sei es besonders wichtig, nicht perfekt sein zu müssen, sagte Käßmann weiter: "Stehen wir zu unseren Schwächen. Sprechen wir aus, was uns belastet. Nehmen wir uns Zeit, anderen zuzuhören." Niemand müsse den starken Macker markieren. Die Geborgenheit, die das Bild von Maria, Josef und dem Kind ausdrücke, sei kein Perfektionismus, der Familien unter Druck setzen müsse. Es sei die Freiheit, sich bei Gott geborgen zu fühlen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3666/22.12.06)
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