Auf einen Blick (20.12.)

Nachricht 20. Dezember 2006

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Friedenslicht
Katja Jacob für Hit-Radio Antenne
Das Weihnachtsfest rückt näher und damit auch die Anspannung in vielen Familien. Kleiner Tipp: Holt euch doch ein bisschen Frieden nach Hause. Mit dem Friedenslicht aus Betlehem....
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Pfadfinder bringen Friedenslicht in den Landtag

Hannover (epd). Pfadfinder überbringen an diesem Donnerstag dem Landtag in Hannover das Friedenslicht aus Bethlehem. Sechs evangelische und katholische Jungen und Mädchen werden das Licht der Vizepräsidentin Silvia Seeler überreichen, kündigte der Landtag am Mittwoch an. Vor 20 Jahren begründeten österreichische Jugendliche diese Tradition. Seither wird jedes Jahr das Friedenslicht in Bethlehem entzündet und reist in der Vorweihnachtszeit über Wien auch in zahlreiche deutsche Städte.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3536/20.12.06)
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Neuer Vorsitz im Verein Begegnung Christen und Juden

Hannover (epd). Neuer Vorsitzender des Vereins Begegnung Christen und Juden Niedersachsen ist Pastor Christian Stäblein in Nienburg. Der 39-jährige promovierte Theologe löst Professor Axel Denecke (Hannover) ab, teilte der Verein am Mittwoch in Hannover mit. Zu den Aufgaben des Vereins gehöre es, Kenntnisse über das Judentum zu vermitteln, Begegnungen von Juden und Christen zu organisieren und Projekte zu fördern, die der Versöhnung von Juden, Christen und Muslimen dienen.

Denecke hatte sechs Jahre lang den Vorsitz. Stäblein hat ein Jahr an der Hebräischen Universität in Jerusalem studiert. In seiner Dissertation setzte er sich nach Angaben des Vereins mit dem Thema "Predigen aus dem Gedenken an den Holocaust" auseinander.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3639/20.12.06)
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Missionswerk zieht Bilanz der Tsunami-Hilfe

Hermannsburg/Kr. Celle (epd). Zwei Jahre nach dem Tsunami hat das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Niedersachsen eine positive Bilanz seiner Hilfen für die Flutopfer in Indien gezogen. Insgesamt habe das Werk mit Sitz in Hermannsburg fast 600.000 Euro Spenden erhalten, sagte Sprecher Klaus Hampe am Mittwoch. "Das ist eine außergewöhnliche Spendenbereitschaft. So ein Riesenprojekt in so kurzer Zeit haben wir vorher noch nie umsetzen müssen."

Das Missionswerk hatte wenige Tage nach dem Seebeben im Dezember 2004 mit Soforthilfen im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu begonnen. Für rund 300.000 Euro seien dort später 162 Häuser im Dorf Kadapakkam gebaut worden, sagte Hampe. Dort seien vor allem Fischer eingezogen, deren Häuser die Flutwelle zerstört hatte.

Das niedersächsische Missionswerk leiste die Hilfen zusammen mit der Leipziger Mission, die eine ähnliche Spendensumme aufgebracht habe, sagte Hampe. Umgesetzt würden sie unter Federführung der Vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche in Indien. Zurzeit werde das Dorf Chandrapadi bei Tranquebar neu aufgebaut.

Dieser Ort gehört nach Angaben des Asienreferenten im Missionswerk, Ponniah Manoharan, zu den vom Tsunami am schwersten betroffenen der Region. 95 Menschen kamen dort ums Leben, die Hälfte der rund 500 Häuser wurde zerstört. Für 91 neue Häuser werden dort laut Manoharan Kosten von rund 320.000 Euro veranschlagt. Weil in der Region so viel zerstört wurde, sei Baumaterial begehrt und teuer. Zudem habe heftiger Monsunregen zu Verzögerungen geführt.

Ein Seebeben im Indischen Ozean hatte am 26. Dezember 2004 eine große Flutwelle ausgelöst, den Tsunami. Infolge der Überschwemmungen und Zerstörungen an zahlreichen Küstenregionen kamen rund 230.000 Menschen ums Leben, nach Schätzungen wurden 1,7 Millionen obdachlos. Die Katastrophe löste in Deutschland eine beispiellose Spendenbereitschaft aus. Insgesamt gingen rund 600 Millionen Euro an Spenden bei den verschiedenen Hilfsorganisationen ein.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3535/20.12.06)
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Pastor ermutigt zum besonnenen Schenken an Weihnachten

Hannover/Walsrode (epd). Der Leiter des Geistlichen Rüstzentrums Krelingen bei Walsrode, Pastor Kai-Uwe Schroeter, hat zum besonnenen Schenken an Weihnachten ermutigt. "Ein wirklich gut ausgedachtes Geschenk sagt viel über den Schenkenden", schreibt er in der evangelischen Mitarbeiter-Zeitschrift "Dialog", die im Dezember in Hannover erschienen ist: "In unserer heutigen Welt, in der fast jeder sich selber das kauft, was er braucht, ist es eine Herausforderung, etwas zu verschenken, das dem Gegenüber wirklich Freude macht."

Die Zeitschrift hatte gefragt, ob Christen sich angesichts einer überkommerzialisierten Weihnachtszeit mit Geschenken nicht zurückhalten sollten. Schroeter lehnte dies ab: "Christen sollten schenken. Vielleicht öffnet ein freudig überraschter Mensch auch sein Herz für die frohe Botschaft des Weihnachtsevangeliums."

Auch der stellvertretende Vorsitzende des "Bundesverbandes Deutsche Tafel", Mathias Mente aus Nienburg, plädierte für ein besonnenes Schenken. "Ich glaube, dass sich immer weniger Menschen dem Konsumterror aussetzen", schreibt er. Viele beschenkten überlegt Freunde und Angehörige und unterstützten zugleich Menschen in Not. Ohne die wachsende Hilfsbereitschaft zu Weihnachten seien Projekte wie die "Tafeln", die auf Spenden angewiesen seien, nicht zu betreiben. Die "Tafeln" sammeln überschüssige Lebensmittel und verteilen sie an Bedürftige.

Für den Vorstandsvorsitzenden der Hildesheimer Blindenmission, Pastor Johannes Achilles, kommt ein Verzicht auf das Schenken ebenfalls nicht in Frage. "Was wäre das, wenn wir unsere Kinder der wunderbaren Erfahrung des geheimnisvollen Weihnachtszimmers berauben würden?", fragt er. Davon zehre man ein ganzes Leben. Der Wert eines Geschenkes bemesse sich allerdings nicht in Euro: "Geschenke sind Zeichen der Liebe." Wer früh beginne, Geschenke zu kaufen, der habe im Dezember auch Geld für bedürftige Menschen in aller Welt übrig.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3498/20.12.06)
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Behindertenheim erhält 6.000 Euro von Energiekonzern

Wietze/Kr. Celle (epd). Anderthalb Wochen vor Weihnachten hat ein Behindertenheim der Diakonischen Werke Himmelsthür in Wietze bei Celle eine Großspende von 6.000 Euro erhalten. Von dem Geld solle unter anderem ein Video-Beamer erworben werden, so dass die große Halle des Hauses zu einem Bewohnerkino umfunktioniert werden könne, teilten die Diakonischen Werke am Freitag mit. In der Einrichtung leben etwa 90 Bewohner, die von ebenso vielen Mitarbeitern betreut werden. Die Spende kam vom Konzern RWE Dea.

Der Energiekonzern unterhält in Wietze eine Niederlassung in unmittelbarer Nähe des Behindertenheims und spendet bereits zum vierten Mal einen größeren Betrag zu Weihnachten. In den vergangenen Jahren wurde das Geld unter anderem für eine Solaranlage und einen Festbrennstoff-Ofen verwendet. Die Diakonischen Werke Himmelsthür mit Hauptsitz in Hildesheim betreuen insgesamt rund 1.700 geistig und mehrfach behinderte Menschen an 17 Standorten in Niedersachsen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3496/15.12.06)
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Hannover: Kontaktladen "Mecki" bis Ende 2008 finanziert

Hannover (epd). Die Finanzierung des hannoverschen Kontaktladens "Mecki" für Obdachlose ist nach Angaben des Stadtkirchenverbandes mit dem Land Niedersachsen bis Ende 2008 geregelt. Nach langen Verhandlungen gebe es für die Arbeit jetzt die notwendige Planungssicherheit, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Das Land fördere die Anlaufstelle für wohnungslose Menschen künftig mit jährlich 80.000 Euro, ebenso viel wollen auch Stadt und Region gemeinsam aufbringen.

Seit mehr als 20 Jahren kämen Wohnungslose nach einer Nacht auf der Straße morgens in den "Mecki-Laden", der nach einem gestorbenen Obdachlosen benannt wurde. Während es am Anfang 15 Besucher pro Tag gab und vor sechs Jahren etwa 55, kämen inzwischen mehr als 80 Frauen und Männer täglich.

Sie erhielten nicht nur einen heißen Kaffee, sondern auch medizinische Betreuung und Beratung über die anderen Angebote wie Suppenküchen und weitergehende Hilfen. Das Diakonische Werk als Träger der Einrichtung hoffe, dass die medizinische Versorgung Anfang des neuen Jahres mit den Krankenkassen geklärt werden könne, heißt es.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3530/19.12.06)
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Frieden bestimmt Jahresprogramm der Kirchenjugend

Beverstedt/Kr. Cuxhaven (epd). "Frieden - und gut" lautet das Motto, das über dem neuen Jahresprogramm der Evangelischen Jugend Wesermünde-Süd steht. Dazu gehören Gottesdienste, Seminare, Fahrten, Freizeiten und Schulungen. Nähere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.freun.de Über das Web ist auch eine Online-Lebensberatung zu erreichen, die der regionale Kirchenkreisjugenddienst in Beverstedt bei Bremerhaven aufgebaut hat (www.beratung.freun.de).

Der regionale Kirchenkreis-Jugendkonvent hat im November eine Resolution verabschiedet, in der es heißt, Krieg und Frieden seien kein Schicksal, "sondern werden von Menschen gemacht". Frieden könne aber nur erreicht werden, wenn sich alle in einer Gesellschaft engagierten, die von Nächstenliebe geprägt sei.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3528/19.12.06)
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Posaunen im Hauptbahnhof - Weihnachtsparty auf dem Markt

Hannover (epd). Im Hauptbahnhof Hannover an Heiligabend erwartet der Posaunenchor der Stadtmission wieder etwa 1.500 Besucher. Von 23 Uhr an gibt es "Musik und Worte zur Weihnacht" mit Diakoniepastor Walter Lampe und 150 Bläsern, kündigte der evangelische Stadtkirchenverband am Mittwoch an. Das Ereignis im Bahnhof vereine Manager und Obdachlose, Jugendliche und 80-Jährige. 1950 fand das Weihnachtskonzert in der Bahnhofshalle zum ersten Mal statt, mit Heimkehrern aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft.

In dem "multikulturell geprägten Stadtteil" Roderbruch in Hannover wollen sich die Kirchen nach eigener Aussage nicht zurückziehen: Am 25. Dezember eröffnen sie um 3 vor 3 Uhr nachmittags eine "Open-Air-Weihnachts-Feier" auf dem Roderbruchmarkt. Unter dem Motto "Happy Birthday, Jesus" gibt es ein große Weihnachts-Geburtstagstorte und ein Programm mit Bands, einer lebensgroßen Krippe, einem Geschenketauschzelt und internationalen Spezialitäten.

Vor allem Nicht-Christen und Sinnsuchende seien eingeladen, sagte der katholische Dechant Bernd Galluschke am Mittwoch. Lutherische, katholische und freikirchliche Gemeinden wollten mit dem Fest auch die Fremdheit zwischen Muslimen und Christen entschärfen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3641/20.12.06)
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Kult am Heiligen Abend
Kein deutsches Weihnachtsfest ohne Krippenspiel

Von Dieter Sell (epd)

Bremen (epd). Aufgeregt? Wer ist denn aufgeregt? Bei der Kostümprobe albern Amelie, Chiara und Merle mit den Engelsflügeln und geben sich cool. "Ist ja noch nicht Heiligabend", winkt Merle ab. Die neun- und zehnjährigen Mädchen aus Bremen gehören zur Heerschar der Engel, die an diesem Sonntag wie alle Jahre wieder zu Heiligabend in Deutschlands Krippenspielen auftreten. Die Szene im Stall von Bethlehem ist Kult und an diesem Tag wohl das meist gespielte Stück der Welt.

Ein deutsches Weihnachtsfest ohne Krippenspiel? Das geht gar nicht. Ganze Familien pilgern in völlig überfüllte Kirchen, um dem Nachwuchs in biblischer Rolle zuzusehen. Besonders beliebt ist der Engel, der auf dem Feld den Hirten erscheint und dabei Worte spricht, die mancher Krippenspieler noch Jahrzehnte später hersagen kann: "Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude."

Bereits im 12. Jahrhundert gab es nach Auskunft des Bonner Volkskundlers Lars Winterberg in der Christmette lebensnahe Spielszenen, die in erster Linie theologisch belehren sollten. 1223 schließlich habe Ordensgründer Franziskus von Assisi mit einer Krippenfeier in Greccio nordöstlich von Rom die Tradition des modernen Krippenspiels begründet, sagt der Wissenschaftler.

Damals begann der Siegeszug eines Laienspiels, das zuweilen von Pleiten, Pech und Pannen begleitet wird. Mal kippt Kaiser Augustus aufgrund schneidend schlechter Luft in der überfüllten Kirche ohnmächtig in den Weihnachtsbaum, mal stürzt der Adventskranz von der Decke und zertrümmert - Gott sei Dank - nur das Mikro. "Tränen können fließen, wenn die Rollen verteilt werden", berichtet der Bremer Pastor Rolf Blanke, der die Situation souverän entschärft: "Dann gibt's eben drei Verkündigungsengel und mehrere Wirte in der Herberge."

Mit dem Hollywood-Schinken "Es begab sich aber zu der Zeit" flimmert das Krippenspiel in diesem Jahr erstmals über Kino-Leinwände - reichlich kitschig und mit US-amerikanischem Pathos. Bücher wie "Hilfe, die Herdmanns kommen" brachten in den 80er und 90er Jahren Zeitgeist in die Geschichte und machten Furore. Doch heute gebe es wieder einen Trend zur klassischen Text-Vorlage, bestätigen Experten.

Mit Konfirmanden führt Blankes Kollege Helmut Langel schon seit 26 Jahren ein Krippenspiel auf. Das Gerangel um einen Platz auf der Teilnehmerliste nimmt genauso zu wie die Zahl der mimenden Teenager. "In diesem Jahr sind wir 60", sagt der evangelische Theologe und räumt ein: "Da habe ich manchmal eher das Gefühl, ich muss die Massenszenen bei 'Ben Hur' inszenieren."

Andere Pastoren berichten, dass die Weihnachtsgeschichte bei den Jugendlichen nicht mehr zur Allgemeinbildung zählt. Doch längst lotet selbst das Theater bislang unentdeckte szenische Tiefen des weltbekannten Mini-Dramas aus. So werden in Bremen und Hamburg an diesem Donnerstag in teilweise abendfüllender Länge "Krippenspiel-Festivals" auf die Bühne gebracht. "Das ist eben hochklassiges theatrales Material", schwärmt Dramaturgin Eva-Maria Stüting aus der Hamburger "Kulturfabrik Kampnagel".


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