Wolfram Kistner als Vorbild für Versöhnung gewürdigt

Nachricht 18. Dezember 2006

Hannover (epd). Der deutsch-südafrikanische Theologe Wolfram Kistner ist am Montag in Hannover als Vorbild im Einsatz für Gerechtigkeit und Versöhnung gewürdigt worden. In einem Gedenkgottesdienst sagte die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann, Kistner habe mit seiner Abkehr von der Apartheid in Südafrika auch in den deutschen evangelischen Kirchen für ein "klareres Zeugnis" gegen die Rassentrennung gesorgt. Kistner war am 4. Dezember im Alter von 83 Jahren gestorben. An dem Gottesdienst nahm auch der südafrikanische Botschafter Moses Chikane teil.

"Wir können Gott nicht genug danken für diesen Mann", sagte Chikane. Ohne Kistners Einsatz für Gefangene, Arme und Bildungshungrige "wären manche von uns nicht hier". Der frühere Berliner Bischof Martin Kruse hob in seiner Predigt hervor, Kistner habe dazu beigetragen, Schwarze wie Weiße von der Apartheid und von Feindbildern zu befreien.

Wolfram Kistner, in Südafrika als Missionarssohn geboren, war einer der schärfsten kirchlichen Gegner der Apartheid. Der von der hannoverschen Landeskirche entsandte Pastor leitete 1976 bis 1988 die Abteilung "Gerechtigkeit und Versöhnung" des Südafrikanischen Kirchenrates. 1986 wurde er verhaftet und ein halbes Jahr unter Hausarrest gestellt. Kistner wurde unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und einem südafrikanischen Orden ausgezeichnet.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3516/18.12.06)
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