Trauerfeier für Kistner mit Altbischof Martin Kruse

Nachricht 15. Dezember 2006

Hannover (epd). Der frühere Berliner Bischof Martin Kruse wird am Montag in Hannover bei einem Gedenkgottesdienst für den südafrikanischen Theologen Wolfram Kistner predigen. Landesbischöfin Margot Käßmann hat zu diesem Gedenken zu 12 Uhr in die Neustädter Kirche eingeladen, um den Gegner der Rassentrennung und profilierten Theologen zu ehren. Kistner war am 4. Dezember im Alter von 83 Jahren in Südafrika gestorben.

Der in Südafrika geborene Missionarssohn Kistner war einer der schärfsten kirchlichen Gegner des früheren Systems der Apartheid. Von 1976 bis 1988 leitete er die Abteilung "Gerechtigkeit und Versöhnung" des Südafrikanischen Kirchenrates. Damit verließ er auch die weiße lutherische Kirche Südafrikas, um gegen die Rassendiskriminierung zu kämpfen. 1986 wurde er verhaftet und ein halbes Jahr unter Hausarrest gestellt. Seit 1972 führte ihn die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers als ihren entsandten Pastor.

Der 77-jährige Martin Kruse war Landessuperintendent in Stade, als ihn die Berliner Synode 1976 zum Nachfolger von Kurt Scharf ins Bischofsamt wählte. Von 1985 bis 1991 war der gebürtige Niedersachse Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Bis zum Ende seiner Amtszeit 1994 gestaltete er noch das Zusammenwachsen der Kirchen nach der staatlichen Vereinigung.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3486/15.12.06)
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