Auf einen Blick (14.12.)

Nachricht 14. Dezember 2006

Evangelische Kirche expandiert im privaten Rundfunk

Hannover (epd). Die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Rundfunk e.V. (aer) startet nach eigenen Angaben mit einem neuen Verbandsmitglied in das Jahr 2007. Mit der Föderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland erweitere sich der Mediendachverband auf 16 Partner-Redaktionen, teilte die Arbeitsgemeinschaft am Donnerstag in Hannover mit. Der Föderation gehören die Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen an.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft und Chefredakteur des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachsen, Tobias Glawion, sagte, bei der jungen Generation stünden die privaten Hörfunkanbieter mit einem Marktanteil von knapp 60 Prozent längst an der Spitze. Die in der Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Redaktionen verantworteten bundesweit mehr als 100 Sendeformate bei etwa der Hälfte der rund 220 privaten Anbieter in Deutschland. Dafür stellten die Sender pro Woche rund 500 Sendeplätze zur Verfügung.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3470/14.12.06)
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Kirche zu Weihnachten im Radio auf Sendung und Empfang

Hannover (epd). Die Kirche hat zu Weihnachten im Radio Konjunktur: Zum 17. Mal weist NDR 1 Niedersachsen auf sein kostenloses Weihnachtstelefon hin. 35 Seelsorger, Frauen und Männer aus beiden großen Kirchen, sind an Heiligabend zwischen 18 und 24 Uhr unter der Telefonnummer 0800/555 87 65 zu erreichen, kündigte die Evangelische Radiokirche im NDR am Donnerstag in Hannover an.

Das Weihnachtstelefon, 1989 in Niedersachsen begonnen, wird inzwischen für alle norddeutschen Landesprogramme des NDR angeboten. Die Evangelische Radiokirche und das Katholische Rundfunkreferat berichten von Erfahrungen, die zeigten, wie wichtig dieses Angebot sei. Viele Anrufer seien einsam und erzählten von Sorgen und Konflikten, von Krankheiten und Depressionen oder von Streit in der Familie. Im vergangenen Jahr hätten die Seelsorger mehr als 250 längere Gespräche geführt.

Die "Gute Nachricht" von Weihnachten prägt auch das übrige Programm: An Heiligabend und den beiden Weihnachtsfeiertagen berichten in NDR 1 Niedersachsen Menschen, die an den Feiertagen arbeiten. Dabei sind Tagesschau-Sprecher Jan Hofer, ein Streifenpolizist, eine Hebamme und ein Turmbläser. Die Sendungen werden nach Angaben der Radiokirche an den drei Tagen jeweils um 8.15 und 9.15 Uhr ausgestrahlt.

Auf NDR Info wird am 24. Dezember um 22 Uhr ein Weihnachtsgottesdienst aus der Christuskirche in Hannover übertragen. Im Mittelpunkt stehe die Botschaft des Engels "Fürchtet euch nicht", kündigte die Radiokirche an.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3459/14.12.06)
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Kirche in der Vielfalt der Lebensbezüge
Abschluss der IV. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD und Erscheinen des zweiten Auswertungsbandes

Am Donnerstag, 14. Dezember, wird der zweite Auswertungsband der vierten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD (KMU IV) erscheinen: Jan Hermelink, Ingrid Lukatis, Monika Wohlrab-Sahr (Hg.), Kirche in der Vielfalt der Lebensbezüge. Die vierte EKD-Erhebung über Kirchenmitgliedschaft, 2. Band: Analysen zu Gruppendiskussionen und Erzählinterviews, Gütersloh 2006. Damit liegen nach vierjähriger intensiver Forschungsarbeit das Material und die Auswertungsergebnisse der kirchensoziologischen Untersuchung vollständig vor.

Im Herbst 2002 wurde – im üblichen Turnus von zehn Jahren – die vierte große Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung seit 1972 durchgeführt. Seit 2002 wurden die Ergebnisse der Erhebung eingehend wissenschaftlich untersucht und erforscht. Zudem wurde mit Gruppendiskussionen, Wiederholungsinterviews weiteres qualitatives Forschungs-Material erhoben und ausgewertet.

Die eigentliche Auswertungsarbeit erfolgte in einer Projektgruppe, der Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler verschiedener Universitäten und Institutionen angehörten. Erste Ergebnisse der Untersuchung wurden 2003 in dem Heft „Kirche – Horizont und Lebensrahmen“ veröffentlicht. Die ausführliche Darstellung und Auswertung der Ergebnisse erfolgte im Februar 2006 in dem 512 Seiten umfassenden Band, den die Leitenden Geistlichen Wolfgang Huber, Johannes Friedrich und Peter Steinacker herausgegeben haben: „Kirche in der Vielfalt der Lebensbezüge“.

Der nun vorliegende zweite Auswertungsband bietet weiterführende und eingehende Untersuchungen des qualitativen Materials aus der Befragung. Insgesamt fünfzehn kirchliche und nichtkirchliche Gruppen wurden in etwa anderthalb-stündigen Diskussionen nach ihren Ansichten zur Kirche, zum Sinn des Lebens, zur Hoffnung über den Tod und zum praktischen Umgang mit dem Islam befragt. Zudem wurden vier Wiederholungsinterviews geführt und ausgewertet mit Personen, mit denen schon vor zehn Jahren im Rahmen der KMU III ein Erzählinterview aufgezeichnet wurde.

Damit liegt ein wertvolles, anschauliches und für die kirchliche Praxis ebenso wie für Fragen der Aus-, Fort- und Weiterbildung aufschlussreiches Material vor. Es erlaubt Einblicke, wie Menschen in verschiedenen Milieus und sozialen Gruppen über religiöse Fragen kommunizieren, welchen Gesetzen religiöse Kommunikation unterliegt, was sie fördert, was sie behindert und wo es in ihr Anknüpfungspunkte für kirchliche Verkündigung gibt, wie Kirche (und kirchliche Veränderungen) wahrgenommen und erfahren werden, wie am fiktiven Beispiel eines Moschee-Baus über Formen interreligiöser Begegnung und interkulturellen Zusammenlebens nachgedacht wird. Die Wiederholungsinterviews vermitteln zudem Erkenntnisse über die individuelle Entwicklung von religiösen Einstellungen und kirchlichen Mitgliedschaftsbeziehungen über den Zeitraum von zehn Jahren.

Das Grundanliegen, das die evangelische Kirche mit dem Projekt der Kirchenmitgliedschaftsuntersuchungen verfolgt, ist in dem Vorwort der Herausgeber zum ersten Auswertungsband so beschrieben: „die Lebens- und Glaubenswirklichkeit von Kirchenmitgliedern und Konfessionslosen aufmerksam wahrzunehmen, das eigene kirchliche Handeln daraufhin zu reflektieren und so empirische Sorgfalt und kirchenleitende Verantwortung miteinander zu verbinden. Gerade in einer kirchlichen Situation, die durch vielfältige Umstrukturierungen, Neuorientierungen und Reformen auf allen Ebenen gekennzeichnet ist, kommt Mitgliederwahrnehmung, Kontextsensibilität und Offenheit für produktive Irritationen besondere Bedeutung zu.“ Dieses Anliegen ist mit dem zweiten Band weiter verfolgt worden. Das Projekt der vierten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD wird mit der Publikation dieses Bandes abgeschlossen.

Die vierte Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung hat die Tradition der vorherigen Erhebungen fortgeführt. Sie hat zudem neue Wege in der Wahrnehmung kirchlicher Wirklichkeit erschlossen, etwa in den Konzeptionen von Weltsichten, von Lebensstilen oder in den Ausführungen zur religiösen Kommunikation. Mit den beiden Bänden der KMU IV liegt ein grundlegendes Referenzwerk für die kirchliche und religionssoziologische Wahrnehmung der nächsten Jahren vor. In seiner wissenschaftlichen Sorgfalt, der kritischen institutionellen Selbstreflexion und in seiner Wahrnehmung des Glaubens des einzelnen Kirchenmitgliedes ist es Ausdruck eines dezidiert evangelischen Kirchenverständnisses.

Hannover, 13. Dezember 2006
Pressestelle der EKD
Christof Vetter

Hinweis:
Die beiden Auswertungsbände der IV. KMU:
- Wolfgang Huber/Johannes Friedrich/Peter Steinacker (Hg.): Kirche in der Vielfalt der
Lebensbezüge, Die vierte EKD-Erhebung über Kirchenmitgliedschaft, Gütersloh 2006.
- Jan Hermelink, Ingrid Lukatis, Monika Wohlrab-Sahr (Hg.), Kirche in der Vielfalt der
Lebensbezüge. Die vierte EKD-Erhebung über Kirchenmitgliedschaft, 2. Band: Analysen zu
Gruppendiskussionen und Erzählinterviews, Gütersloh 2006
Beide Bände sind über den Buchhandel zu beziehen.

Die erste Veröffentlich der IV.KMU erfolgt in der Broschüre:
- Kirchenamt der EKD (Hg.): Kirche - Horizont und Lebensrahmen. Weltsichten,
Kirchenbindungen, Lebensstile. Vierte EKD-Erhebung über Kirchenmitgliedschaft,
Hannover 2003.
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Diakonie: Soziale Dimension der EU stärken

Berlin, 14. Dezember 2006. Das Diakonische Werk der EKD fordert die Bundesregierung auf, während ihrer Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 die soziale Dimension der EU und ihren sozialen Zusammenhalt zu stärken. Sie möge diese Zeit auch für eine gemeinsame und wirksame europäische Menschenrechtspolitik nutzen. In einem Eckpunktepapier hebt die Diakonie hervor, dass alle Initiativen und die Fortführung bereits laufender EU-Maßnahmen auf ihre sozialen Auswirkungen für die Menschen in den Mitgliedstaaten hin geprüft werden müssen. Das gelte vor allem für die Wirtschaftspolitik auf EU-Ebene.

"Eine gemeinsame Basis für die Erfüllung des sozialen Auftrags bietet der Europäische Verfassungsentwurf einschließlich der Europäischen Grundrechtecharta", betont der sozialpolitische Vorstand des Werkes, Bernd Schlüter. Das Diakonische Werk der EKD erwartet soziale Fortschritte, wenn die Kanzlerin in ihrer Regierungserklärung betont, dass ein Schwerpunkt der deutsche Präsidentschaft in der Stärkung des europäischen Wirtschafts- und Sozialmodells als "Zukunftsmodell" für Europa liege. "Es muss sichergestellt werden, dass alle Mitgliedstaaten einen Mindestanteil ihres Bruttoinlandsprodukts für das Sozial- und Gesundheitswesen aufwenden, um den oft noch prekären Sozialschutz der Bevölkerung insbesondere in den Beitrittsländern zu verbessern. Die bestehenden eklatanten Wettbewerbsverzerrungen in der Preisbildung von Waren und Dienstleistungen sollten zugleich verringert werden, bekräftigt Schlüter. Dies dürfe jedoch nicht zur Folge haben, dass gut ausgebaute Sozialsysteme zurückgeführt werden.

Der Begriff des fairen Wettbewerbs müsse auf europäischer wie auch auf globaler Ebene den des freien Wettbewerbs ersetzen und durch belastbare Regelungen und Verträge abgesichert werden. "Wettbewerbsverzerrungen durch Kinder- und Sklavenarbeit sowie durch fehlende soziale Sicherungssysteme dürfen nicht hingenommen werden", erklärt Schlüter. Gleichzeitig habe die Europäische Union sicherzustellen, dass unter sozial- und ökologisch vertretbaren Bedingungen produzierte Waren der Entwicklungs- und Schwellenländer auch den europäischen Markt erreichen können. Mit Beginn der deutschen Ratspräsidentschaft wird erstmals eine "Dreierpräsidentschaft" entstehen. Deutschland wird mit den beiden Mitgliedstaaten, die in der Ratspräsidentschaft folgen - Portugal und Slowenien -, über den Halbjahresrhythmus hinaus Vorhaben abstimmen. Die schafft nach Auffassung der Diakonie eine gute Voraussetzung für nachhaltigere Politikgestaltung in der EU und Stärkung des sozialen Zusammenhalts.

Das Eckpunktepapier der Diakonie "Erwartungen an die deutsche EU- Ratspräsidentschaft 2007" kann ab sofort in der Pressestelle angefordert werden.

Zum Eckpunktepapier: www.diakonie.de/texte

Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. Barbara-Maria Vahl Pressesprecherin
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Briefe an die "Himmelsthür" - (mit Bild) - Tausende von Kinder schreiben an den Weihnachtsmann in Hildesheim

Von Michael Grau (epd)

Hildesheim (epd). Saskia möchte es ganz genau wissen: "Viele Kinder lachen immer, weil ich noch an dich denke und glaube", schreibt die Siebenjährige aus Aurich an den Weihnachtsmann. "Mit diesem Brief hoffe ich, dass ich den Kindern, die nicht mehr an dich glauben, beweisen kann, dass das nicht stimmt." Briefe wie dieser treffen derzeit tausendfach im "Himmlischen Postamt Himmelsthür" in Hildesheim ein. Und der pensionierte Postbeamte Karlheinz Dünker (63) versucht, möglichst alle zu beantworten.

Seit 32 Jahren ist Dünker der Weihnachtsmann im Postamt an der "Himmelsthür", einem von sieben weihnachtlichen Postämtern in Deutschland. Rund 50.000 Briefe an den Weihnachtsmann oder das Christkind werden bis zum Heiligabend in seinem Büro ankommen, das nicht im Stadtteil Himmelsthür, sondern direkt neben dem Hauptpostamt liegt. "Allein rund 100 Vereine, Schulklassen und Kindergärten schreiben uns täglich." Die Briefe stammen aus ganz Deutschland, aber auch aus Frankreich, Polen oder den USA. "Der weiteste Brief kam in diesem Jahr aus Malaysia."

Für sie alle steckt der Weihnachtsmann ein Faltblatt mit einer Geschichte in einen Umschlag, der mit Weihnachtsmarken und einem Sonderstempel versehen wird. Damit er das schafft, helfen ihm seine sieben "Engel": Claudia, Melanie, Katrin, Ulrike, Anita und Michaela, Frauen zwischen 20 und 30. Viele Kinder haben ihren Briefen Bilder vom Weihnachtsmann oder selbstgebastelte Sterne beigelegt. "Toll, Dein Bild", schreibt der Weihnachtsmann dann per Hand auf den Antwortbrief. "Es wäre doch schade, wenn er so etwas Schönes ignorieren würde", erzählt Dünker.

Auch Kindern wie Saskia aus Aurich antwortet der Weihnachtsmann persönlich: "Lieb von Dir, dass Du an mich glaubst, denn im Herzen glaubt man." Die meisten Kinder äußern allerdings ziemlich materielle Wünsche. In diesem Jahr steht die Digitalkamera ganz oben, gefolgt vom MP3-Player und dem Gameboy.

Auch ferngesteuerte Autos, Spielzeug-Gitarren mit Mikrofon und Bettwäsche mit Bildern der Popgruppe "Tokio Hotel" stehen hoch im Kurs. Zurückgefallen sind das Handy, das im vergangenen Jahr die Wunschliste anführte, und das Einrad. "Alle Wünsche werden ins Goldene Buch eingetragen", versichert der Weihnachtsmann: "Was dann daraus wird, ist eine andere Sache."

Manchmal erhält Dünker auch Briefe, die ihn persönlich bewegen. "Ich bin sieben Jahre alt und blind", hat Toni aus Rietheim in Blindenschrift geschrieben, und seine Mutter hat den Text in lateinischen Buchstaben darunter gesetzt. "Mir geht es gut, und ich bin großer Fußball-Fan." Toni spielt selbst und geht gern ins Stadion des VfB Stuttgart. Vom Weihnachtsmann wünscht er sich ein Schiffsmodell, einen Akku-Schrauber und eine VfB-Mütze.

Das Problem: Toni hat vergessen, seine Adresse anzugeben. "Da wird der Weihnachtsmann ganz traurig, denn er kann nicht antworten", sagt Dünker. "Es wäre schön, wenn sich Toni noch einmal melden würde."

(epd Niedersachsen-Bremen/b3445/14.12.06)
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