Kirchensenat entscheidet über Sitz von Landessuperintendenten / Reaktionen

Nachricht 14. Dezember 2006

-> Pressemitteilung der Landeskirche / Stellungnahme der Landesbischöfin

Hannover (epd). Der Kirchensenat der hannoverschen Landeskirche hat am Mittwochabend weitreichende Beschlüsse zur künftigen Struktur der Landeskirche gefasst. Der bisherige Amtssitz der Landessuperintendentur Ostfriesland werde zum 1. August 2007 von Aurich nach Emden verlegt, teilte die Pressestelle am Donnerstag mit. Neuer Regionalbischof des Sprengels Osnabrück werde zum 1. September Burghard Krause, der bisher den Sprengel Göttingen leitete. Der Sprengel Göttingen wird mit dem Sprengel Hildesheim zusammengelegt und künftig vom Hildesheimer Landessuperintendenten Eckhard Gorka mit versehen.

Landesbischöfin Margot Käßmann sagte, dass Landessynode und Kirchensenat die Pflicht hätten, derartige Weichenstellungen zu veranlassen. Die Synode hatte vor wenigen Wochen auf ihrer Herbsttagung entschieden, die Zahl der Sprengel von jetzt acht auf sechs zu reduzieren. Zum 1. Juli 2007 wird der Sprengel Calenberg-Hoya aufgelöst, seine Kirchenkreise werden in die Sprengel Hannover und Hildesheim-Göttingen eingegliedert. Die Kirchenkreise Gifhorn und Wolfsburg, bisher Sprengel Hildesheim, gehen zum Sprengel Lüneburg.

Der Sprengel Ostfriesland wird um den Kirchenkreis Emsland-Bentheim erweitert, der bisher zum Sprengel Osnabrück gehörte. Die Osnabrücker Landessuperintendentin Doris Janssen-Reschke wird nach Angaben der Pressestelle am 31. August in den Ruhestand gehen. Über die Nachfolge der ostfriesischen Regionalbischöfin Oda-Gebbine Holze-Stäblein, die sich einen Monat vorher in den Ruhestand verabschiedet, sei noch nicht entschieden worden.

Die Bischöfin betonte, es sei für alle Beteiligten in der Kirchenleitung nicht leicht, notwendige Veränderungen einzuleiten. "Ausdrücklich möchte ich ihnen danken, dass sie den Mut haben, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen und unsere Landeskirche so auf der Grundlage der beschlossenen Einsparmaßnahmen zukunftsfähig zu gestalten."

Die Verlegung des Sitzes der ostfriesischen Landessuperintendentur von Aurich nach Emden solle gewährleisten, dass mit dem neuen Zuschnitt des Sprengels der Kirchenkreis Emsland-Bentheim besser angebunden sei, sagte Käßmann. Ausdrücklich dankte die Bischöfin dem bisherigen Göttinger Regionalbischof Krause und seinem Hildesheimer Kollegen Gorka. Beide seien nicht in ein Konkurrenzverhältnis zueinander eingetreten, sondern hätten die "für sie nicht einfache Diskussion in großer Solidarität geführt".

Der Kirchensenat der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ist ein "Runder Tisch", an dem die Vertreterinnen und Vertreter der Kirchenleitung über alle Fragen des kirchlichen Lebens beraten. Die Mitglieder kommen aus der Synode und aus der Landeskirche. Außerdem sind der Präsident des Landeskirchenamtes, der Vorsitzende des Landessynodalausschusses, ein Theologe aus dem Landeskirchenamt und ein Landessuperintendent vertreten. Den Vorsitz hat die Bischöfin.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3458/14.12.06)
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+++ Pressemitteilung der Landeskirche +++

Der Kirchensenat der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hat in seiner Sitzung am 13.12.2006 folgende Beschlüsse gefasst:

1. Der Amtssitz der Landessuperintendentur des Sprengels Ostfriesland wird zum 1.8.2007 von Aurich nach Emden verlegt.

2. Der Amtssitz der Landessuperintendentur des neuen Sprengels Hildesheim-Göttingen ist ab 1.7.2007 Hildesheim.

3. Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim-Göttingen wird der bisherige Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim, Eckhard Gorka.

4. Der derzeitige Landessuperintendent des Sprengels Göttingen, Dr. Burghard Krause wird zum 1.9.2007 Nachfolger von Doris Janssen-Reschke, Landessuperintendentin des Sprengels Osnabrück. Sie tritt nach Erreichen des 63.Lebensjahres am 31.8.2007 auf ihren Antrag in den Ruhestand.

Die Landessynode hatte in ihrer Herbstsitzung 2005 unter anderem beschlossen, die Zahl der Sprengel von derzeit acht auf sechs zu reduzieren. Im November 2006 legte die Landessynode die Grenzen der neuen Sprengel fest. Zum 1.7.2007 wird der Sprengel Calenberg-Hoya aufgelöst. Die Kirchenkreise Grafschaft Schaumburg, Nienburg und Stolzenau-Loccum gehören künftig zum Sprengel Hannover. Der Kirchenkreis Hameln-Pyrmont wird in den Sprengel Hildesheim-Göttingen eingegliedert.
Der Sprengel Ostfriesland wird um den Kirchenkreis Emsland-Bentheim erweitert.
Aus dem bisherigen Sprengel Hildesheim werden die Kirchenkreise Gifhorn und Wolfsburg in den Sprengel Lüneburg umgegliedert.

Nach Artikel 105 der Kirchenverfassung obliegt es dem Kirchensenat als einem der sechs kirchenleitenden Organe, den Amtssitz der Landessuperintendenturen und deren Besetzung vor zu nehmen.

Über die Nachfolge von Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein (Aurich), die zum 31.7.2007 mit Vollendung des 65. Lebensjahres in den Ruhestand tritt, wurde noch nicht entschieden.

Hannover, 14.12.2006 - Pressestelle der Landeskirche

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Stellungnahme von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann
Hannover, 14. Dezember 2006

Der Senat der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hat gestern Abend - wie bereits vor wenigen Wochen die Landessynode – weit reichende Beschlüsse gefasst:

1. Der Sitz der Landessuperintendentur für den Sprengel Ostfriesland wird von Aurich nach Emden verlegt,

2. Sitz der Landessuperintendentur für den neuen Süd-Sprengel wird Hildes-heim, Landessuperintendent wird Eckhard Gorka,

3. Dr. Burghard Krause wird zum 1. 9. 2007 zum Landessuperintendenten für den Sprengel Osnabrück ernannt.

Mir ist deutlich, dass diese Entscheidungen auch Diskussionen auslösen. Aber laut Verfassung unserer Kirche haben Landessynode und Kirchensenat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, derartige Weichenstellungen zu veranlassen.

Es ist für alle Beteiligten in der Kirchenleitung, seien sie hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig, nicht leicht, notwendige Veränderungen einzuleiten. Ausdrücklich möchte ich ihnen danken, dass sie den Mut haben, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen und unsere Landeskirche auf diese Weise auf der Grundlage der beschlossenen Einsparmassnahmen (Aktenstück 98 der Landessynode) zukunftsfähig zu gestalten.

Die Verlegung des Sitzes der Landessuperintendentur für den Sprengel Ostfriesland von Aurich nach Emden soll gewährleisten, dass mit dem neuen Zuschnitt des Sprengels der Kirchenkreis Emsland-Bentheim besser angebunden ist und das Zusammenwachsen zu einer neuen Einheit erleichtert wird. Zudem bleibt auf diese Weise in dieser wichtigen Stadt auf Dauer die Präsenz der Landeskirche erkennbar.

Die Argumente für den Sitz der Landessuperintendentur im neuen Süd-Sprengel wurden auch mit Blick auf etliche Eingaben intensiv beraten. Die Entscheidung fiel für Hildesheim. Anschließend wurde Eckhard Gorka zum Landessuperintendenten des neuen Sprengels ernannt. Dr. Burghard Krause wurde zum 1.9.2007 mit seiner Zustimmung die Stelle des Landessuperintendenten für den Sprengel Osnabrück übertragen.

Ich möchte den Landessuperintendenten Gorka und Dr. Krause ausdrücklich für Ihre Amtsführung danken. Zudem finde ich beachtlich, dass beide nicht in ein Konkurrenzverhältnis zueinander getreten sind, sondern in großer Solidarität die für sie nicht einfache Diskussion wahrgenommen haben.

Landessuperintendent Dr. Krause danke ich zudem dafür, dass er die mit dem Wechsel verbundenen Belastungen auf sich nimmt. Landessuperintendent Gorka wird offen auf den Sprengel Göttingen zugehen, um die neue Verbindung konstruktiv zu gestalten.
Die Landessuperintendenten Gorka und Dr. Krause haben die Entscheidung des Kirchensenates wie folgt kommentiert:

„Wir haben Respekt davor, dass die Mitglieder des Kirchensenates die Entscheidung über den Sitz des Sprengels gründlich beraten haben. Wir bedauern, lieb Gewordenes aufgeben zu müssen. Wir gehen mit Offenheit und positiver Erwartung in die für uns jeweils unterschiedliche neue Konstellation und erhoffen diese Offenheit auch von den Kirchenkreisen und Gemeinden der neuen Sprengelzuschnitte. Wir werden uns dafür einsetzen, dass zusammenwächst, was bisher nicht zusammengehört. Wir sind dankbar, dass uns gerade in schwieriger Zeit brüderliche Gemeinschaft erhalten blieb.“
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Landessuperintendenten zuversichtlich über neue Aufgaben

Hildesheim/Göttingen/Osnabrück (epd). Die evangelischen Landessuperintendenten von Hildesheim und Göttingen, Eckhard Gorka und Burghard Krause, haben sich zuversichtlich über ihre künftigen Aufgaben in den neu zugeschnittenen Kirchensprengeln geäußert. "Wir gehen mit Offenheit und positiver Erwartung in die für uns jeweils unterschiedliche neue Konstellation", erklärten die beiden Regionalbischöfe am Donnerstag: "Wir werden uns dafür einsetzen, dass zusammenwächst, was bisher nicht zusammengehört."

Der Kirchensenat der hannoverschen Landeskirche hatte am Mittwochabend über den künftigen Amtssitz der Regionalbischöfe entschieden. Danach leitet Eckhard Gorka von Hildesheim aus künftig den neuen Sprengel Hildesheim-Göttingen, der mit 431 Gemeinden der größte von sechs Bezirken der Landeskirche sein wird. Die bisher selbstständigen Sprengel Hildesheim und Göttingen werden im Juli 2007 vereinigt.

Burghard Krause, bisher in Göttingen tätig, übernimmt die Leitung des Sprengels Osnabrück mit 120 Gemeinden. Dieser reicht von Osnabrück bis an den Südrand von Bremen. "Wir bedauern, lieb Gewordenes aufgeben zu müssen", erklärten er und Gorka. Sie erhofften sich nun Offenheit von den Kirchenkreisen und Gemeinden der Sprengel. Beide bekundeten ihren Respekt für die Entscheidung des Kirchensenates, die nach gründlicher Beratung gefallen sei. Sie zeigten sich zugleich dankbar, dass in schwieriger Zeit "brüderliche Gemeinschaft" erhalten geblieben sei.

In der Kirche war ausführlich diskutiert worden, ob Hildesheim oder Göttingen künftig Sitz des Regionalbischofs im größten Sprengel sein sollte. Befürworter Göttingens hatten ein kirchliches Gegenüber zur Universität gefordert. Befürworter Hildesheims machten geltend, dass ein evangelisches Gegenüber zum katholischen Bischof nötig sei.

Die Landessuperintendentinnen von Osnabrück und Ostfriesland, Doris Janssen-Reschke und Oda-Gebbine Holze-Stäblein, waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch für diese beiden Sprengel sind Änderungen beschlossen worden.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3463/14.12.06)

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Emden löst Aurich als Sprengelsitz in Ostfriesland ab

Aurich/Emden (epd). Die ostfriesische Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein hat die Verlegung des Sprengelsitzes von Aurich nach Emden als Folge der Erweiterung ihres Sprengels begrüßt. Mit der Anbindung des Kirchenkreises Emsland-Bentheim habe ein verkehrstechnisch besser erreichbarer Amtssitz gefunden werden müssen. "Da bietet sich Emden einfach an", sagte die lutherische Regionalbischöfin am Donnerstag dem epd. Mit einem Umzug sei frühestens im August kommenden Jahres zu rechnen.

Die Menschen des neuen südlichen Kirchenkreises Emsland-Bentheim seien bei den Ostfriesen herzlich willkommen, betonte Holze-Stäblein: "Wir können zwar die räumliche Entfernung nicht verändern, wohl aber die innere Distanz verkleinern." Mit der Erweiterung gewönnen für die Lutheraner im größeren Sprengel Ostfriesland neben den Reformierten nun auch die Katholiken als dritte Konfession an Gewicht. Sie bilden die Mehrheit in Emsland-Bentheim. "Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen", sagte die Theologin.
(epd Niedersachsen-Bremen/b3474/14.12.06)

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