Auf einen Blick (13.12.)

Nachricht 13. Dezember 2006

Von der Leyen wirbt für christlichen Jugendkongress

Bremen (epd). Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat die Schirmherrschaft für den christlichen Jugendkongress "Christival" vom 30. April bis 4. Mai 2008 in Bremen übernommen. Sie schätze die wertgebundene Arbeit der christlichen Jugendverbände, heißt es in einer Stellungnahme der CDU-Politikerin vom Mittwoch. Zu dem missionarischen Treffen unter dem Motto "Jesus bewegt" erwarten die Organisatoren aus evangelischen Kirchen, Werken und Verbänden etwa 20.000 Jugendliche.

Der größtenteils aus Spenden finanzierte Kongress wolle Jugendliche ermutigen, sich dem christlichen Glauben zu nähern und in ihren Kirchengemeinden mitzuarbeiten, sagte "Christival"-Vorsitzender Roland Werner. "Wir wollen Impulse der Hoffnung setzen und ein neues Feuer in der kirchlichen Jugendarbeit entfachen." Dies solle in mehr als 150 Workshops, Seminaren, Gesprächsforen sowie mit elf großen Abend-Festivals geschehen.

Die Gäste sollen in Schulen und Turnhallen sowie auf Zelt- und Campingplätzen untergebracht werden. Das "Christival" gilt als Probelauf für den Deutschen Evangelischen Kirchentag, der 2009 ebenfalls in Bremen geplant ist. "Christival"-Kongresse gab es bisher 1976 in Essen, 1988 in Nürnberg und 1996 in Dresden. Zum jüngsten Treffen vor drei Jahren in Kassel kamen rund 22.000 Jugendliche. (Internet: www.christival.de)

(epd Niedersachsen-Bremen/b3447/13.12.06)
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Klaus Hoffmann erhält Bundesverdienstkreuz

Hannover/Wolfenbüttel (epd). Der Theaterwissenschaftler Klaus Hoffmann wird mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Er erhalte die Auszeichnung für sein langjähriges und sachkundiges ehrenamtliches Engagement für kulturelle Bildung, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater in Hannover mit, deren Vorsitzender der 67-Jährige seit 1987 ist. Hoffmann leitete bis 2004 das Zentrum Medien Kunst Kultur der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Klaus Hoffmann wirkte maßgeblich bei der Einführung eines Studienganges Darstellendes Spiel mit, der bundesweit erstmalig von Hochschulen in Hannover, Braunschweig und Hildesheim angeboten wird. Als Gründer und langjähriger Vorsitzender der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen sorgte er mit dafür, dass Theater zu einem anerkannten Element schulischer und außerschulischer Jugendbildung wurde.

Bundesweit setzt Hoffmann der Mitteilung zufolge wichtige Impulse für die Verbindung von Kultur und Bildung als Vorsitzender der Trägervereins der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Der Orden wird ihm am Freitag in Hannover von der stellvertretenden Präsidentin der Region Hannover, Angelika Walther, übergeben.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3434/12.12.06)
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Akademie Loccum mit erneuerter Studienleitung

Loccum (epd). Die Evangelische Akademie Loccum geht mit einer erneuerten Studienleitung in das neue Jahr. Im Januar wird der Kulturwissenschaftler Albert Drews neuer Studienleiter für Kulturpolitik, politische Kultur und Medien, teilte die Akademie am Mittwoch mit. Er wird Nachfolger des im Mai verstorbenen Hans-Peter Burmeister. Zudem hat die Akademie Mitte Dezember drei weitere neue Studienleiter eingeführt.

Der Theologe Martin Laube übernimmt die Nachfolge von Ellen Ueberschär als Studienleiter für Theologie, Ethik und Geschichte. Ueberschär wurde im Juli Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Fulda. Die Historikerin Corinna Hauswedell ist neue Studienleiterin für Internationale Politik und Konflikte und damit Nachfolgerin von Jörg Calließ, der in den Ruhestand ging. Die Politikwissenschaftlerin Susanne Benzler ist neue Studienleiterin für Jugendbildung.

Die Akademie hat insgesamt zwölf Studienleiter. Ihr Direktor ist seit 1994 der Politologe und Germanist Fritz Erich Anhelm.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3437/13.12.06)
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Akademie Loccum nimmt Jugend und Bildung in den Blick

Loccum (epd). Fragen von Jugend und Bildung stehen im Mittelpunkt des Programms der Evangelischen Akademie Loccum im ersten Halbjahr 2007. So beschäftigt sich eine Tagung im April mit dem "Kampf gegen den Rechtsextremismus": Es stelle sich die Frage, ob die derzeitigen Präventionsprogramme wirklich geeignet seien, um Jugendliche vor dem Abdriften in rechte Milieus zu bewahren, heißt es im neuen Programmheft.

Weitere Tagungen beschäftigen sich mit der Zukunft der Lehrerbildung und der Jugendarbeit, mit der Gesundheit Jugendlicher, mit der beruflichen Integrationsförderung für Jugendliche und mit dem Jugendstrafvollzug. Eine Tagung im Mai fragt nach der sozialen Gerechtigkeit im Bildungswesen.

Zudem sind zwei Tagungen für Schüler über Martin Luther und über Russland, eine Tagung zu Solaranlagen an Schulen sowie drei Tagungen für Kinder geplant. Das Halbjahres-programm führt insgesamt 39 Seminare auf, unter ihnen vier des Freundeskreises der Akademie und sieben des Loccumer Arbeitskreises für Meditation. (Internet: www.loccum.de)

(epd Niedersachsen-Bremen/b3424/12.12.06)
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Fast 190.000 Euro für Orgel-Renovierung gespendet

Göttingen (epd). Die evangelische Göttinger Innenstadtgemeinde St. Jacobi hat mit Benefizkonzerten, Patenschaften für einzelne Orgelpfeifen und vielen weiteren Aktionen bislang mehr als 186.000 Euro für die Renovierung ihrer Kirchenorgel gesammelt. Für die Sanierung des Instrumentes sind insgesamt 380.000 Euro nötig, sagte Kantor Stefan Kordes am Dienstag. An den Kosten beteilige sich auch die hannoversche Landeskirche.

Mit der Renovierung hat die Gemeinde den Orgelbaumeister Siegfried Schmid aus dem Allgäu beauftragt. Gegenwärtig werden 500 neue Pfeifen eingebaut, darunter 30 bis zu fünf Meter hohe Holzpfeifen, die das klangliche Fundament erweitern sollen. Die Patenschaften für diese großen Pfeifen kosten 900 Euro, die Spender werden auf Wunsch auf einer Tafel erwähnt (Internet: www.jacobikantorei.de).

(epd Niedersachsen-Bremen/b3430/12.12.06)
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Evangelisches Bildungszentrum legt neues Programm vor

Bad Bederkesa (epd). Der Klimawandel, die Familienpolitik und die Bevölkerungsentwicklung gehören zu den Schwerpunkten im neuen Jahresprogramm des Evangelischen Bildungszentrums Bad Bederkesa. In Foren und Seminaren sollten gemeinsam mit Experten Handlungsperspektiven erarbeitet werden, sagte bei der Vorstellung am Montag der Leiter des Zentrums, Jörg Matzen.

Das Bildungszentrum plant rund 170 Veranstaltungen in acht Themenfeldern. Dazu gehören Seminare, Kurse und Workshops für Berufsgruppen genauso wie für Ehrenamtliche und für Familien. Besonders erfolgreich seien Kurse zur beruflichen Orientierung für Abiturienten, sagte Matzen. Weitere Schwerpunkte sind Angebote zu Sterben, Tod und Trauer, zur Vorschulpädagogik für Kinder und ein Anti-Gewalt-Training für Lehrkräfte.

Im Auftrag der hannoverschen Landeskirche organisiert Bad Bederkesa eine Weiterbildung zum Freiwilligen-Manager. Breiten Raum nehmen Kurse für Frauen sowie Seminare zu Kunst, Kultur und Kreativität ein. Sie seien "nicht Hobbybildung, sondern förderten das kreative Potential, das dabei hilft, das Leben zu bewältigen", sagte Matzen.

Das Bildungszentrum, das 2007 sein 25-jähriges Bestehen feiert, arbeitet zunehmend mit anderen Institutionen zusammen. Dazu gehören Universitäten, Organisationen aus Kirche und Diakonie sowie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Das Programm kann unter Telefon 04745/9495-0 angefordert werden, Internet: www.ev-bildungszentrum.de.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3422/11.12.06)
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Broschüre informiert über Pilgern und Einkehr

Celle/Hannover (epd). Das Interesse an spirituellen Angeboten wie Pilgerwegen, Einkehrtagen und geistlichen Übungen nimmt nach Erfahrungen des Celler Pastors Gabriel-Alexander Reschke zu. "Viele Menschen arbeiten dabei sehr intensiv an sich, weil sie unbeantwortete Lebensfragen haben", sagte Reschke am Mittwoch. Der Pastor stellt für die hannoversche Landeskirche Angebote in einem 56-seitigen Heft zusammen, das jetzt erschienen ist.

Auch wenn die kirchliche Bindung der Menschen abnehme, seien viele doch auf der Suche nach religiösem Erleben, sagte Reschke. "Sie brauchen seelische Entlastung und das Gefühl, aufgehoben zu sein." Viele suchten durch innere Einkehr Klärung über den eigenen Lebensweg und ihre berufliche oder private Zukunft, berichtete der Pastor. In den Medien hätten in den vergangenen Jahren spirituelle Themen wie das Pilgern ebenfalls einen Boom erlebt.

Das Heft "Meditation, Einkehr, Exerzitien, Pilgerwege" ist vom "Haus Kirchlicher Dienste" der Landeskirche in Hannover (Telefon 0511/1241-557 oder 05141/9782395) in einer Auflage von 6.500 Exemplaren veröffentlicht worden. Es informiert über Tageszeitengebete, Pilgerwege, Segnungsgottesdienste, Einkehr- und Fastentage. Anbieter sind unter anderem Tagungsstätten oder Klöster und Stifte.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3441/13.12.06)
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Von Pilgern, Zauberschen und Kirchenkampf
Aufsatzsammlung zur Kirchengeschichte im Elbe-Weser-Raum erschienen

Stade/Elbe-Weser-Raum. Der Ringstedter Theologe Johannes Göhler hat unter dem Titel „Wege des Glaubens – Beiträge zu einer Kirchengeschichte des Landes zwischen Elbe und Weser“ ein neues Buch veröffentlicht. Im Verlag des Landschaftsverbandes Stade ist diese umfassende Aufsatzsammlung zur bewegten regionalen Geschichte erschienen.

Die Beiträge spannen einen weiten Bogen von der Christianisierung der Sachsen im 8. Jahrhundert n.Chr. bis zu den Kirchenkämpfen in der NS-Zeit der 1930er Jahre. Sie beschreiben sehr unterschiedliche „Wege des Glaubens“, wie z.B. den der mittelalterlichen Friesen, die eine glühende Marienverehrung praktizierten. Aber auch die über mehrere Jahrhunderte hin populäre Pilgerfahrt zur einsamen Kapelle St. Joost bei Lamstedt wird ausführlich beschrieben. Genauso wie die Tradition der Reformierten des damaligen Amtes Bederkesa nur noch in bildlosen Gotteshäusern zu beten.

Johannes Göhler geht darüber hinaus auf altgermanische Rechtsvorstellungen ein, nach denen die Wurster bis ins 16. Jahrhundert unter der Losung „Frye slagen, frye betern“ (übersetzt etwa: „Freier Todschlag, freies bezahlen“) an einer sozusagen „privaten“, außergerichtlichen Regelung festhielten. Diese sah einen genau festgelegten Geldbetrag für verschiedene Formen von Körperverletzung bis hin zum Todschlag vor.

Interpretationen von Siegelabbildungen aus Stedingen und Wulsdorf führen dagegen auf die Spuren einer bäuerlichen Frömmigkeit, die in Christus weniger den Weltenrichter, als den barmherzigen Freund der Mühseligen und Beladenen sah. Eine Abhandlung beschäftigt sich mit dem religiösen Publizisten und Seher Paul Felgenhauer, der während des 30jährigen Krieges 18 Jahre in Bederkesa lebte und hier als Medikus wirkte.

In der Aufsatzsammlung findet sich aber auch ein Kapitel, in dem anhand der regional betriebenen Hexenprozesse dem tragischen Schicksal jener Frauen nachgegangen wird, die man als „Zaubersche“ anklagte und lebendig verbrannte. Dem im Geist der Aufklärung denkenden Rechtenflether Dichter Hermann Allmers, der in heftigster Opposition zu den neulutherischen Eiferern auf den Kanzeln von Osterstade stand und für ein eigenverantwortliches, liberales Christentum eintrat, ist ein weiteres Kapitel gewidmet.

Das 350 Seiten starke, reich illustrierte Buch ist im Buchhandel zum Preis von 24,00 Euro unter der ISBN 978-3-931879-26-6 erhältlich.

www.sprengel-stade.de
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Eberhard Schmidt-Aßmann wird neuer Leiter der FESt

Prof. Eberhard Schmidt-Aßmann wird am Donnerstag, 14. Dezember, in sein Amt als Leiter der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FESt) in Heidelberg eingeführt. Damit tritt er die Nachfolge von Eberhard Jüngel an, der in den Ruhestand geht. Der Reiz der neuen Aufgabe an der FESt liege für ihn darin, seine Erfahrungen im interdisziplinären Diskurs mit dem Engagement für die Evangelische Kirche zu verbinden, so Schmidt-Aßmann. In seiner Einführungs-Rede „Die Grundlagen der Wissenschaft in der Begegnung mit dem Evangelium“ wolle er die große Herausforderung skizzieren, „sich auf den Anspruch der Wissenschaft ebenso wie auf den Zuspruch des Evangeliums“ einzulassen. Er werde entfalten, wie Glaube und Vernunft einander zuzuordnen seien, wie die Wissenschaft „vor den Schranken des Evangeliums“ zu stehen komme und wie sich der einzelne Forscher zwischen „forscherischer Freiheit und selbst gesetztem Zwang“ persönlich einzurichten habe, erklärte der Jurist.

Schmidt-Aßmann versteht sich selbst als Vertreter einer systematischen Rechtswissenschaft, der die Einbindungen seines Faches in historische, ökonomische und internationale Zusammenhänge betont; interdisziplinäres Arbeiten sei daher selbstverständlich für ihn. Seit 1995 ist er ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. 1997/1998 war er Fellow am Wissenschaftskolleg, wo er sich, wie erneut 2004, mit der Steuerung wissenschaftlicher Prozesse durch normative Vorgaben beschäftigte. Konkrete Antworten auf brennende gesellschaftliche Fragen setzten die systematische Klärung von Grundpositionen voraus, meint der Jurist. Davon zeugen seine Publikationen in einem weit gefächerten Spektrum, das Arbeiten zum deutschen Staats- und Verwaltungsrecht, Studien zum Umwelt-, Planungs- und Gesundheitsrecht sowie Veröffentlichungen zum Europarecht umfasst.

Schmidt-Aßmann, 1938 in Celle geboren, studierte Rechtswissenschaften und klassische Philologie an den Universitäten Göttingen und Genf. Nach der Promotion zu einem verfassungsgeschichtlichen Thema habilitierte er sich 1971 in Göttingen für das Fach „Öffentliches Recht“. 1972 wurde er an die Universität Bochum berufen. 1979 folgte er einem Ruf an die Juristische Fakultät der Universität Heidelberg; dort war er bis zu seiner Emeritierung im Frühjahr 2006 Direktor des Instituts für deutsches und europäisches Verwaltungsrecht. 1993 bis 1999 war er Mitglied des Wissenschaftsrats, zudem langjähriger Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Er kündigte an, dass ihm an einer konzentrierten Koordination der Forschungsprojekte der FESt sowie ihrer Vernetzung mit anderen Einrichtungen der universitären und außeruniversitären Forschung gelegen sei. Die Zusammenarbeit mit Kammern der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und den Evangelischen Akademien in Deutschland halte er für besonders wichtig. Entsprechend sieht er in seiner Berufung in die Kammer für Öffentliche Verantwortung der EKD eine gute Gelegenheit, die Arbeiten eines interdisziplinären Forschungsinstituts in konkrete Entscheidungsverfahren einzubringen.

Hannover, 13. Dezember 2006
Pressestelle der EKD
Silke Fauzi