Kirchenkreis Emsland-Bentheim protestiert gegen Wechsel

Nachricht 13. Dezember 2006

Osnabrück/Lingen (epd). Der evangelische Kirchenkreis Emsland-Bentheim will den beschlossenen Wechsel aus dem Sprengel Osnabrück zum Sprengel Ostfriesland nicht einfach hinnehmen. "Wir werden alles versuchen, das zu verhindern", sagte die Vorsitzende des Kirchenkreistages, Gundula Zieschang, am Mittwoch dem epd: "Wir sind kein unbedeutender Kirchenkreis, mit dem man so umgehen kann."

Die hannoversche Landessynode hatte vor wenigen Wochen eine Sprengelreform zum 1. Juli 2007 beschlossen. Der Wechsel des Kirchenkreises Emsland-Bentheim war umstritten und bekam nur eine knappe Mehrheit. Landesbischöfin Margot Käßmann sagte dazu dem epd, dass die Synode die Frage der Sprengel intensiv und durchaus kontrovers beraten habe. Es sei Aufgabe des Kirchenparlaments, Beschlüsse zu fassen, die dann auch gültig seien.

Sie habe im Anschluss alle Mitarbeitenden im Kirchenkreis per Mail informiert, sagte die Bischöfin: "Mir liegt daran, die Frage der Sprengelzuschnitte zu entemotionalisieren." Es sei Nüchternheit angesagt, denn die Zugehörigkeit zu einem Sprengel stehe nicht im Zentrum der kirchlichen Arbeit vor Ort und habe nur begrenzten Einfluss auf die Arbeit eines Kirchenkreises. "So, wie ich die Menschen in Emsland-Bentheim und Ostfriesland kennen gelernt habe, werden sie mit Offenheit aufeinander zugehen und die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam annehmen."

Gundula Zieschang sagte, sie sei vor allem auch darüber verärgert, dass die Entscheidung über die Köpfe der Betroffenen hinweg getroffen worden sei. Auch Superintendent Günther Schwarz aus Meppen sagte: "Wir sind betroffen, dass wir nicht einbezogen wurden." Zudem sei ihm der Grund für den Wechsel nicht klar. "Es wird kein Pfennig Geld gespart." Allerdings wolle er zunächst abwarten, was der neue Kirchenkreistag dazu sage, der im Februar erstmals tage.

Die Osnabrücker Landessuperintendentin Doris Janssen-Reschke zeigte sich ebenfalls enttäuscht: "Es ist beschämend für die Landeskirche, dass die Betroffenen nicht beteiligt worden sind." Die Sprengelreform sei ein Grund gewesen, weshalb sie zum 1. Juli 2007 ihre Versetzung in den Ruhestand beantragt habe.

Die Entscheidung sei bereits im Vorhinein "festgezurrt" gewesen, kritisierte Janssen-Reschke. Der Sprengel Ostfriesland habe selbstständig bleiben wollen. Nun sei er mit dem neuen Kirchenkreis so groß, dass sein Bestand nicht mehr in Gefahr sei. Eine Zusammenlegung der Sprengel Ostfriesland und Osnabrück war von den Ostfriesen strikt abgelehnt worden.

Der Kirchenkreis Emsland-Bentheim passe mit seiner starken ökumenischen Ausrichtung nicht nach Ostfriesland, wo es so gut wie keine Katholiken gebe, sagte die Regionalbischöfin: "Die Menschen sind dort mit ihren besonderen Problemen total isoliert."

(epd Niedersachsen-Bremen/b3429/13.12.06)
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