Auf einen Blick (11.12.)

Nachricht 11. Dezember 2006

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Das Thema der Woche: Brot für die Welt
Brot für die Welt: fairgeben, fairsorgen, fairteilen
ekn / Renate Baumgart für Hit-Radio Antenne

Brot für die Welt, das ist die Spendenaktion der evangelischen Kirche. Das Motto heißt in diesem Jahr „Gottes Spielregeln für eine gerechte Welt“. Renate Baumgart hat einen Laden in Hannover ausfindig gemacht, der sich an dieses Motto hält und vor allem tolle Sachen aus der sogenannten Dritten Welt verkauft. Renate, was ist das genau für ein Laden? ... -> anhören (mp3-Datei, 2 MB)
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Oberbürgermeister für Göttingen als Sprengelsitz

Göttingen (epd). In den Streit um den Sitz des künftigen Großsprengels Göttingen-Hildesheim hat sich nun auch der Göttinger Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) eingeschaltet. In einem Schreiben an die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann und den Kirchensenat sprach sich Meyer nachdrücklich für Göttingen als Sitz des Landessuperintendenten aus.

Die Synode der Landeskirche hatte beschlossen, die Zahl der Sprengel aus finanziellen Gründen von acht auf sechs zu verringern. Im Rahmen dieser Maßnahme sollen die Kirchenbezirke Göttingen und Hildesheim zusammengelegt werden. Über den Sitz des Sprengels will der Kirchensenat noch in dieser Woche entscheiden.

Mit einer Entscheidung für einen Sprengelsitz in Hildesheim würde sich die Landeskirche "de facto in ein Kerngebiet Hannover und Umfeld zurückziehen", erklärte Meyer. In dieser Region sei sie aber schon durch den Bischofssitz besonders stark vertreten: "Dies wäre aus dem Blickwinkel Südniedersachsens schwer nachzuvollziehen."

Traditionell pflegten sowohl die Stadt Göttingen als auch die regionalen Politiker und Wirtschaftsvertreter einen intensiven Austausch mit dem Landessuperintendenten, heißt es in dem Brief. "Bei einer Verlagerung der zuständigen Landessuperintendentur nach Hildesheim wäre dieser enge Kontakt zukünftig nur sehr bedingt möglich". Die Stellung der evangelischen Kirche in der Region Göttingen mit ihren 550.000 Einwohnern dürfe nicht geschwächt werden.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3425/11.12.06)
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Kriegskinder – wenn die Erinnerung zur Qual wird

„Offen gesagt …“ die christliche Talksendung aus der St. Pauli Kirche Hamburg mit Moderator Pastor Jan Dieckmann am 1. Weihnachtstag, 25. Dezember um 16.30 Uhr im NDR Fernsehen

Über sechzig Jahre nach Kriegsende werden bei vielen älteren Menschen wieder schreckliche Erinnerungen wach. Lange verdrängte Erlebnisse aus der Kriegskindheit kehren zurück. Sie haben Albträume, sind leicht reizbar und bekommen Wutausbrüche. Manche müssen bei Psychotherapeuten Hilfe suchen, weil sie keinen Sirenenlärm mehr ertragen oder panisch werden, wenn sie Feuer sehen.

Wie erinnern die Kriegskinder Weihnachten auf der Flucht oder im Luftschutzbunker? Wie gehen die Betroffenen mit ihren Erinnerungen um? Gibt es eine Chance, die erlebten Gräuel zu verarbeiten?

Darüber spricht Pastor Jan Dieckmann mit seinen Gästen bei „Offen gesagt“: Mit Sigrid Baschek (67), sie ist als Fünfjährige auf der Flucht aus Masuren nur um Haaresbreite den Fliegerbomben entkommen. Das hat sie viele Jahre später krank werden lassen. Und mit Lothar Redlin (71), er hat als Junge nächtelang in Bunkern ausgeharrt und schließlich kurz vor dem Weihnachtsfest 1943 alles verloren. Da war er 8 Jahre alt.

Infos: www.fernsehkirche.de
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Buch über Protestantismus und soziale Bewegungen

Göttingen (epd). Im Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht ist ein Buch über den deutschen Protestantismus und die sozialen Bewegungen in den 1960er und 70er Jahren erschienen. In dem Band “Umbrüche” untersuchen mehrere Autorinnen und Autoren, wie sich beide Strömungen wechselseitig beeinflussten, teilte der Verlag am Freitag mit.

In den sozialen Bewegungen waren damals viele evangelische Christen engagiert, darunter auch Persönlichkeiten wie Dorothee Sölle und Helmut Gollwitzer. Bei den Aktionsformen und Strukturen gab es ebenfalls viele Gemeinsamkeiten. Das Buch beschäftigt sich zudem mit den damaligen theologischen Entwürfen und der innerhalb der evangelischen Kirche entstehenden Gegenbewegung. – Siegfried Hermle, Claudia Lepp, Harry Oelke (Hg.): Umbrüche. Der deutsche Protestantismus und die sozialen Bewegungen in den 1960er und 70er Jahren. 68,90 Euro.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3402/08.12.06)
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Pakete gegen die Einsamkeit hinter Gittern
"Schwarzes Kreuz" beschert zu Weihnachten Häftlinge

Von Karen Miether (epd)

Celle (epd). Volker Müller (Name geändert) hat von seinem letzten Weihnachtsgeschenk eine leere Schachtel aufbewahrt: "Da war Edelschokolade drin. Die hab ich mir eingeteilt, um länger etwas davon zu haben", sagt er. Noch lange hing eine Karte mit guten Wünschen zum Fest neben dem Foto seines Sohnes in Müllers Zelle. Für die Bescherung des Häftlings im Untersuchungsgefängnis Lüneburg hat ein Mensch gesorgt, von dem Müller nicht einmal den Namen kennt.

Seit 53 Jahren ruft die christliche Straffälligenhilfe "Schwarzes Kreuz" (www.schwarzes-kreuz.de) mit Sitz in Celle bundesweit dazu auf, Weihnachtspakete für Gefangene zu spenden. Mehr als 400 Ehrenamtliche engagieren sich in dem bundesweit tätigen Verein. Auf dem Schreibtisch von Mitarbeiterin Anna Schülein stapeln sich die Briefe mit Anfragen aus Justizvollzugsanstalten: "Wer sich bei uns meldet, hat sonst niemanden und kann sich selbst nichts leisten."

Schülein hofft auf 1.000 Geschenke für jeweils mindestens 30 Euro. "Wir sind ein Bindeglied zwischen draußen und drinnen." Die 30-Jährige leitet Adressen und Marken der Vollzugsanstalten weiter, die Spender auf ihre Post kleben müssen. Bis zu drei Pakete dürfen Strafgefangene in der Regel im Jahr empfangen.

Die Frauen und Männer, die überall im Land für die Aktion packen, schicken ihr Geschenk direkt an einen Häftling. Als Absender geben sie aber das Schwarze Kreuz an. So landen auch Dankesbriefe aus den Gefängnissen zunächst bei Schülein: "Die zu lesen und weiterzuleiten ist die schönste Sache."

Rund 50 Geschenke stellen sie und ihre Kollegen selbst zusammen – streng nach den Regeln der Vollzugsanstalten. Bis zu fünf Kilo darf das Weihnachtspaket mit Lebens- und Genussmitteln wiegen. "Tabak, Kaffee, Dauerwurst und Stollen erlauben die meisten", sagt Schülein. Alkohol ist dagegen ebenso tabu wie aus Sicherheitsgründen etwa Walnüsse mit Schale oder Schokoladen-Weihnachtsmänner, die innen hohl sind. In diesem Jahr sei durch aktuelle Vorfälle das Interesse am Strafvollzug besonders groß, sagt Schülein. "Die einen legen das zugunsten unserer Aktion aus und wollen etwas tun, andere lehnen es ab, Straftätern etwas zu schenken." Beate Augustin gehört zu denjenigen, die gleich mehrere Gefangene bescheren: "Ich kaufe, was ich selber mag, und versuche, auf Wünsche einzugehen."

Zum dritten Mal beteiligt sich die 45-Jährige an der Aktion und versucht, andere dafür zu gewinnen. "Die Einsamkeit der Häftlinge ist schrecklich. Wenn man jemanden die Hand reicht, wird er sich eher ändern, als wenn man mit dem Finger auf ihn zeigt", ist sie überzeugt.
In Lüneburg haben Vollzugsbeamte und Ehrenamtliche eine Weihnachtsfeier vorbereitet und Musiker engagiert. Volker Müller wird wohl mitfeiern – wie andere, die niemand besucht. An den Feiertagen muss er die meiste Zeit in seiner Zelle verbringen. Sein Paket vom vergangenen Jahr bleibt ihm in Erinnerung: "Ich war zu Tränen gerührt, dass man hier in Haft nicht vergessen wird."

(epd Niedersachsen-Bremen/b3383/11.12.06)
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Bischof: Sinnsuche ist Herausforderung für die Kirche

Hannover (epd). Der Leitende Bischof der deutschen Lutheraner, Johannes Friedrich (München), hat das wachsende Bedürfnis nach Religion und Spiritualität in der Gesellschaft als "riesige Herausforderung" für die evangelische Kirche bezeichnet. Viele Menschen ließen sich bei ihrer Suche nach Sinn heute jedoch von "obskuren Riten und Praktiken" ansprechen, die für moderne Menschen eigentlich nicht nahelägen, sagte er am Freitag in Hannover. Der bayerische Bischof stellte vor Journalisten die Neuauflage des "Handbuches Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen" vor.

Die Kirche stehe vor der Aufgabe, das Interesse und das Vertrauen dieser Menschen zu gewinnen, ohne selbst solche Praktiken zu verwenden, sagte Friedrich. Das neu bearbeitete lutherische Handbuch sei ein Beitrag dazu: "In dieser zuweilen verworrenen Situation sieht es die Kirche als eine wichtige Aufgabe an, zu Klarheit und Orientierung zu verhelfen." Im Zuge der Globalisierung würden auch in Deutschland Elemente aus anderen Religionen und Kulturen übernommen. Dadurch entstünden neue Gruppen, die nur schwer einer Richtung zuzuordnen seien.

Das Handbuch mit jetzt 1.167 Seiten erscheint seit mehr als 40 Jahren und gilt als Klassiker. Für die sechste Auflage galt ein besonderes Augenmerk der Scientology-Organisation, erläuterte Mitherausgeber Hans Krech. Diese versuche derzeit, über Nachhilfe-Unterricht den Zugang zu Familien zu finden. Besonders im Blick sei auch die Gemeinschaft "Universelles Leben", die durch Plakataktionen gegen die evangelische Kirche hervortrete. - Das Handbuch ist im Auftrag der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) im Gütersloher Verlagshaus erschienen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3411/08.12.06)
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Der Glaube ist keine Privatsache

Hannover – Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg, Frank Otfried July (Stuttgart), hat der Auffassung von immer mehr Kirchenmitgliedern widersprochen, dass der Gottesdienstbesuch für ihren Glauben nicht nötig sei. In einem vorab veröffentlichten Beitrag der "VELKD-Informationen" (Ausgabe vom 12. Dezember) schreibt July, Glaube und Kirche brauchten einander. "Weil die Kirche vom Gemeinschaftsgedanken bestimmt ist, darum kann der Glaube keine Privatsache sein." Der Gemeinschaftsgedanke bedeute ferner, dass die Kirche auch in Zukunft "gesellschaftliche Mitverantwortung" habe. Sie und ihre Mitglieder seien Teil der Gesellschaft und mischten sich produktiv zum Beispiel dort ein, wo Menschen benachteiligt würden. Ausdrücklich bejaht Landesbischof July das Erscheinungsbild einer vielgestaltigen evangelischen Kirche. Pluralismus sei gleichsam etwas Urprotestantisches. Es komme jedoch darauf an, in der Pluralität unverwechselbar zu sein. Dabei gehe es um ein "evangelisches Selbstbewusstsein, das sich insbesondere in der Begegnung mit anderen Konfessionen und Religionen zeigt und sich ihnen gegenüber als tolerant erweist". Er stelle sich eine evangelische Kirche vor, "die sich von den konkreten, empirischen und sich verändernden Wahrnehmungen kirchlichen wie gesellschaftlichen Lebens und Handelns nicht irritieren lässt, sondern die unbeirrt, jedoch flexibel ihren Weg weiter geht und dabei neue Perspektiven entwirft".


Lutherisches Kirchenamt - Pressestelle
www.velkd.de
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Frauenwerk veröffentlicht Jahresprogramm 2007

Hannover/Lüneburg (epd). Das landeskirchliche Frauenwerk hat sein neues Jahresprogramm veröffentlicht. Auf mehr als 50 Seiten werden Seminare zu Bibel, Theologie, Politik und Gesellschaft vorgestellt. Pilgerwege und Meditationskurse gehören ebenfalls zu den Angeboten.

Neu seien Grundlagenkurse für Frauen, die ehrenamtlich tätig sind, sagte die Referentin des Frauenwerks in der Region Lüneburg, Perdita Wünsch. In der hannoverschen Landeskirche engagierten sich rund 3.000 Frauen für die Frauenarbeit in Gruppen und Gemeinden.

Das Frauenwerk ist eine Fachstelle im "Haus kirchlicher Dienste" der Landeskirche. In der Zentrale in Hannover und sechs Außenstellen unterstützen acht Referentinnen die Arbeit der Ehrenamtlichen. Das neue Jahresprogramm kann unter Telefon 0511/1241-426 beim Frauenwerk angefordert werden.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3393/07.12.06)
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"Pilz des Jahres" befällt Zellerfelder Kirche

Clausthal-Zellerfeld (epd). Die evangelische St. Salvatoris-Kirche in Zellerfeld ist von Pilz befallen. Das Bauamt der hannoverschen Landeskirche habe das Gebäude zum "Katastrophenfall" erklärt und Mittel für die Beseitigung der Pilzschäden zugesagt, sagte Pastor Christian Kühne am Freitag dem epd. Untersuchungen hätten bestätigt, dass es sich um den "Echten Hausschwamm" handele, der 2004 von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (Pilzkunde) zum "Pilz der Jahres" gewählt worden war.

Der Pilz sei bereits bei laufenden Sanierungsarbeiten Ende September entdeckt worden, berichtete Kühne. Der Pilzbefall erstreckt sich nach Angaben der Gemeinde vor allem über die Wände und Balken im Dachbereich. Auch bereits renovierte Bereiche seien betroffen. Die nur leicht befallenen Stellen sollen nun chemisch behandelt, die stark befallenen Balken müssen weggesägt werden. Wie viel Geld diese Maßnahmen kosten, stehe noch nicht fest.

Der "Echte Hausschwamm" gehört zu den am meisten gefürchteten Schädlingen in Gebäuden. Er greift vor allem Holz an und lässt dabei nur eine bröckelige, braune Substanz zurück.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3396/08.12.06)
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