Hannover: Stadtkirchenverband verabschiedet Haushalt

Nachricht 07. Dezember 2006

Hannover (epd). Der hannoversche Stadtkirchenverband hat am Mittwochabend einen Doppelhaushalt über jeweils 26 Millionen Euro mit sinkender Tendenz für die Jahre 2007 und 2008 verabschiedet. Dazu kommenden fünf eigenständige Wirtschaftspläne mit einem Gesamtumfang von jeweils rund zehn Millionen pro Jahr für die Verwaltung, das Projekt "Kinder, Kirche und Musik", einen Teil der Diakoniestationen sowie die Werkstätten Linden und Süd. Der Leiter der Stadtkirchenkanzlei, Christian Hacke, kündigte weitere unvermeidliche Finanzeinschnitte an.

Die Haushaltsentwürfe seien wieder Übergangslösungen, die die beschlossenen Sparvorgaben noch nicht erfüllten, sagte Hacke. Deshalb würden den Rücklagen möglicherweise bis zu 1,3 Millionen Euro für 2007 und etwa 835.000 Euro für 2008 entnommen werden müssen. Der evangelisch-lutherische Verband hatte im Frühjahr angekündigt, dass er bis 2013 fast die Hälfte seiner landeskirchlichen Zuweisungen einbüßen werde. Dadurch könnten rund 50 der insgesamt 1.200 Stellen wegfallen.

Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann plädierte dafür, die Kirche umzubauen und nicht totzusparen. "Ein Umbau der Kirche führt nicht in eine historische Sackgasse, sondern in eine zukunftsfähige Weite, wenn die Kirche mit allen Kräften inmitten der Krise mutig auf Gott setzt." In der Praxis seien bereits Anfänge gemacht worden. Puschmann nannte die Zusammenlegung von Kirchengemeinden oder die neu gebildete Fachstelle für Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft aus dem ehemaligen Industriepfarramt und Arbeitslosenzentrum.

Die Kirchengemeinden müssten neben der seelsorgerlichen Grundversorgung wie Gottesdienste, Taufen, Trauungen und Beerdigungen auch zunehmend der Vereinzelung und Vereinsamung der Menschen entgegenwirken. Die Gemeinden könnten in ihren Gruppen und Kreisen Heimat und Nestwärme bieten und mit ihren Angeboten Orientierung und Lebenshilfe leisten, sagte Puschmann. Die Gemeinden seien überschaubare Größen, die durch ihre ganzheitlichen Angebote Leib und Seele lebendig hielten.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3385/07.12.06)
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