Neue Diskussion über Sitz des "Südsprengels"

Nachricht 05. Dezember 2006

Göttingen (epd). Nach dem Beschluss über die Vereinigung der evangelischen Sprengel Göttingen und Hildesheim sind Diskussionen über den Sitz des künftigen gemeinsamen Südsprengels entbrannt. "Ich befürchte, dass der Süden noch weiter abgehängt wird, wenn Hildesheim Sprengelsitz wird", sagte der Göttinger Landessuperintendent Burghard Krause am Dienstag dem epd. Er verwies darauf, dass in Göttingen bereits das Evangelische Studienhaus am Kreuzberg den landeskirchlichen Sparzwängen zum Opfer gefallen sei.

Die Synode der hannoverschen Landeskirche hatte in der vergangenen Woche beschlossen, dass die Zahl der Sprengel von gegenwärtig acht auf sechs reduziert wird. Der kleine Sprengel Calenberg-Hoya soll aufgelöst, die Kirchenbezirke Hildesheim und Göttingen sollen zusammengelegt werden. Über den Sitz des Südsprengels und damit des Landessuperintendenten will der Kirchensenat noch im Dezember einen Beschluss fassen.

Die Befürworter von Hildesheim führen vor allem ins Feld, dass die Stadt auch Sitz des katholischen Bischofs ist. Dieser habe dann mit einem Landessuperintendent ein evangelisches "Gegenüber". Im Sprengel Göttingen wird dieses Argument jedoch in Frage gestellt. "Ich weiß nicht, ob sich die evangelische Kirche in dieser Weise an die katholische Kirche anhängen muss, die uns ja gar nicht anerkennt", sagte der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Pastor Bernd Ranke.

Auch die Kommunikation mit der Göttinger Universität und insbesondere ihrer Theologischen Fakultät werde schwieriger, wenn Göttingen nicht mehr Sprengelsitz sei, sagte Landessuperintendent Krause. In den vergangenen Jahren hätten sich auf manchen Ebenen Kontakte und gemeinsame Initiativen entwickelt. So hätten im "Jahr der Bibel" die Fakultät und der Sprengel gemeinsam eine sehr gut besuchte Vorlesungsreihe angeboten.

Zudem gebe es in Göttingen einen "Theo-Stammtisch", an dem theologische Wissenschaftler regelmäßig mit Pastorinnen und Pastoren auch über Fragen der Ausbildung diskutierten. Der Göttinger Landessuperintendent hält auch Kontakt zum Konvent des evangelischen Klosters Bursfelde, der aus Hochschullehrern besteht.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3365/05.12.06)
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