Auf einen Blick (1.12.2006, akt.)

Nachricht 01. Dezember 2006

Landesbischöfin begrüßt Aufenthaltserlaubnis für Kurdin Salame

Hannover/Hildesheim (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover begrüßt, der Kurdin Gazale Salame eine befristete Aufenthaltserlaubnis zu erteilen. "Für mich ist diese Meldung wie ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk", sagte Käßmann am Freitag dem epd. Die vor fast zwei Jahren vom Landkreis Hildesheim abgeschobene Salame darf mit ihren zwei kleinen Kindern nach einem Gerichtsbeschluss zumindest vorübergehend wieder nach Deutschland einreisen.

Das Verwaltungsgericht verpflichtete den Landkreis Hildesheim in einer am Freitag bekannt gemachten Entscheidung, Salame eine befristete Aufenthaltserlaubnis zu erteilen (Az. 1 B 6235/06). Diese solle solange gelten, wie das Gerichtsverfahren über ein Aufenthaltsrecht von Salames Ehemann Ahmed Siala läuft.

Käßmann sagte, sie sei sehr froh, dass das deutsche Recht Familien schütze. Gerade kleine Kinder litten besonders unter einer zwangsweisen Trennung von den Eltern. "Ich bin dem Verwaltungsgericht zutiefst dankbar für diese Entscheidung im Sinne der Menschlichkeit und hoffe, dass Gazale Salame und ihre beiden Kinder so schnell wie möglich nach Deutschland kommen."

Das Verwaltungsgericht hatte in seinem Beschluss klar gemacht, dass eine weitere Trennung der Familie Salame/Siala nicht hinzunehmen sei. Eine so lange Trennung sei insbesondere dem am 31. August 2005 geborenen Sohn nicht zuzumuten, der seinen Vater noch nie gesehen habe. Noch vor wenigen Tagen hatte sich das niedersächsische Innenministerium in einer Stellungnahme gegen eine Wiedereinreise Salames und ihrer Kinder ausgesprochen.

Der Kreis Hildesheim hatte im Februar 2005 die damals schwangere Mutter sowie ihre jüngste Tochter abgeschoben, während ihr Mann die beiden älteren Töchter in den Kindergarten brachte. Die vom Kreis Hildesheim ebenfalls verfügte Abschiebung Sialas war vom Verwaltungsgericht Hannover später für unrechtmäßig erklärt worden.

Der Gesundheitszustand Salames ist nach Angaben des Niedersächsischen Flüchtlingsrates und von Ärzten "besorgniserregend". Ein Psychiater habe bei der Frau eine behandlungsbedürftige Depression und Angststörung mit der Gefahr eines Suizids festgestellt. Das NDR-Fernsehen hatte kürzlich in einer Reportage aus Izmir über die ärmlichen und beengten Lebensverhältnis der Frau und der beiden Kinder berichtet.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3338/01.12.06)
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Sternstunden in Bethlehem -
Adventskalender auf Kinderseite www.kirche-entdecken.de

Am 1. Dezember ist auf der evangelischen Kinder-Website www.kirche-entdecken.de zum zweiten Mal der interaktive Adventskalender gestartet. Jeden Tag bis zum 25. Dezember erfahren die Kinder neue Geschichten rund um die Geburt Jesu und das Leben in der damaligen Zeit.

Viele Kinder glauben mittlerweile, dass an Weihnachten die Geburt des Weihnachtsmannes gefeiert wird. Ist er es doch, der ihnen schon Wochen vor dem Fest von überall her als GeschenkeÜberbringer entgegenlächelt. Der virtuelle Adventskalender auf www.kirche-entdecken.de will diesem Irrglauben etwas entgegensetzen und die Kinder spielerisch an den Ursprung des Weihnachtsfestes erinnern.

Im Mittelpunkt steht die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium. Angereichert wird sie mit Wissenswertem aus der Zeit Jesu. So erfahren die Kinder, wie die Menschen damals gelebt haben, dass das Heilige Land von den Römern besetzt war und auch, warum der Stern von Bethlehem besonders hell strahlte.

Kira, die Kirchenelster, begleitet die Kinder durch die Orte der biblischen Geschichte. Dort öffnen sie jeden Tag ein Päckchen, eine kleine Aufgabe führt sie dann zur Geschichte des Tages. In diesem Jahr gibt es auch ein Buchstabenrätsel in der Weihnachtsgeschichte. Für das richtige Lösungswort winken tolle Preise. Und diese Geschenke kommen nicht vom Weihnachtsmann.

www.kirche-entdecken.de ist das erste Internet-Angebot der evangelischen Kirchen für Kinder im Grundschulalter. Es wurde im Mai 2005 auf dem Kirchentag gestartet. Kinder lernen hier spielerisch den Kirchenraum als Erlebnisraum kennen. Kreativität und Medienkompetenz werden gefördert, der christliche Glauben wird spielerisch vermittelt: Die Kinder können Geschichten aus der Bibel lesen oder hören, Wissenswertes über das Kirchenjahr und über andere Religionen erfahren, ein Bibelquiz lösen und vieles mehr.

Entwickelt und betreut wird www.kirche-entdecken.de von einer Projektgruppe aus Theologen und Medienwissenschaftlern, zu der Johanna Haberer (Universität Erlangen-Nürnberg), Johannes Neukirch (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers), Roland Rosenstock (Universität Greifswald), Marius Strecker (Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern) und Uli Geißler (Amt für Jugendarbeit Nürnberg) gehören. Gefördert wird das Projekt vom Medienfonds der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
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Die Landessynode hat getagt:

-> Berichte, Dokumente, Fotos: www.evlka.de/synode
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Erneut kirchliche Wiedereintrittsstelle im Kaufhaus

Posthausen/Kr. Verden (epd). Die hannoversche Landeskirche öffnet in der Vorweihnachtszeit im Einkaufszentrum "Dodenhof" in Posthausen bei Bremen erneut eine Wiedereintrittsstelle. Am Freitag und Sonnabend vor dem zweiten Advent sowie am 15. und 16. Dezember könnten Interessierte während des Einkaufsbummels wieder eintreten, sagte Mitinitiator und Ruhestandspastor Peter Voigt am Donnerstag dem epd. Die Stelle soll im Eingangsbereich des Modehauses aufgebaut und jeweils von 10 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr geöffnet werden.

Im vergangenen Jahr gab es erstmals eine Wiedereintrittsstelle in dem Kaufhaus, dessen Eigentümer seit Jahren vertrauensvoll mit der evangelischen Kirche in der Region zusammenarbeiten. Neben Aufnahmen habe es auch seelsorgerliche Gespräche gegeben, erinnerte Voigt.

Wendepunkte und Krisen im Leben wie Taufen, Hochzeiten und Sterbefälle sind Voigt zufolge bei vielen Menschen oft der Grund, wieder über einen Eintritt nachzudenken. Die evangelische Kirche wolle ihnen dies leicht machen. Voraussetzung für die Aufnahme sei die Taufe, die auch im Falle eines Austritts ihre Gültigkeit behalte.

"Dodenhof" ist nach eigenen Angaben mit einer Verkaufsfläche von rund 100.000 Quadratmetern und 2.500 Beschäftigten das größte Einkaufszentrum in Norddeutschland. Das Unternehmen rechnet an den Adventswochenenden mit Hochbetrieb rund um die Eintrittsstelle.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3334/30.11.06)Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Kirche will mit Millionenbetrag neue Stiftungen anregen

Hannover (epd). Mit rund drei Millionen Euro will die hannoversche Landeskirche die Gründung neuer Stiftungen fördern. Deren Erlöse könnten dazu beitragen, die Arbeit der evangelischen Kirche vor Ort langfristig abzusichern, sagte der Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Rolf Krämer, am Donnerstag in Hannover vor Journalisten. Aus den Zinsen von Stiftungsmitteln werden bereits in vielen Gemeinden und Kirchenkreisen die Stellen von Pastoren, Diakonen oder Kirchenmusikern mitfinanziert.

Bei der neuen Stiftungsinitiative werden nach dem Modell der "Bonifizierung" jeweils drei aus Fremdmitteln eingeworbene Euro mit einem Euro aus der Kirchenkasse belohnt. So bestehe ein Anreiz, insgesamt neun Millionen Euro für Stiftungen zu sammeln. Die Landeskirche hatte schon vor drei Jahren eine Kampagne für Stiftungen gestartet. "Damals wurden etwa 150 neue Stiftungen in der Kirche gegründet", sagte Krämer: "Das werden wir jetzt wieder schaffen."

Wegen zurückgehender Mittel aus der Kirchensteuer senkt die Landeskirche ihr Haushaltsniveau derzeit kontinuierlich ab. Mit den Stiftungen will sie eine langfristige Finanzierungsquelle neben der Kirchensteuer etablieren. Als untere Grenze für die Gründung einer Stiftung gelten 25.000 Euro.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3332/30.11.06)Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Castortransport: Seelsorger widersprechen Schünemann

Hannover (epd). Pastorinnen und Pastoren wenden sich gegen die Bilanz von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) und der Polizei zum Castortransport im November nach Gorleben. Das Bild von einem zunehmend aggressiven Protest sei falsch, schreiben 24 Seelsorger der evangelischen Kirche in einem am Donnerstag in Hannover veröffentlichtem Bericht: "Nach unseren Beobachtungen waren nur wenig Gewaltbereite unter den Demonstranten."

Die Seelsorger waren Mitte November während des Castortransportes unterwegs, um bei Konflikten zwischen Polizei und Demonstranten zu vermitteln. "Wir Pastoren wurden in allen wichtigen Stunden Zeugen des Geschehens", schreiben sie. "Es ist trotz der großen Verbitterung über die Atommülltransporte nicht zu einer größeren Gewaltbereitschaft und schon gar nicht zu einer Feindschaft zwischen Demonstranten und Polizisten gekommen."

Die Seelsorger kritisieren: "Wenn unsere Eindrücke über einen hohen Anteil schlecht informierter junger Polizisten zutreffen, bestünde für die Verantwortlichen der Polizei Handlungsbedarf." Viele junge Polizisten hätten den Charakter der Jahrzehnte währenden Proteste nicht einschätzen können. Auch sei ihnen die langjährige Vermittler-Rolle der Seelsorger unbekannt gewesen, heißt es. Nicht immer sei das Verhalten der Einsatzkräfte angemessen gewesen.

Während des Castortransportes waren bundesweit mehr als 16.000 Polizisten im Einsatz. Allein knapp 8.000 sicherten den Straßentransport zwischen Dannenberg und Gorleben. Kritik übten die Seelsorger auch an Schülern, die rohe Eier auf Polizeifahrzeuge warfen. Erwachsene dürften ein solches Verhalten nicht auch noch unterstützen: "Wir waren erschrocken, dass die allen zustehende Menschenwürde auf einmal nicht für Polizisten gelten sollte."

(epd Niedersachsen-Bremen/b3326/30.11.06)Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Fast 300 Konzerte in südniedersächsischen Kirchen

Northeim (epd). Eine neue Broschüre des Landschaftsverbandes Südniedersachsen informiert über Musikveranstaltungen in den größeren Kirchen der Region. Für das mit dem Vorabend des ersten Advents beginnende Kirchenjahr erfasst das Heft rund 280 Konzerttermine.

Eine aus vier Kirchenmusikern bestehende Redaktionsgruppe hat die Veranstaltungen ausgewählt und den Konzertführer zusammengestellt. Darin werden in Text und Bild auch viele Kirchen vorgestellt. An der Finanzierung der Broschüre beteiligten sich die südniedersächsischen Kirchenkreise und der Landschaftsverband. Der 1989 gegründete Verband mit Sitz in Northeim will die Kultur in der Region fördern.

Das Heft "Musik in Kirchen Südniedersachsens" liegt in Kirchen, Büchereien und Touristen-Büros der Region aus. Es ist gegen Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten Rückumschlags auch direkt erhältlich beim Landschaftsverband Südniedersachsen, Postfach 1130, 37141 Northeim.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3330/30.11.06)Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Kinderbischöfe kämpfen gegen Zigarettenautomaten

Göttingen (epd). Die Kinderbischöfe in der evangelischen Göttinger Kirchengemeinde Nikolausberg haben sich im zu Ende gehenden Jahr für den Abbau von Zigarettenautomaten und für Zebrastreifen eingesetzt. In einigen Fällen seien die Bemühungen erfolgreich gewesen, erklären die kleinen Bischöfe in ihrem Rechenschaftsbericht. Die 1999 erstmals ernannten Kinderbischöfe sollen die Interessen der Nikolausberger Mädchen und Jungen gegenüber dem Ortsrat und dem Kirchenvorstand vertreten.

Die Stadt Göttingen habe nach der Intervention der Kinderbischöfe zugesagt, einen Zigarettenautomaten vor einem Kindergarten abzubauen, berichtete Kinderbischöfin Anna Strüber. Zudem sollten in Nikolausberg nur solche Automaten aufgestellt bleiben, die von Kindern nicht bedient werden könnten.

Um eine sicherere Überquerung der Nikolausberger Hauptstraße zu erreichen, wandten sich die Kinderbischöfe ebenfalls an die Behörden. Die Stadt Göttingen wolle nun prüfen, ob in Höhe der Bushaltestelle auf der Fahrbahn eine Verkehrsinsel gebaut werden könne, sagte Kinderbischof Paul Malessa: "Es ist aber noch nicht klar, ob Geld zur Verfügung steht. Wir werden uns weiter darum kümmern."

Anna Strüber und Tobias Schröder scheiden nach zweijähriger Amtszeit aus Altersgründen als Kinderbischöfe aus. Ihre Nachfolger Charleen Janocha und Cornelius Reh werden am 6. Dezember bei einem Gottesdienst in der Nikolausberger Klosterkirche vom Göttinger Landessuperintendenten Burghard Krause in ihr Amt eingeführt.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3327/30.11.06)Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Spendenaktion sichert plattdeutsche Verkündigung

Hermannsburg/Hannover (epd). Eine Spendenaktion wird die plattdeutsche Verkündigung in der hannoverschen Landeskirche für weitere fünf Jahre sichern. Die "Arbeitsgemeinschaft Plattdüütsch in de Kark" in Niedersachsen und Bremen bringe aus Spenden ab Januar jährlich 10.000 Euro auf, um anteilig die Arbeit zu finanzieren, sagte der Vorsitzende, Pastor Walter Scheller, am Donnerstag in Hermannsburg bei Celle.

Mit den Spenden werde ein knappes Drittel der halben Pfarrstelle finanziert, sagte Scheller. Die evangelische Landeskirche habe dies zur Voraussetzung gemacht und jetzt zugesichert, den Rest zu tragen. Ursprünglich sollte die Stelle für die plattdeutsche Verkündigung zu Jahresbeginn eingespart werden. Um das zu verhindern, hatte die Arbeitsgemeinschaft 100 Förderer gesucht, die fünf Jahre lang jährlich 100 Euro spenden.

85 Spendenzusagen gebe es bisher, sagte die Beauftragte für plattdeutsche Verkündigung, Anita Christians-Albrecht aus Burgdorf bei Hannover. "Nicht alle geben 100 Euro, aber die meisten." Noch werden weitere Förderer gesucht. Das Interesse am Plattdeutschen in der Kirche bestehe über Niedersachsen und Bremen hinaus, sagte die Pastorin. Unter den Spendern sei etwa eine Kinderärztin aus Berlin, "die Plattdeutsch lernt, weil sie das Konkrete der Sprache mag".

Auch eine schwäbische Arbeitsgruppe, die sich für Mundartpredigten zur anschaulichen Verkündigung einsetze, gehört laut Christians-Albrecht zu den Förderern. Die Beauftragte für plattdeutsche Verkündigung berät Gemeinden und ist Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft "Plattdüütsch in de Kark", in der sich rund 300 Pastoren und ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren. Ihr jüngstes Projekt ist eine Kinderbibel auf Platt, die Ende Februar erscheint.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3322/30.11.06)Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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In Göttingen werden Christgärten gezeigt

Göttingen (epd). Im Städtischen Museum in Göttingen wird in der Advents- und Weihnachtszeit ein großer Christgarten aufgebaut. Die Landschaftskrippe mit Modellen verschiedener Gebäude und Figuren ist dort vom 1. Dezember bis 6. Januar zu besichtigen, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Auch einige Göttinger Geschäfte präsentieren in diesen Tagen in ihren Schaufenstern traditionelle Christgärten.

Anders als die meisten Weihnachtskrippen zeigen Christgärten nicht nur die Weihnachtsgeschichte und den Stall von Bethlehem. Viel größeren Raum nehmen Landschaften und Häuser, Menschen und Tiere ein. Auch Handwerksbetriebe, Bergwerke und Eisenbahnlinien sind fester Bestandteil von Christgärten.

Den Ursprung der Christgärten sehen Volkskundler in den mittelalterlichen Mysterienspielen. Priester und Mönche hatten solche Schauspiele inszeniert, um dem Volk die Weihnachtsbotschaft nahe zu bringen. Dabei wirkten immer häufiger auch Laien mit. Die Kirchen wurden bald zu klein, und man verlegte die Spiele auf die Straßen und Plätze.

Um 1550 entstanden in Süddeutschland die ersten Christgärten in Privathäusern. Da niemand das Heilige Land aus eigener Anschauung kannte, entwarfen die Leute Fantasie-Landschaften oder verlegten das Weihnachtsgeschehen in die eigene vertraute Umgebung. Als Baumaterialien dienten grobes Papier, Lehm, Sand, Moos, Holz oder Baumrinde.

Weil die katholische Obrigkeit befürchtete, die Weihnachtsbotschaft könne in dem weltlichen Trubel der Christgärten untergehen, verhängte sie Verbote. In einigen protestantischen Regionen überlebte der Brauch jedoch. Göttingen wurde zur Hochburg, um 1800 standen Christgärten in den meisten Bürgerhäusern der Stadt. In einigen Häusern soll es Anlagen gegeben haben, die sich durch drei Zimmer erstreckten und bis zu 30 Meter lang waren. Die Tradition der Landschaftskrippen ist in den vergangenen Jahren in der Universitätsstadt neu belebt worden.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3328/30.11.06)
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