Globaler Handel braucht faire Regeln

Nachricht 30. November 2006

Eröffnung der 48. Aktion „Brot für die Welt“ am ersten Advent in Dresden

Dresden, 30. November 2006. „Brot für die Welt“ fordert die Bundesregierung auf, sich für gerechtere Regeln im Weltagrarhandel einzusetzen. „Handelsverzerrende Subventionen für Überschussproduktionen müssen abgebaut werden“, betonte die Direktorin von „Brot für die Welt“, Cornelia Füllkrug-Weitzel, bei einer Pressekonferenz zur bundesweiten Eröffnung der 48. Spendenaktion in Dresden. Umgekehrt müssten arme Länder die Möglichkeit erhalten, ihre Agrarproduktion vor der Billig-Konkurrenz des Weltmarktes zu schützen. Die 48. Spendenaktion von „Brot für die Welt“ unter dem Motto „Gottes Spielregeln für eine gerechte Welt“ wird am ersten Adventswochenende mit einem Festakt und einem Gottesdienst in Dresden eröffnet.

„Deutschland trägt als Gastgeberland des G8-Gipfels und im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr besondere Verantwortung dafür, einen Geist der Fairness im globalen Handel Einzug halten zu lassen“, so Füllkrug-Weitzel. Die derzeitigen Spielregeln bevorzugten große, transnational agierende Unternehmen des Agrar- und Lebensmittelmarktes und die Länder des Nordens. Den Märkten im Süden dagegen gewährten sie keinerlei Schutz. Hochsubventionierte Überschussexporte aus der Europäischen Union drängten Kleinbauern in ärmeren Ländern an den Rand der Existenz.

Neben den Bedingungen des Welthandels spiele auch die Frage der Landrechte eine wichtige Rolle. Immer weniger Menschen hätten Zugang zu landwirtschaftlich nutzbarem Land und könnten so nicht einmal Lebensmittel für den eigenen Bedarf anbauen. „Brot für die Welt“ hilft zusammen mit seinen Projektpartnern Kleinbauern in der ganzen Welt dabei, Landtitel zu erwerben und neue Vertriebswege für die Produkte zu erschließen. „Neben alternativen Märkten im eigenen Land birgt der faire Handel mit Ländern des Nordens große Chancen für die Produzenten in den ärmeren Regionen der Welt“, erklärte Füllkrug-Weitzel. Sie erinnerte auch an die Verantwortung der Konsumenten, die mit ihren Entscheidungen für fair gehandelte und ökologisch hergestellte Produkte zu mehr Gerechtigkeit beitragen können.

„Nie zuvor waren Lebenschancen und -perspektiven ungleicher verteilt als heute“, betonte Christian Schönfeld, Direktor der Diakonie Sachsen. „Mitten im weltweiten Überfluss sterben jedes Jahr mehr als zehn Millionen Kinder.“ Die derzeitigen Regeln des Wirtschaftens zerstörten in nie gekannter Schnelligkeit Strukturen und Kulturen überall auf der Welt. „Wo dagegen Gottes Spielregeln berücksichtigt werden, wird auch das Recht der Armen respektiert werden.“ Er hoffe, dass die Eröffnung der Spendenaktion Gottes gute Spielregeln und die Notwendigkeit einer gerechten Globalisierung ins öffentliche Bewusstsein rückt.

„Gottes Spielregeln für eine gerechte Welt“ lautet das Motto der 48. Aktion, die am ersten Adventswochenende, vom 2. bis 3. Dezember 2006, in Dresden eröffnet wird. Im Mittelpunkt dieser Aktion stehen Ernährungssicherheit und damit verbunden der faire Handel. Gastgeber der Eröffnungsfeierlichkeiten sind die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen und ihr Diakonisches Werk.


www.brot-fuer-die-welt.de