„Apfel, Nuss und Mandelkern statt Computer und Fernseher“

Nachricht 28. November 2006

Wie heute Nikolaus gefeiert werden kann

Cuxhaven/Bremerhaven/Stade. Blitzblanke Stiefel und rote Mützen, das ist für viele gleichbedeutend mit Nikolaus. Und so putzen Kinder zumindest einmal im Jahr richtig gerne ihre Schuhe. Denn der 6. Dezember ist vor allem ihr Tag. Und das schon seit vielen Jahrhunderten. Der Grund dafür: Bischof Nikolaus soll gerade Kindern besonders geholfen haben.

Was gehört heute in den Nikolaus-Stiefel? „Das, was wirklich in einen Stiefel hineinpasst!“, meint Elke Alsago. Die Fachberaterin für evangelische Kindertagesstätten im Kirchenkreis Stade und selber Mutter zweier Söhne plädiert neben Süßigkeiten für allenfalls kleine Geschenke. „Nikolaus sollte kein vorgezogenes Weihnachtsfest mit Fahrrad, Computer oder Fernseher neben dem Schuh werden.“ Dieser Meinung ist auch Uwe Santjer, Familienvater und Fachberater für Kindertagesstätten in Cuxhaven. „Äpfel, Nüsse, Bonbons und etwas Selbstgemachtes, das finde ich prima für Nikolaus“, sagt er. „Wir Erwachsenen entscheiden doch über das Konsumverhalten unserer Kinder. Wunschzettel zum Nikolaustag, das geht für mich nicht.“

Viele evangelische Kindertagesstätten im Elbe-Weser-Raum bieten gerade zum Nikolaustag den Kindern etwas besonderes, was nicht zu kaufen ist. So führen Eltern und Erzieherinnen des Johanniskindergartens in Stade in ihrem Haus ein Theaterstück für die Kinder auf. In Cuxhaven wiederum steht in manchen Einrichtungen ein gemeinsames Frühstück mit Bischof Nikolaus, gespielt vom Gemeindepastor, an erster Stelle. Im Stadtteil Ritzebüttel wird an diesem Tag im Rahmen des „Lebendigen Adventskalenders“ sogar Bischof Nikolaus mit Pferd und Kutsche unterwegs sein, Kinder dürfen selbstverständlich mitfahren.

Das gemeinsame Mittagessen mit den Eltern und das Lesen einer Nikolausgeschichte steht in Einrichtungen in Bremerhaven an diesem Tag auf dem Programm. Service-Clubs wie Rotary und Lions kommen zu Besuch.

Der Nikolaustag geht auf Nikolaus von Myra ( um 300 n.Chr.) zurück. Da er Bischof war gehörte zu seiner Amtstracht ein Stab und eine Mitra, die Bischofsmütze. Viele Legenden ranken sich um seine Person. So soll er in seiner Heimatstadt, einem kleinen Ort in der heutigen Türkei, eine Hungersnot verhindert haben. Er sorgte dafür, dass Getreideschiffe mit der rettenden Nahrung den Hafen anliefen und alles unter den Einwohnern geteilt wurde. Die verbreitete Verehrung Nikolaus´ als Kinderfreund knüpft an die Sage an, dass er drei armen Mädchen Geld schenkte, so dass sie heiraten konnten.

Die Verehrung des Heiligen Nikolaus ist im 6. Jahrhundert schon im Osten, ab dem 9. Jahrhundert dann auch im Westen nachweisbar. In Deutschland ist er seit dem 11. Jahrhundert bezeugt. Er gilt als Schutzheiliger der Schiffer, weshalb gerade im Elbe-Weser-Raum viele Kirchen nach ihm benannt sind. Aber auch als Beschützer der Kaufleute, Bäcker und auch Schüler wurde er verehrt. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts gibt es den Brauch, für die Kinder Schuhe vor die Haustür zu stellen, in die der Nikolaus nachts seine Geschenke hineinlegt.

„Auch wenn es in unserer evangelischen Tradition keine Heiligen gibt, so können Kinder doch gerade vom Nikolaus lernen zu teilen und abzugeben“, ist sich Uwe Santjer sicher.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Stade
Sonja Domröse
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