Landesbischöfin für Verfassungsbeschwerde zum Sonntagsschutz

Nachricht 27. November 2006

Leipzig/Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann befürwortet eine Verfassungsbeschwerde der Kirchen gegen die Aushöhlung des Sonntagsschutzes durch neue Ladenschlussgesetze der Bundesländer. "Rund um die Uhr wird geshoppt", kritisierte Käßmann in einem Interview der "Leipziger Volkszeitung" (Sonnabendausgabe). Die Kirche könne dagegen "kräftig das Wort erheben und vielleicht sogar das Bundesverfassungsgericht anrufen".

Schließlich werde der in der Verfassung verankerte "Schutz des Sonn- und Feiertags in Frage gestellt", sagte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche. Dies zerstöre den Gemeinsinn und Familien. Zugleich unterstrich Käßmann, der Handel solle Geld verdienen können. Man könne jedoch "nicht einerseits mit Weihnachten Geld machen und das Fest gleichzeitig kaputt machen wollen".

Die Bischöfin forderte Respekt vor dem "Inhalt der Geschichte" des christlichen Festes. An Christen appellierte sie, "die wahre Lebensfreude" wiederzuentdecken: "Die kann doch unmöglich am Kauf einer Klamotte hängen."

(epd Niedersachsen-Bremen/b3273/27.11.06)
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