Auf einen Blick (27.11.)

Nachricht 27. November 2006

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-> Das Kinderbibelquiz vom 26.11.2006 (mp3-Datei, 1,5 MB)

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Reform des Gemeinnützigkeitsrechts. Diakonie begrüßt heutige Ankündigung des Bundesfinanzministers

Berlin, den 27. November 2006. Das Diakonische Werk der EKD begrüßt die heutige Ankündigung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf zur Reform des Gemeinnützigkeits- und Spendenrechts vorzulegen. Dies sei "eine Bestätigung der in der Koalitionsvereinbarung getroffenen Festlegungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland", kommentiert der Vizepräsident des Diakonischen Werkes, Wolfgang Teske. "Die angekündigten Neuregelungen sind ein Schritt in die richtige Richtung. Ob sie ausreichend sind, bleibt abzuwarten. Eine Bewertung ist erst dann möglich, wenn der Gesetzentwurf vorliegt", so Teske weiter.

Teske führt darüber hinaus aus: "Wir freuen uns darüber, dass Minister Steinbrück dem Wissenschaftlichen Beirat seines Ministeriums nicht auf den Leim gegangen ist." Der Wissenschaftliche Beirat des Bundesministeriums der Finanzen hatte im Sommer ein Gutachten veröffentlicht, das ein, so Teske, "rein ökonomistisch geprägtes Bild der Zivilgesellschaft in Deutschland zeichnet". Dies entspreche nicht der Realität. Deutschland sei auf die Leistungen der Zivilgesellschaft angewiesen.

"Es ist an der Zeit, das Spenden- und Gemeinnützigkeitsrecht in Deutschland so zu reformieren, dass es entbürokratisiert und europafest wird. Die Möglichkeiten für bürgerschaftliches Engagement müssen deutlich verbessert werden", fordert Teske direkt im Anschluss an die Ankündigung des Bundesfinanzministers. Der Diakonie gehe es dabei nicht um eine weitere Privilegierung durch das Steuerrecht, sondern um die Schaffung verbesserter Rahmenbedingungen für das zivilgesellschaftliche Modell gemeinnütziger sozialer Dienste in Deutschland. Das Diakonische Werk der EKD wird den weiteren Reformprozess nachhaltig unterstützen, kündigt Teske an.


Barbara-Maria Vahl - Pressesprecherin
Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V.
Internet: www.diakonie.de
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Heimat in der grünen Wüste
Evangelische Kirchengemeinden sammeln für brasilianische Indianer im Regenwald

Elbe-Weser-Raum. Vor einer Generation wuchs hier noch üppiger Regenwald, der Menschen, Tieren und Pflanzen reichlich Nahrung bot. Jetzt leben die brasilianischen Tupiniquim- und Guarani-Indianer in der grünen Wüste: Um sie herum stehen nur noch die Eukalyptus-Monokulturen der weltgrößten Zellulosefabrik „Aracruz“. Seit über 35 Jahren pflanzt der Papiermulti auf großen Plantagen Eukalyptus an. An einem Tag benötigt nur eines von seinen insgesamt drei Werken so viel Wasser wie die 400.000 Einwohner von Vitoria, der nahe gelegenen Hauptstadt des Bundesstaates Espiritu Santo.

„Unsere Flüsse sind ausgetrocknet, das Grundwasser gesunken und auf den von Herbiziden vergifteten Böden wächst kaum noch etwas“, klagt Valdeir de Almeida. Der 42-jährige ist Kazike und damit Häuptling des Tupinikim-Dorfes Pau-Brasil. Sein Dorf wehrt sich gegen die Praktiken von Aracruz-Celulose, die Flüsse um-leiten ließen und illegal erworbenes Land nicht wieder an die Kleinbauern zurückgaben. So steckten die Indianer das ihnen zustehende Land selber ab, rodeten Eukalyptus-Plantagen, gründeten Siedlungen und bauten Gemüse an, um ihre Familien wieder ernähren zu können.

„Wir machen das experimentell“, sagt Jaihan Canilinho, „bis wir herauskriegen, was wächst. Wir haben Glück. Der Boden ist hier nicht ganz so ausgelaugt wie in den Nachbarsiedlungen. Jaihan ist Dorfvorsteher und zeigt voll Stolz auf die Bohnen, eine von acht Gemüsesorten, die gleich vor seiner Hütte wachsen. Unterstützung bekommen die Indianer vom „Brot für die Welt“-Partner FASE. Gemeinsam mit der Kleinbauernvereinigung APTA beraten und schulen sie die Indianer, machen Lobbyarbeit bei Politikern und Behörden. „Öffentliche Aufmerksamkeit bringt uns dem Ziel näher, dass das Land seinen rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben wird“, erklärt Alacir De’ Nadai, Projektkoordinatorin bei FASE.

Und auch die Verbraucher in Deutschland können ihren aktiven Beitrag leisten: Papiertaschentücher und Toilettenpapier mit dem blauen Umweltengel enthalten keinen gebleichten Zellstoff und machen so die Plantagenwirtschaft überflüssig.

Vom 1. Advent an werben die knapp 200 Kirchengemeinden im Elbe-Weser-Raum mit diesem gemeinsamen Projekt für die Arbeit der kirchlichen Hilfsaktion. Der Kirchenkreis Bremervörde-Zeven sammelt Spenden für die Therapie und Unterstützung von Aids-Kranken in Südafrika. Im Verlauf der Spendenaktion des letzten Jahres waren in den 11 Kirchenkreisen des Sprengels Stade insgesamt 450.000 Euro für die Arbeit des kirchlichen Hilfswerks gespendet worden. In der gesamten hannoverschen Landeskirche kamen 3,1 Millionen Euro an Spenden zusammen.
Bundesweit startet die mittlerweile 48. Aktion am 3. Dezember in Dresden. Derzeit werden mehr als 1.000 Projekte zur Selbsthilfe in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt. Arbeitsschwerpunkte sind Ernährungssicherung, Gesundheitsversorgung, der Kampf gegen HIV/Aids, Bildungsarbeit sowie Friedens- und Versöhnungsarbeit.

Spendenkonto: Postbank Köln, Konto 500 500-500, BLZ 370 100 50 oder Ev. Darlehnsgenossenschaft Kiel Konto 500 500, BLZ 210 602 37

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Sprengel Stade
Sonja Domröse
www.sprengel-stade.de
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Heimvolkshochschule veröffentlicht Jahresprogramm

Hermannsburg/Kr. Celle (epd). Die Niedersächsische lutherische Heimvolkshochschule in Hermannsburg lädt im kommenden Jahr zu rund 80 Seminaren und Tagungen ein. Die staatlich anerkannte Weiterbildungseinrichtung hat jetzt ihr Jahresprogramm für 2007 veröffentlicht. "Wir bieten Raum und Zeit, dass Leib, Seele und Geist Kraft schöpfen und Neues lernen können", sagte der Leiter der Schule, Pastor Walter Scheller, am Donnerstag.

Das Programmbuch 2007 der Heimvolkshochschule informiert auf 34 Seiten über Veranstaltungen vom Fastenseminar über Kurse für Ehepaare, zu Religion und Spiritualität, politischer Bildung oder der plattdeutschen Sprache. Die 1919 gegründete Bildungseinrichtung ist die älteste ländliche evangelische Heimvolkshochschule in Deutschland. Informationen zum Programm: Telefon 05052/98990 oder im Internet (www.bildung-voller-leben.de).

(epd Niedersachsen-Bremen/b3236/23.11.06)
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Neue Kinderbischöfe in Göttingen-Nikolausberg

Göttingen (epd). Charleen Janocha und Cornelius Reh werden neue Kinderbischöfe in der evangelischen Gemeinde Nikolausberg bei Göttingen. Sie sollen am 6. Dezember bei einem Gottesdienst von Landessuperintendent Burghard Krause in ihr Amt eingeführt werden, teilte die Gemeinde auf Anfrage mit. Paul Malessa bleibt noch ein weiteres Jahr Kinderbischof. Anna Strüber und Tobias Schröder scheiden nach zweijähriger Amtszeit turnusmäßig aus.

Die 1999 erstmals ernannten Kinderbischöfe sollen in Nikolausberg die Interessen der Mädchen und Jungen gegenüber dem Ortsrat und dem Kirchenvorstand vertreten. In der Vergangenheit setzten sich die kleinen Bischöfe unter anderem für eine Geschwindigkeitsbegrenzung, einen Leinenzwang für Hunde sowie den Abbau von Zigarettenautomaten ein.

Dem Ortsrat und dem Kirchenvorstand legten sie eine Karte vor, in der alle Standorte von Automaten eingezeichnet waren. Die Kirchengemeinde erklärte das Gemeindehaus aufgrund dieser Initiative zur rauchfreien Zone. Die Kinderbischöfe organisierten auch schon eine Müll-Sammel-Aktion und eröffneten einen Kinderraum im Gemeindezentrum. Der Ortsrat und der Kirchenvorstand sollen die Kinderbischöfe einmal im Jahr zu ihren Sitzungen einladen.

Mit der Ernennung von Kinderbischöfen will die Kirchengemeinde eine alte Tradition neu beleben. Im Mittelalter seien am Vorabend des Nikolaustages in vielen Orten Europas eingesetzt worden, die mit Aktionen auf die Sorgen und Probleme von Kindern aufmerksam machten. Die neuen Kinderbischöfe werden am 6. Dezember um 12 Uhr in der Klosterkirche ins Amt eingeführt.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3276/27.11.06)
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Norden: Pastor spendet 25.000 Euro aus Bücher-Verkauf

Norden (epd). Der Öffentlichkeitspastor des Sprengels Ostfriesland, Jörg Buchna, hat aus dem Erlös seiner drei Büchlein über die Herkunft biblischer Redewendungen und Sprichwörter mehr als 25.000 Euro gespendet. Das Geld sei an die "Kinderhilfe für Kolumbien" und andere soziale Einrichtungen in Ostfriesland gegangen, sagte Buchna am Montag in Norden dem epd. Insgesamt habe er rund 20.000 Exemplare verkauft.

Das erste Buch sei als Beitrag zum Jahr der Bibel 2003 entstanden, sagte Buchna. Die große Nachfrage habe gezeigt, dass viele Menschen nicht wüssten, woher alltägliche Redewendungen wie etwa "Nach mir die Sintflut", "Jedes Wort auf die Goldwaage legen" oder "Drei Kreuze machen" stammen. "Sie stehen alle in der Bibel und gehören zum Tafelsilber unseres Sprachschatzes", so der Öffentlichkeitspastor. Das Wissen darum sei ein wertvolles Kulturgut und müsse bewahrt werden.

Die drei Bücher mit biblischen Redewendungen sind unter den Titeln "Alle Jubeljahre ist nicht der wahre Jakob", "Schwarzen Schafen geht ein Licht auf" und "Ein Unschuldslamm im siebten Himmel" für jeweils 4,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3283/27.11.06)
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