Missionswerk wirbt mit Tradition und neuen Medien um Spenden

Nachricht 27. November 2006

Vom Sockenstricken bis zur Online-Gabe - Missionswerk wirbt mit Tradition und neuen Medien um Spenden

Von Karen Miether (epd)

Hermannsburg/Kr Celle (epd). Torten und Bücher gehen kiloweise über die Tresen. Frauen haben Schals und Socken für den Verkauf gestrickt. Flohmarkt-Tische biegen sich unter gestifteten Waren. An diesem Mittwoch werden sich für den Missionsbasar in Hermannsburg rund 150 Menschen ehrenamtlich ins Zeug legen – das hat Tradition. Geld für Hilfsprojekte wirbt das Evangelisch-lutherische Missionswerk aber auch mit neuen Verfahren wie der Spende per Computer ein.

Verbundenheit und Treue seien wichtig für das niedersächsische Werk, das international agiert, erläutert der Spenden-Experte der Mission, Stephan Liebner. Seit der Heidepastor Ludwig Harms vor mehr als 150 Jahren in Hermannsburg die Arbeit begonnen hat, sind sie tragende Pfeiler. „Aber wir wollen auch neue Spender gewinnen, die mit modernen Medien umgehen“, sagt Liebner: „Heute spendet niemand automatisch, nur weil Mutter und Großmutter gespendet haben.“

Unter der Internet-Adresse www.spenden-fuer-mission.de gibt es die Möglichkeit, mit ein paar Mausklicks Geld zu geben. Das geht über einen sicheren Zugang per Bankeinzug oder mit der Kreditkartennummer. Computer-Nutzer können mit Summen ab 5 Euro etwa Aidswaisen in Botswana, Straßenkinder in Südafrika oder Kirchengemeinden in Sibirien unterstützen. "Viele spenden 100 Euro und mehr", sagt Liebner.

Das Spendensammeln per Computer habe sich bei vielen gemeinnützigen Organisationen in den vergangenen Jahren etabliert, berichtet der Fundraising-Beauftragte der hannoverschen Landeskirche, Paul Dalby. Auf seine Anregung hin hatte das Missionswerk das Verfahren eingeführt. Die multimediale Werbung gehöre zu den weltweiten Trends der Spendenbranche, sagt er. "Das geht soweit, dass zum Beispiel Dankbotschaften per Videoclip aufs Handy geschickt werden."

Ein anderer Trend sei der enge Kontakt mit Spendern, sagt Dalby: "Es gibt eine große Sehnsucht nach persönlicher Bindung." Auch für das Hermannsburger Missionswerk spielten beide Faktoren eine Rolle, sagt Liebner. Bei Missionsfesten, durch Gottesdienst-Kollekten oder Freundeskreise bekomme das Werk gut 1,5 Millionen Euro jährlich an Spenden für seine Partnerkirchen im Ausland zusammen.

Die freiwillige Unterstützung werde immer wichtiger, je mehr Zuschüsse von den evangelischen Trägerkirchen Braunschweig, Hannover und Schaumburg-Lippe schrumpften, sagt Liebner. Die Online-Spenden betragen in diesem Jahr bisher rund 6.000 Euro. Das sei eine Steigerung zum Vorjahr: "Das Wichtigste ist, dass wir Spender bewegen können, die sonst nicht zu unseren Förderern gehören.“ In seinem Spendenportal im Internet stellt das Missionswerk 90 Projekte vor. Wer spendet, kann auch bestimmen wofür.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3277/27.11.06)
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