Mündener Gemeinde gibt Kirche an Stadt zurück

Nachricht 21. November 2006

Hann. Münden (epd). Die St. Aegidienkirche in Hann. Münden wird künftig nicht mehr als Kirche genutzt. An diesem Mittwoch, dem Buß- und Bettag, um 18 Uhr werde dort zum letzten Mal eine Andacht gefeiert, teilte die Mündener evangelische Stadtkirchengemeinde am Dienstag mit. Die erste weltliche Veranstaltung in der Kirche ist am 9. und 10. Dezember ein Weihnachtsmarkt.

Nach Jahre langer Unsicherheit über die Besitzverhältnisse hatte ein Gutachten kürzlich festgestellt, dass das Grundstück und das Gebäude der Stadt Hann. Münden gehören. Deswegen werde die Kirche es nun an die Kommune zurückgegeben, erklärte der Kirchenvorstand. Weil die St. Aegidienkirche nicht beheizbar ist, war sie von der Gemeinde allerdings schon länger nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt worden. In den Sommermonaten fanden dort aber Trauungen und Konzerte statt.

In einer Gruft im Chorraum der St. Aegidienkirche wurde 1727 Doktor Johann Andreas Eisenbart beigesetzt. Der Wanderarzt soll damals mit Spielleuten und Gauklern im Gefolge über die Marktplätze gezogen sein und den Leuten mit einer riesigen Zange die Zähne herausgerissen haben. Nach neueren Forschungen war er allerdings einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Landärzte seiner Zeit. An der Nordseite der St. Aegidienkirche erinnert eine barocke Grabplatte an Doktor Eisenbart.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3180/21.11.06)
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