Das aktuelle Stichwort: Buß- und Bettag

Nachricht 20. November 2006

Hannover (epd). Der Buß- und Bettag an diesem Mittwoch ist für evangelische Christen ein Tag der Besinnung und Neuorientierung. In Gottesdiensten wird dazu eingeladen, eine Bilanz des Lebens im vergangenen Jahr zu ziehen. Versagen und Schuld sowie Versäumnisse und Fehlentscheidungen werden vor Gott zur Sprache gebracht. Durch diesen Akt der Befreiung wird zugleich Trost und Hoffnung vermittelt.

Der Feiertag wurde vor einigen Jahren zum politischen Zankapfel: Der protestantische Buß- und Bettag, erstmals 1532 im mittelalterlichen Straßburg offiziell eingeführt, wurde 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern außer in Sachsen als gesetzlicher Feiertag ersatzlos gestrichen.

Der Bußtag hat seinen festen Platz im kirchlichen Festkalender jedoch nicht verloren. Viele Gemeinden laden meist am frühen Abend zu Andachten ein, um so auch Berufstätigen die Teilnahme zu ermöglichen. Die hohe Resonanz auf dieses Angebot belegt, dass der Bußtag im Leben vieler Menschen nach wie vor tief verwurzelt ist. In einigen kleinen Gemeinden, wie etwa in Franken, bleiben sogar die meisten Läden, Betriebe und Verwaltungseinrichtungen am Mittwoch geschlossen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3171/20.11.06)
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