Diakonie fordert vernetzte Hilfe für Kinder und Familien

Nachricht 14. November 2006

Hannover (epd). Die Diakonie in Niedersachsen fordert, die Hilfen für Kinder und Familien stärker zielgerichtet zu vernetzen. "Kinder sind die schwächsten Glieder", sagte Diakoniedirektor Manfred Schwetje am Dienstag in Hannover. Um sie zu schützen und ihnen Lebenschancen zu eröffnen, müssten Familien und Alleinerziehende gestärkt werden, sagte Schwetje vor Journalisten. Das sei mit mehr Geld nicht zu erreichen. Nötig seien neue Strukturen, um möglichst früh dort helfen zu können, wo die Probleme lägen.

In Niedersachsen gebe es viele positive Aktivitäten, sagte Bernd Heimberg, Vorsitzender der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen. Projekte wie Familien-Hebammen, das Modell Pro Kind und "wellcome" seien wichtig als frühe Hilfen. Es fehle aber die Gesamtschau. So habe das Sozial- und Familienministerium eingestanden, es sei nicht über Entwicklungen in den Kommunen informiert. Heimberg forderte ein integriertes Konzept mit klaren Zielen. Die Politik habe maßgebliche Verantwortung dafür, dass es nicht erst so weit komme wie im Fall des toten Kindes Kevin in Bremen.

Die fünf evangelischen Kirchen in Niedersachsen und ihre Diakonie haben laut Heimberg ein "hervorragendes Netz". Zahlreiche Angebote mit niedriger Schwelle bemühten sich um das Vertrauen gerade von Eltern und Alleinerziehenden in Problemlagen. Doch auch sie könnten noch besser vernetzt werden.

Als Beispiele stellten sich der Gesundheitsladen in Hannovers Nordstadt, das Projekt "wellcome" in Winsen/Luhe für Hilfen nach der Geburt und ein im Aufbau befindliches Familienzentrum in Bodenfelde (Kr. Northeim) vor. Die Aktionsgemeinschaft für Familienfragen und die Arbeitsgemeinschaft für allein erziehende Mütter und Väter hatten am Dienstag zu einem Fachtag über "Familien stärken - Kinder fördern und schützen" eingeladen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b3089/14.11.06)
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