Auf einen Blick (6. 11.)

Nachricht 06. November 2006

Die Berichterstattung zur EKD-Synode, die zur Zeit in Würzburg tagt, finden Sie unter der Adresse www.ekd.de/synode2006

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Pastor aus Lingen zum neuen Propst in Sibirien gewählt

Lingen/Omsk (epd). Pastor Dieter Grimmsmann aus Lingen im Emsland ist zum evangelischen Propst im Gebiet Omsk in Westsibirien gewählt worden. Der 55-Jährige ist seit Januar als geistlicher Leiter des Christuskirchen-Zentrums in Omsk tätig, teilte die hannoversche Landeskirche am Montag mit. Grimmsmann ist zugleich Beauftragter der Landeskirche für Aussiedlerfragen. Er werde weiterhin seinen Lebensmittelpunkt in Lingen haben, aber mehrmals im Jahr zu drei- bis vierwöchigen Einsätzen nach Omsk reisen, hieß es.

Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten wählte zudem den bischöflichen Visitator August Kruse aus Krasnoturinsk am Ural zu ihrem Bischof. Die Kirche reicht von Ural bis Wladiwostok und umfasst ein Gebiet von rund 6.000 Kilometern Breite.

Ihr gehören 156 Gemeinden mit einigen tausend überwiegend deutschstämmigen Gemeindemitgliedern an, die von neun Pastoren und mehr als 100 Predigern betreut werden. Viele ihrer Mitglieder seien inzwischen nach Deutschland ausgereist, hieß es. Bei der Synode wurden fünf deutsche und russische Pastoren zum Dienst in den Gemeinden ordiniert, unter ihnen auch eine Pastorin.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2993/06.11.06)
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Neuer Seemannsdiakon übernimmt Station in Cuxhaven

Cuxhaven (epd). In Cuxhaven nimmt im Mai kommenden Jahres ein neuer evangelischer Seemannsdiakon seine Arbeit auf. Der jetzige Stationsleiter der Deutschen Seemannsmission im finnischen Mäntyluoto, Martin Struwe (36), löst nach Angaben des Stader Landessuperintendenten Manfred Horch das Ehepaar Hans-Joachim und Ingeborg Karge ab. Das Ehepaar Karge gehe dann in den Ruhestand, sagte der Vorsitzende des Hannoverschen Vereins in der Deutschen Seemannsmission dem epd.

Der gebürtige Holzmindener Struwe studierte an der evangelischen Fachhochschule und an der Diakonenschule des evangelischen Johannesstiftes in Berlin. Nach Abschlüssen als Diakon und Sozialpädagoge arbeitete er vier Jahre im ehemaligen Seemannsclub "Gute Stube" am Container-Terminal Bremerhaven. 2002 wechselte der verheiratete Vater von drei Kindern nach Finnland. Im Hannoverschen Verein der Deutschen Seemannsmission arbeiten Stationen und Heime in Cuxhaven, Stade-Bützfleth und Bremerhaven eng zusammen.

Cuxhaven ist eine von 16 Inlands- und 17 Auslandsstationen der Deutschen Seemannsmission, die auf vielen Kontinenten ein Netz mit Treffpunkten für Seeleute aus aller Welt bieten. Mehr als 700 Haupt- und Ehrenamtliche kümmern sich um Freizeitangebote, Sozialarbeit und Seelsorge. (Internet: www.seemannsmission.org)

(epd Niedersachsen-Bremen/b2986/03.11.06)
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Experte: Lebensberater in akuten Krisen stark gefragt

Hannover (epd). Immer mehr Menschen suchen in akuten Krisen psychologische Hilfen. Im Jahr 2005 hätten die 31 Ehe- und Lebensberatungsstellen der hannoverschen Landeskirche mehr als 20.000 Ratsuchende verzeichnet, sagte der Leiter der Hauptstelle für evangelische Lebensberatung, Pastor Reinhard Vetter, am Montag in Hannover. An erster Stelle stünden Beziehungsprobleme, Trennungen und Scheidungen. In Deutschland wird zurzeit jede dritte Ehe geschieden, in Großstädten sogar jede zweite.

Zunehmend mehr Hilfesuchende als früher kämen auch nach Autounfällen, Unglücken wie dem Transrapid-Unfall im emsländischen Lathen oder Vergewaltigungen und sexuellem Missbrauch. Auffällig sei, dass die Dauer der Beratungen immer kürzer werde, sagte Vetter: "Viele Menschen verlieren in akuten Krisen nur kurz ihre Selbststeuerungsfähigkeiten." Wenn sie durch Krisengespräche ihren Kontrollverlust überwänden, seien sie auch wieder fähig, eigene Entscheidungen zu treffen.

Zu den Klienten gehörten inzwischen auch häufiger als früher die Helfer von Unglücken wie Rettungskräfte, Polizisten, Ärzte und Notfallseelsorger sowie die Angehörigen von Opfern. Knapp ein Drittel aller Beratungen seien einmalige Kontakte, 89 Prozent der Ratsuchenden nähmen bis zu zehn Termine wahr. Die Beratungsstellen zwischen Aurich und Göttingen versuchten, Termine möglichst kurzfristig zu vergeben, sagte Vetter. Insgesamt sei der Beratungsbedarf stark gestiegen, während die finanziellen Mittel immer stärker gekürzt würden.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2992/06.11.06)
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EKD startet Internetangebot zum Thema Kirchenfinanzen

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gibt im Internet Auskunft zum Thema Kirche und Finanzen. Unter www.kirchenfinanzen.de sind Informationen zur Kirchensteuer sowie zur Verwendung der Einnahmen erhältlich, teilte die EKD am Freitag in Hannover mit. Damit reagiere die EKD auf die zahlreichen Anfragen zum Thema Kirche und Geld, sagte der Leiter der Finanzabteilung Thomas Begrich. "Kirche und Geld, das ist für viele ein sehr sensibles Thema", so der Oberkirchenrat: "Da ist es gut zu wissen, wofür die Kirche das Geld braucht, welche Einnahmen sie neben der Kirchensteuer hat und was die evangelische Kirche mit ihrem Geld macht."

Die evangelische Kirche finanziert ihre Arbeit überwiegend aus den Beiträgen ihrer Mitglieder. Diese werden gegen Erstattung der entstehenden Verwaltungskosten als "Kirchensteuer" von den staatlichen Finanzbehörden eingezogen. Die evangelischen Landeskirchen nahmen 2005 rund 3,6 Milliarden Euro an Kirchenlohn- und -einkommensteuer ein. Für beide große Kirchen belief sich das Aufkommen an Kirchensteuer auf knapp acht Milliarden Euro.

Die Plattform umfasst die Stichworte Finanzen, Rechnungswesen, Kirchensteuern, Statistik, Diakonie und Stiftungen. Der Haushalt der EKD wird dort ebenso erläutert wie das Kirchensteuerrecht. Weitere Informationen beziehen sich auf die Aufgaben der Diakonie und die Bildung von Stiftungen. (Internet: www.kirchenfinanzen.de)

(epd Niedersachsen-Bremen/b2982/03.11.06)
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Martinstag. Ein Heiliger, ein Mantel, eine Gans und Martin Luther

Auch heute noch ist er, nicht zuletzt in Ostfriesland, im Festkalender tief verankert: der Martinstag. Verbreitet ist vor allem das Singen von Martinsliedern zu „Martini“, wenn Kinder kostümiert von Haus zu Haus gehen und um eine „milde Gabe“ bitten. Etliche der jungen Sänger vermögen dabei auch noch Texte zu Gehör zu bringen, die historische Anklänge aufweisen, etwa auf „Martinus Luther, den glaubensstarken Mann“.

Ursprünglich geht dieser Tag freilich nicht auf Martin Luther, sondern vielmehr auf Martin von Tours (ca. 316/7 - 397) zurück. Dieser fühlte sich schon früh zum Christentum hingezogen, musste aber Soldat werden. Mit 18 Jahren wird er getauft und scheidet aus der kaiserlichen Gardereiterei aus. Danach lebt er unter anderem als Einsiedler in Italien. Im Jahre 361 gründet er bei Poitiers (Frankreich) das erste gallische Kloster. Bischof von Tours wird er 10 Jahre später. Energisch setzt sich Martin von Tours durch Predigt, Wunder und die Zerstörung heidnischer Heiligtümer, die er oft durch Kirchen ersetzt, für die Verbreitung des Christentums unter der Landbevölkerung Galliens ein. Nach seinem Tod, sein Grab befindet sich in Poitiers, wurde Martin der Schutzpatron des fränkischen Reiches und einer der volkstümlichsten Heiligen. „Sein“ Tag ist der 11.11. Von daher erklärt sich auch der Vorname Luthers. Dieser, am 10.11.1483 in Eisleben geboren, wurde am Tag darauf, dem 11.11., auf den Namen des „Tagesheiligen“, das war Martin von Tours, getauft.

Mit dem Heiligen Martin von Tours verbinden sich zahlreiche Legenden. Die wohl bekannteste berichtet davon, dass Martin als Soldat vor dem Stadttor von Amiens seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt habe. Was die Martinsgans betrifft, so ist diese laut „Brockhaus“ als Festspeise am Martinstag erstmals 1270 im schweizerischen Thurgau nachweisbar. Die Legende bringt die Gans mit Martin von Tours dadurch in Verbindung, dass dieses Tier Martin, der sich vor dem Bischofs-Amt „drücken“ will und sich deshalb versteckt, durch ihr Geschnatter verrät.

Andere Volksbräuche, die sich mit „Martini“ im Laufe der Zeit verbanden, sind die Martinsfeuer, die am Vorabend abgebrannt wurden, und Umzüge der oftmals verkleideten Kinder mit Martinslampen und Martinsliedern. Diese Lieder waren bis ins späte Mittelalter Lieder, die bei Gelagen am Tag des Heiligen Martin gesungen wurden. Später wurden es Kinder- oder Brauchtumslieder für die „Heischegänge“ um eine milde Gabe am Martinstag. Schließlich verstand und versteht man darunter „moderne“ Lieder für die Martinsumzüge, die z.T. auf Martin Luther bezogen sind. Dieser ist als „Kurrende-Sänger“ ja auch während seiner Magdeburger Zeit (1496/7) von Haus zu Haus gezogen, um auf diese Weise ein „Zubrot“ zu erhalten. Bliebe festzuhalten, dass der Martinstag ursprünglich der 11.11. war und dem Heiligen Martin von Tours galt, der an diesem Tag im Jahre 397 begraben wurde. Als evangelischer Martinstag wird er am 10. November, dem Geburtstag Martin Luthers, begangen.

Jörg Buchna