Niedersachsen will Netz von Familienhebammen aufbauen

Nachricht 03. November 2006

Hannover (epd). Niedersachsen will ein landesweites Netz von Familienhebammen aufbauen. Sie sollen Schwangeren und jungen Müttern in schwierigen Lebensverhältnissen zur Seite stehen, sagte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) am Donnerstag in Hannover. Vom nächsten Jahr an sollen 105 Familienhebammen in 22 Städten, Samtgemeinden und Landkreisen zwischen Holzminden und Cuxhaven, Lüchow-Dannenberg und Emden zum Einsatz kommen. Für ein Modellprojekt mit Familienhebammen in vier Städten stellt das Land bisher 570.000 Euro zur Verfügung.

Diese Mittel sollen 2007 aufgestockt werden. "Damit sind wir auf einem guten Weg, in Niedersachsen ein flächendeckendes Netz zum Schutz und Wohl kleiner Kinder aufzubauen", sagte Ross-Luttmann: "Der frühzeitige Schutz von Säuglingen und Kindern vor Missbrauch und Gewalt ist seit langem ein Hauptanliegen der Landesregierung." Seit dem Tod des zweijährigen Kevin in Bremen wurden in Politik und Gesellschaft verstärkt Forderungen nach einem besseren Kinderschutz laut.

Die Familienhebammen sollen die Frauen bis zum Ende des ersten Lebensjahres ihres Kindes betreuen. Sie werden dabei eng mit der Jugendhilfe und Gesundheitsfürsorge zusammenarbeiten. Neben der medizinischen Hilfe sollen die Hebammen die Behörden auch auf mögliche Gefährdungen des Kindeswohls aufmerksam machen. Seit 2002 sind bereits 15 Familienhebammen in Hannover, Braunschweig und Osnabrück sowie im Landkreis Leer tätig. In den vergangenen Jahren hätten sie etwa 500 Familien in schwierigen Lebenslagen geholfen, sagte Ross-Luttmann.

Die Klosterkammer Hannover stellte für dieses Modellprojekt weitere 176.000 Euro zur Verfügung. Nach dem Ende der Modellphase sollen die niedersächsischen Kommunen diese Arbeit selbst finanzieren, erläuterte die Ministerin. Das Familienhebammen-Projekt wird von der Stiftung "Eine Chance für Kinder" koordiniert.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2968/02.11.06)
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