"Pro Diako": Auswirkungen von Reform "verheerend"

Nachricht 02. November 2006

Göttingen (epd). Die evangelische Krankenhausgesellschaft "Pro Diako" hat vor den Auswirkungen der geplanten Gesundheitsreform für Krankenhäuser gewarnt. Wenn die krankenhausbezogenen Eckpunkte der Reform zum April 2007 umgesetzt würden, seien die finanziellen und psychologischen Auswirkungen auf die Kliniken "verheerend", heißt es in der aktuellen Ausgabe der Pro Diako-Zeitung "Dialog".

Nach Angaben des Blattes sollen die Budgets der Krankenhäuser für den Betrieb und die Versorgung der Patienten pauschal um 0,7 Prozent gestrichen werden, um die Gesundheitsreform zu finanzieren. Durch die angekündigte Erhöhung der Mehrwertsteuer und die Tarifsteigerungen müssten die Kliniken schon jetzt enorme Belastungen schultern. Dies werde durch den so genannten "Sanierungsbeitrag" zur Gesundheitsreform noch auf die Spitze getrieben.

Die höhere Mehrwertsteuer schmälert die Etats der Kliniken "Pro Diako" zufolge bereits um rund ein Prozent. Materialien und Dienstleistungen wie die Wartung von medizinischen Geräten würden teurer. Die Kosten für gestiegene Gehälter belasteten die Haushalte zusätzlich mit weiteren drei Prozent.

Weil die Krankenhäuser "einer Art Planwirtschaft" unterlägen, könnten sie die höheren Ausgaben nicht durch die Behandlung von mehr Patienten und damit durch höhere Einnahmen auffangen. Als Ausweg blieben nur weitere Einsparungen, allerdings seien die Möglichkeiten dazu bereits weitgehend ausgeschöpft. Personalabbau werde der einzige Weg bleiben, heißt es. In der Folge werde es zu Abstrichen in der Patientenversorgung kommen.

Zur "Pro Diako"-Gruppe gehören 13 Krankenhäuser in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit zusammen etwa 3.500 Betten sowie mehrere Pflegedienste und Rehabilitationseinrichtungen. Die Kliniken beschäftigen insgesamt etwa 4.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie erwirtschafteten 2005 einen Jahresumsatz von 260 Millionen Euro. Die evangelische Holding wurde vor sechs Jahren mit dem Ziel gegründet, die Marktposition der Mitglieder zu verbessern.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2965/02.11.06)
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