Einführung von Arend de Vries in das Amt des Geistlichen Vizepräsidenten

Nachricht 30. Oktober 2006

Mit einem Gottesdienst in der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis, Hannover,
wird Landessuperintendent Arend de Vries am 1. November 2006 in das Amt des Geistlichen Vizepräsidenten des Landeskirchenamtes Hannover (LKA) eingeführt. Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr und wird von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann gehalten. Arend de Vries wird Nachfolger von Vizepräsident Martin Schindehütte, der am 1. September die Leitung der Hauptabteilung „Ökumene und Auslandsarbeit“ im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angetreten hat.

De Vries wird in seiner Funktion als Vizepräsident die Geistliche Abteilung der Theologinnen und Theologen des Kirchenamtes leiten und u.a. für theologische Grundsatzfragen und theologische Wissenschaft, für theologische Fragen des Kirchenrechts, die theologischen Fakultäten und kirchlichen Hochschulen sowie die Evangelische Akademie Loccum und das Haus kirchlicher Dienste (HkD) zuständig sein.

Arend de Vries wurde am 22.9.1954 in Berumerfehn/Ostfriesland geboren. Er studierte in Wuppertal und Tübingen und absolvierte nach dem ersten theologischen Examen 1982 sein Vikariat in Pattensen/Winsen-Luhe und im Predigerseminar Rotenburg/Wümme. 1985 wurde er in Ostrhauderfehn/Ostfriesland ordiniert und war dort bis 1993 Gemeindepastor, bevor er als Leiter des Landesjugendpfarramtes nach Hannover ging. Im Oktober 1999 wurde er vom Kirchensenat zum Landessuperintendenten des Sprengels Calenberg-Hoya ernannt.
De Vries ist stellvertretendes Mitglied der Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und Mitglied der Generalsynode der VELKD.
Er ist Vorsitzender der „Kirche im Tourismus Weserbergland/Mittelweser“, sowie Vorsitzender der Stiftung St. Martin Nienburg.

Arend de Vries ist verheiratet mit Marita de Vries (Ehe- und Lebensberaterin). Das Ehepaar hat drei Kinder im Alter von 26, 23 und 16 Jahren.


Hannover, 30.10. 2006
Pressestelle der Landeskirche
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Zwischen Sturm und Weite - Arend de Vries wird Geistlicher Vizepräsident in Hannover

Von Michael Grau (epd)

Hannover/Nienburg (epd). Mindestens einmal im Jahr zieht es ihn an die Nordsee. "Die Weite des Meeres und der Sturm, der einen durchpustet, sind ganz wichtig für mich", sagt der evangelische Theologe Arend de Vries. Der 52-Jährige wird künftig maßgeblich die Geschicke der hannoverschen Landeskirche mitbestimmen: Am Mittwoch übernimmt er das Amt des Geistlichen Vizepräsidenten im Landeskirchenamt. Es ist nach der Bischöfin das höchste theologische Leitungsamt in der mit 3,1 Millionen Mitgliedern größten deutschen Landeskirche.

"Wir sind in einer Lage, in der es mehr denn je darauf ankommt, Kirche zu gestalten", sagt de Vries, der bisher als Landessuperintendent in Nienburg den Kirchensprengel Calenberg-Hoya leitete. Damit meint er nicht nur sinkende Mitgliederzahlen und schwindende Finanzen, sondern auch den Traditionsabbruch. Schon in der zweiten Generation werde immer weniger Glaubenswissen von den Eltern an die Kinder weitergegeben.

De Vries will sich davon nicht entmutigen lassen, sondern setzt eine Botschaft dagegen: "Der christliche Glaube ist das Beste, was einem Menschen passieren kann." Er selbst ist in einem pietistisch geprägten Elternhaus im ostfriesischen Berumerfehn aufgewachsen. Als Schüler spielte er jahrelang die Orgel in seiner Kirchengemeinde und vertrat seinen Vater als Leiter des Kirchenchores und des Posaunenchores.

Als Geistlicher Vizepräsident der Landeskirche zwischen Harz und Nordsee wird er fortan für theologische Grundsatzfragen zuständig sein. Ein erkennbares Profil müsse die evangelische Kirche haben, betont er. Auf dem "großen Meinungsmarkt" müsse sie präsent sein. Ein wichtiges Thema sei auch die Bildung: "Durch evangelische Schulen, Kindergärten und den Religionsunterricht können wir ganz viele junge Menschen erreichen."

De Vries fühlt sich für die kommenden Aufgaben gut gerüstet. Acht Jahre war er Gemeindepastor im ostfriesischen Ostrhauderfehn und dann sieben Jahre Landesjugendpastor in Hannover. In der Synode, dem Parlament der Landeskirche, hat er sich als Mitglied der "Gruppe Offene Kirche" für mehr Demokratie in der Kirche eingesetzt und sich den Ruf eines Strategen mit kühlem Kopf erworben. Als Landessuperintendent in Nienburg hat er viele Gemeinden zwischen Hameln und Bremen besucht, Mitarbeiter seelsorgerlich begleitet und so manchen Streit entschärft.

Die Zeit der großen programmatischen Debatten in der Kirche gehe dem Ende entgegen, findet er: "Ich glaube, dass wir eine Zeit bekommen, in der es darum geht, das Geistliche wieder zu entdecken." Meditative Tagungen, Pilgerwege und die kreative Gestaltung von Gottesdiensten mit Elementen von Tanz und Theater gehören für ihn dazu. Seine Lieblingsgeschichte aus der Bibel handelt von Wasser, einem Schiff und Jüngern voller Angst: Als das Boot im Sturm zu kentern droht, stillt Jesus Wind und Wellen.

Privat freut sich der dreifache Familienvater inzwischen über das zweite Enkelkind. Der begeisterte Radfahrer und Teetrinker legt sich gern eine CD von Bach auf, liest schwedische Krimis, gönnt sich Reisen nach Skandinavien und gelegentlich ein Glas Rotwein. Hin und wieder kocht er auch - als Sohn der Küste natürlich gerne Fisch.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2860/30.10.06)
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