Göttingen: Kirche will bei NPD-Demo schlichten

Nachricht 26. Oktober 2006

Göttingen/Celle (epd). Bei der Demonstration gegen einen NPD-Aufmarsch an diesem Sonnabend in Göttingen werden auch kirchliche Konfliktschlichter unterwegs sein. Ein Team um den evangelischen Göttinger Superintendenten Wolf-Dietrich Köhler wolle bei möglichen Konflikten zwischen Protestierenden und der Polizei "gegebenenfalls im Gespräch einwirken", heißt es in einer Mitteilung. Gleichzeitig beteiligen sich die Kirchen an den Protesten gegen die Rechtsextremisten. Bei der Kundgebung des "Bündnisses gegen Rechts" werde er zu den Demonstranten sprechen, sagte Pastor Ludger Gaillard am Donnerstag dem epd. Auch der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Göttingen, Harald Jüttner, ist als Redner angekündigt. Im "Bündnis gegen Rechts" arbeiten rund 50 Initiativen und Organisationen zusammen.

Die Gerichte haben der NPD am Sonnabend eine zweistündige Kundgebung vor dem Göttinger Bahnhof erlaubt, einen Marsch durch die Stadt dagegen untersagt. Die Rechten wollen nach eigenen Angaben anschließend in Celle demonstrieren. Das Lüneburger Verwaltungsgericht untersagte dies am Donnerstag jedoch.

Göttingens Polizeipräsident Hans Wargel begrüßte den Einsatz der kirchlichen Vermittler. "Es ist immer gut, wenn man Konflikte im Vorfeld lösen und verhindern kann", sagte er. Nach Wargels Angaben werden am Sonneband rund 6.000 Polizisten im Einsatz sein. Das oberste Ziel sei, Gewalttaten zu verhindern. "Das Motto ist Null Toleranz gegenüber Gewalt und Straftaten."

Bei einer NPD-Kundgebung in Göttingen vor einem Jahr war es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und linken Gegendemonstranten gekommen. Damals brannten dutzende Barrikaden. Die Rechtsextremisten mussten ihren Marsch daraufhin abbrechen. An den Protesten gegen die Rechtsextremisten hatten sich etwa 6.000 Menschen beteiligt. Ebenso viele Gegendemonstranten kamen im Mai zu einer Kundgebung gegen Rechts.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2886/26.10.06)
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