Das aktuelle Stichwort: Reformationstag

Nachricht 25. Oktober 2006

Hannover (epd). Am Reformationstag (31. Oktober) erinnern Protestanten in aller Welt an den Beginn der Reformation durch Martin Luther (1483-1546) und die Gründung der evangelischen Kirche vor fast 500 Jahren. Ob Luther seine gegen Missstände wie den Ablasshandel in der Kirche seiner Zeit gerichteten 95 Thesen am 31. Oktober 1517 tatsächlich an die Tür der Wittenberger Schlosskirche schlug, ist zwar historisch nicht gesichert. Die öffentliche Wirkung seiner Thesen ist jedoch unumstritten.

Heute wird der Gedenktag auch als Gelegenheit zur evangelischen Selbstbesinnung verstanden. Der damalige Augustinermönch wollte die Kirche erneuern und sie zum geistigen Ursprung der Botschaft des Evangeliums zurückführen. Ein zentrales reformatorisches Anliegen Luthers war die Rückbesinnung auf das unverfälschte Wort der Bibel in der Landessprache. Weil sich die mittelalterliche Papstkirche einer Reform verweigerte, kam es zu der von Luther zunächst nicht beabsichtigten Bildung der evangelischen Kirche.

In den einzelnen Landeskirchen wurde der Feiertag je nach dem Termin der Einführung der Reformation zu verschiedenen Zeiten gefeiert. Johann Georg II. von Sachsen bestimmte 1667 den Tag des "Thesenanschlags" zum Reformationstag, der sich allgemein durchsetzte. Der Reformationstag ist in den neuen Bundesländern, nicht aber in Berlin und im alten Bundesgebiet gesetzlicher Feiertag. In Thüringen wird dieser Tag nur in überwiegend evangelischen Gemeinden als gesetzlicher Feiertag begangen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2862/25.10.06)
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Hamelner erinnern mit Musical und Brötchen an Luther

Hameln (epd). Mit einem Musical, "Luther-Brötchen" und einem Thesenanschlag will der evangelische Kirchenkreis Hameln-Pyrmont Ende Oktober an Martin Luther und den Beginn der Reformation vor fast 500 Jahren erinnern. Im Mittelpunkt steht diesmal das Kindermusical "Hallo Luther", das der Kirchenkreis eigens für die gleichnamige Aktion komponieren ließ. "Luther war nicht nur ein großer Theologe, sondern auch ein begeisterter Musiker", sagte Superintendent Philipp Meyer am Mittwoch.

In dem Musical, das am 28. Oktober im Hamelner Paul-Gerhardt-Haus uraufgeführt wird, könnten Kinder und Erwachsene Luther von seiner musikalischen Seite her kennenlernen: "Da kommen nicht nur Kopf und Herz zu ihrem Recht - das geht auch richtig in die Beine", sagte Meyer. Der Kirchenkreis veranstaltet seine Aktion "Hallo Luther" bereits zum dritten Mal und ist damit Vorreiter in der hannoverschen Landeskirche. Mit der Aktion will die Kirche einen Kontrapunkt zu dem Gruselfest "Halloween" setzen, das wie der Reformationstag auf den 31. Oktober fällt.

In Hameln und Umgebung sind insgesamt 24 Veranstaltungen geplant, unter ihnen sieben Aufführungen des Kindermusicals. Vier Kinderchöre haben das Stück einstudiert. Auf dem Programm stehen weiter ein "Lutherfest" auf dem Süntelturm, Gottesdienste, Vorträge und Musik, ein Filmnachmittag und ein Gemeindefrühstück zum Thema "Wie bei Käthe". Am 4. und 5. November ist die Kirche auf dem Hamelner Herbstmarkt mit Luther-Bier, Luther-Brötchen und einem Thesenanschlag vertreten. Pastorinnen und Pastoren wollen in historischen Kostümen mit Passanten ins Gespräch kommen.

Mit dem Reformationstag erinnern Protestanten an den Ursprung der evangelischen Kirche. Am 31. Oktober 1517 soll Luther seine 95 Thesen gegen das Ablasswesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg genagelt haben. (Internet: www.hallo-luther.de)

(epd Niedersachsen-Bremen/b2867/25.10.06)
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