Auf einen Blick (25.10.)

Nachricht 25. Oktober 2006

Johannesdotter: Halloween zum christlichen Brauch machen

Bückeburg (epd). Der schaumburg-lippische Landesbischof Jürgen Johannesdotter hat dazu aufgerufen, Halloween zu einem christlichen Brauch zu machen. Das Licht in einem ausgehöhlten Kürbis, der von einer Kerze erleuchtet wird, könne auch als Symbol für Christus stehen, sagte der Bischof in der neuesten Ausgabe der evangelischen Zeitschrift "ELAN" in Bückeburg: "Es ist schön, wenn dahinter eine Botschaft steht, die mit Christus und Licht der Welt und Nächstenliebe zu tun hat. Nur Erschrecken ist mir zu wenig."

Johannesdotter weist darauf hin, dass Halloween ursprünglich auf den christlichen Feiertag Allerheiligen am 1. November bezogen war. In seiner heutigen Form habe der Brauch aber seine historische Substanz verloren: "Von der heidnisch-christlichen Wurzel ist nur noch das Heidnische übrig geblieben, ohne dass man es als Heidnisches erkennt." Der Brauch komme heute einem Event-Bedürfnis entgegen, transportiere aber keine Botschaft.

Laut Johannesdotter war es in der Geschichte immer üblich, Bräuche umzudeuten. In Zuge der christlichen Heidenmission seien heidnische Bräuche christlich neu interpretiert worden. Wenn der Brauch wieder einen christlichen Inhalt habe, könne Halloween ins kirchliche Leben einbezogen werden. Der Landesbischof zeigte sich aber auch besorgt, dass Halloween zunehmend in Konkurrenz zum evangelischen Reformationstag am 31. Oktober trete. Die Kirche müsse sich fragen lassen, ob sie mit der reformatorischen Botschaft die Menschen heute wirklich erreichten.

Der aus den USA stammende Grusel-Brauch Halloween wird in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November begangen. Der Name leitet sich ab von "All Hallow's Eve", dem Abend vor Allerheiligen. Irische Einwanderer hatten das aus uralten keltischen Wurzeln stammende Brauchtum nach Amerika gebracht. In der Nacht, so glaubten die vorchristlichen Bewohner des heutigen Irland und Wales, betraten die Seelen Verstorbener und böse Geister die Menschenwelt. Fackeln und Feuer wie das Licht im Kürbis halfen, das Böse zu vertreiben.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2870/25.10.06)
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Das aktuelle Stichwort : Halloween

Hannover (epd). Der aus den USA stammende Grusel-Brauch Halloween wird in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November begangen - also zwischen dem evangelischen Reformationstag und dem katholischen Hochfest Allerheiligen.

Auch in Deutschland ziehen in der Dämmerung als Geister, Monster oder Hexen verkleidete Kinder durch die Straßen und fordern von ihren Nachbarn Süßigkeiten nach dem Motto "Streich oder Belohnung". Bei Jugendlichen ist das Fest ebenfalls beliebt. Auch sie kostümieren sich und gehen auf Halloween-Partys. Schon seit Wochen gibt es in den Kaufhäusern allerlei schauerliche Utensilien zu erwerben wie künstliche Spinnennetze, Vampir-Zähne oder große Hexen-Hüte.

Den beiden großen Kirchen ist der Spuk nicht so recht. Sie befürchten, dass viele Kinder hier zu Lande Halloween inzwischen für ein christliches Fest halten und nichts mehr von Reformation und Allerheiligen wissen. Die evangelische Kirche hat sich deshalb eine Aktion ausgedacht und Lutherbonbons produzieren lassen. Die sollen an der Haustür an die Kinder verteilt werden. Ihre Aufschrift: "31. Oktober ist Reformationstag."

Irische Einwanderer hatten das aus uralten keltischen Wurzeln stammende Brauchtum nach Amerika gebracht. Halloween leitet sich ab von "All Hallow's Eve", dem Abend vor Allerheiligen. In der Nacht, so glaubten die vorchristlichen Bewohner des heutigen Irlands und Wales, betraten die Seelen Verstorbener und böse Geister die Menschenwelt. Fackeln und Feuer halfen, das Böse zu vertreiben. Im Laufe der Zeit kam die passende Verkleidung hinzu.

Der "Jack o'Lantern", der ausgehöhlte Kürbis mit eingeschnitzter Fratze, geht möglicherweise auf eine irische Legende zurück: Der Nachtwächter Jack schaffte es, kurz vor seinem Tod dem Teufel ein Schnippchen zu schlagen. Er ritzte ein Kreuz in die Rinde eines Baumes, und der Teufel saß im Geäst fest. Dennoch erhielt Jack vom Teufel ein Geschenk, nämlich eine glühende Kohle in einer ausgehöhlten Rübe als Wegbeleuchtung ins Totenreich.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2864/25.10.06)
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"Eine Predigt sollte ein Ereignis sein" - Predigtpreise bewerten Inhalt und Form der Kanzelrede

Von Karen Miether (epd)

Celle (epd). "Eine Predigt sollte ein Ereignis sein." Das wollen die evangelischen Theologen Hans-Georg Sundermann und Volkmar Latossek aus Celle erreichen. Sie haben den Preis "Ereignispredigt" initiiert, der vor allem bewertet, wie die Kanzelrede auf Zuhörer wirkt. Am 31. Oktober wird die mit 2.500 Euro dotierte, bundesweit ausgeschriebene Auszeichnung in der niedersächsischen Stadt erstmals verliehen.

Zum Reformationstag, den die Protestanten in Erinnerung an Martin Luther begehen, solle damit die Bedeutung der Predigt hervorgehoben werden, sagt der Celler Superintendent Sundermann. "Sie gehört zu den wichtigsten öffentlichen Reden, aber das nimmt niemand großartig zur Kenntnis." Dabei habe schon Luther (1483-1546) den Wert der Kanzelrede neu entdeckt. "Tritt frisch auf, mach's Maul auf, hör bald auf", rät der Reformator etwa zu knackigen Ansprachen.

Laut Statistik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) besuchen jeden Sonntag rund eine Million Menschen allein die evangelischen Gottesdienste. Gar neun Millionen sind es am Heiligen Abend. "Die Predigt ist dabei wichtig", sagt der Göttinger Theologieprofessor Jan Hermelink. Untersuchungen zeigten, dass sich Christen im Gottesdienst eine zeitgemäße Sprache und eine gute Predigt wünschten.

"Dabei geht es um Verständlichkeit und eine geistliche Tiefe", erläutert Hermelink. Die Tiefe erreiche, wer etwa aktuelle Ereignisse glaubhaft in Bezug zu Gott setze. Die wichtige Rolle der Redekunst in der Kirche wird bisher nur selten mit Preisen gewürdigt. Den bekanntesten deutschen Predigtpreis verleiht seit 2000 der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG in Bonn.

Die undotierte Auszeichnung erhielten unter anderen der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch, der Rhetorik-Professor Walter Jens und die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann. Die Initiatoren der "Ereignispredigt" aus Celle setzen mit ihrem Preis einen eigenen Akzent. Sie lassen nur Einsendungen mit Video- und DVD-Aufnahmen zu, denn ihnen geht es auch um die Darbietung.

"Manchmal findet man eine Predigt toll, wenn man sie liest. Im Gottesdienst wird dann aber daraus nichts", sagt Sundermann. Eine Dramaturgie wie die eines Filmes, eines Theaterstücks oder einer Symphonie könne auch Predigern helfen, weiß Latossek: "Das Wichtigste ist authentisch zu sein." Pastor Christian Schnabel aus dem Elbdorf Stapel macht aus Sicht der Celler Jury vor, wie eine gute Predigt aussehen kann. Er ist der erste, der den neuen Preis erhält.

In dem gekürten Gottesdienst, den das ZDF übertrug, bewegt sich Schnabel unbeeindruckt von der Kamera durch die Kirche. Sein Manuskript hat er irgendwo abgelegt. "Man muss ein genaues Konzept haben, von dem man dann abweichen kann", sagt er. So interviewt er schon Mal spontan Touristen, die unerwartet durch die Kirchentür kommen. Eine Lehrmeisterin des 62-jährigen niedersächsischen Pastors ist die Erfahrung: Rund 1.500 eigene Predigten stehen bei ihm im Regal.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2805/24.10.06)
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Evangelische Kirche schreibt Hanna-Jursch-Preis aus

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat den mit 5.000 Euro dotierten Hanna-Jursch-Preis für herausragende wissenschaftlich-theologische Arbeiten aus der Perspektive von Frauen ausgeschrieben. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung habe das Ausschreibungsthema "Gewalt überwinden. Theologische Modelle, Strukturen und Strategien", teilte die EKD am Dienstag in Hannover mit. Der Preis wird zum vierten Mal vergeben.

Die Arbeiten aus allen Fächern der evangelischen Theologie sollten "praktische Relevanz für Liturgie, Verkündigung, Seelsorge, Kybernetik, kirchliche Bildungsarbeit oder Diakonie" haben, heißt es in der Ausschreibung des Preises.

Benannt ist die Auszeichnung nach der 1902 geborenen Hanna Marie Margarete Jursch (1902-1972). Sie habilitierte sich 1934 als erste Theologin an einer deutschen Universität, durfte die Lehrtätigkeit allerdings nur unter der Voraussetzung ausüben, dass dadurch "Stelle und Bezahlung für späteren männlichen Nachwuchs in keiner Weise versperrt werden durfte". Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Jursch einen vollen Lehrauftrag.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2853/24.10.06)
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Kottnik: Hartz IV als Armutsursache überbewertet

Hannover (epd). Der neue Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik hält den Zusammenhang zwischen der Armut in Deutschland und der Arbeitsmarktreform Hartz IV für deutlich überbewertet: "Die Probleme gab es schon vorher", sagte er in einem Interview der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe): "Das sind Probleme des Arbeitsmarktes." Den Begriff "Unterschicht" lehnte Kottnik ab. Gleichwohl begrüße er die Diskussion darüber.

Wenn diese Diskussion am Ende etwas bringen solle, müsse jedoch die Sichtweise geändert werden, forderte Kottnik, der Mitte Oktober zum Präsidenten des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt wurde: "Bisher wurde die Debatte immer nur unter ökonomischen Gesichtspunkten geführt und benachteiligte Menschen nur als Kostgänger des Staates betrachtet. Dabei wurde nie beachtet, wie es den Menschen überhaupt geht."

Kottnik plädierte dafür, Hilfsangebote für Menschen in Armut nach englischem Vorbild in zentralen Anlaufstellen zu bündeln: "Bei uns sind die Hilfsangebote zerstückelt in viele unterschiedliche Zuständigkeiten. Viele Leute kennen sich gar nicht damit aus, wo sie ihre Hilfe her bekommen sollen." In England seien oft Beratungsstellen für Familien an Kindergärten angeschlossen. Solche Anlaufstellen könnten auch freie Träger anbieten.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2852/24.10.06)
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