Synode der Lutheraner beschließt zwölf Zukunftsthesen

Nachricht 18. Oktober 2006

Ahrensburg/Braunschweig (epd). Die Vereinigte Evangelisch- Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) hat Empfehlungen für die kirchlichen Reformprozesse beschlossen. Die Generalsynode billigte am Mittwoch in Ahrensburg zum Abschluss ihrer Beratungen zwölf Thesen zur Zukunft kirchlichen Handelns. In dem Dokument heißt es, bei allen Reformbemühungen sollten theologische Grundsätze die finanziellen Entscheidungen bestimmen. Zudem unterstützten die Synodalen aus acht Landeskirchen einen weiteren Dialog mit der Ökumene-Kommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.

Die evangelische Kirche sei gefordert, neue Formen des Organisationsmanagements zu nutzen, heißt es in den VELKD-Thesen mit dem Leitmotto "So viel Evangelium wie möglich - so viel Ökonomie wir nötig". Zugleich gelte es, von Kirchensteuern unabhängige Wege der Finanzierung zu finden. Professioneller Öffentlichkeitsarbeit komme dabei wachsende Bedeutung zu.

Eine immer noch "viel zu wenig genutzte Chance" sieht die VELKD im Engagement von Ehrenamtlichen und ihren besonderen Kompetenzen. Sie sollten ermutigt werden, auch die Veränderungsprozesse in der Kirche aktiv mit zu gestalten. Die gegenwärtige Bedeutungs- und Finanzkrise zwinge zur Besinnung auf die Kernaufgabe der Kirche: die Verkündigung des Evangeliums in Wort und Sakrament.

Die Gespräche mit der katholischen Kirche sollten nach Ansicht der Generalsynode dazu dienen, die wechselseitige Wahrnehmung zu verbessern, bei Problemen aufeinander zuzugehen und gemeinsame Lösungen zu finden. Das Kirchenparlament will sich weiter dafür einsetzen, für jüngere Theologen ein «wissenschaftliches Forum» zu schaffen, das den jeweiligen Stand der ökumenischen Beziehungen vermitteln soll.

Der Beauftragte der VELKD für den Kontakt zur katholischen Kirche, Landesbischof Friedrich Weber, hatte am Dienstag überdies die gemeinsame Ausbildung von evangelischen Vikaren und katholischen Kaplänen angeregt. In den Fächern Dogmatik, theologische Philosophie, Liturgik und Seelsorge seien neue Uni-Impulse für ein ökumenisches Studium wünschenswert.

Gemeinden, Werke, Einrichtungen und Gemeinschaften wurden ermuntert, sich frühzeitig auf den Ökumenischen Kirchentag 2010 in München vorzubereiten. Die Generalsynode, die 10,4 Millionen von rund 25,6 Millionen Protestanten in Deutschland repräsentiert, stand unter dem Thema "Versammelt in Christi Namen - Gemeinde neu denken". Zu dem 1948 gegründeten Zusammenschluss der Lutheraner gehören die Landeskirchen aus Bayern, Braunschweig, Hannover, Mecklenburg, Nordelbien, Sachsen, Schaumburg-Lippe und Thüringen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2820/18.10.06)
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