Auf einen Blick (16.10.)

Nachricht 16. Oktober 2006

Jazz-Rock-Pop-Initiative für E-Pianos in der Kirche

Verden/Hildesheim (epd). Die Initiative Jazz-Rock-Pop in der hannoverschen Landeskirche hat dafür plädiert, mehr E-Pianos in Gottesdiensten einzusetzen. Diese böten mehr kommunikative Möglichkeiten als eine Pfeifenorgel, schreibt ihr Vorsitzender Andreas Schley aus Thedinghausen bei Verden in der jüngsten Ausgabe der evangelischen Mitarbeiterzeitschrift "Dialog", die Mitte Oktober in Hannover erschienen ist.

Anders als ein Organist auf der Orgelempore wende ein Pianist im Altarraum der Gemeinde nicht den Rücken zu, schreibt Schley zur Frage "Braucht jede Kirche eine Orgel?". So gebe es mehr Möglichkeiten, unbekannte oder neue Lieder einzuführen. In einem E-Piano könnten auch Orgelklänge enthalten sein. Jede Gemeinde müsse sorgsam abwägen, ob sie die hohen Kosten für den Unterhalt einer Pfeifenorgel aufbringen wolle.

Nachdrücklich für Pfeifenorgeln plädierte der Leiter der Fortbildungsstätte "Organeum" im ostfriesischen Weener, Winfried Dahlke: "Die Orgel ist das vielseitigste und attraktivste aller Tasteninstrumente", schreibt er. Sie übe besonders auf Kinder eine große Faszination aus. Zu den atmenden Klängen einer Pfeifenorgel singe es sich besonders gut.

Der Leiter des Evangelischen Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik im Michaeliskloster Hildesheim, Jochen Arnold, sprach sich für eine Vielfalt musikalischer Stile in der Kirche aus. In der Bibel stehe nichts von Orgelmusik. Dennoch freue er sich immer, gute Orgelmusik zu hören.

Dafür seien jedoch ein ansprechendes Instrument und gut ausgebildete Musiker nötig. Gemeinden, die auf eine Orgel verzichten wollten, sollten wenigstens für ein gutes Klavier sorgen: "Das ist mir lieber als eine schlecht gewartete Orgel oder ein elektronisches Imitat", schreibt Arnold.
(epd Niedersachsen-Bremen/b2778/16.10.06)
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Kirchengemeinde eröffnet "Sozialen Laden" in Uslar

Uslar (epd). Die evangelische Kirchengemeinde St. Johannis in Uslar will in der Stadt einen "Sozialen Laden" eröffnen. Das Geschäft mit dem Namen "Jacke wie Hose" werde Bekleidung vor allem für Menschen mit geringem Einkommen anbieten, teilte die Gemeinde am Montag mit. Gebrauchte und gut erhaltene Textilien würden dort angenommen und gegen eine Spende an Interessierte weitergegeben.

Nach Angaben der Gemeinde wollen bislang 18 Frauen und Männer ehrenamtlich im "Sozialen Laden" mitarbeiten. So könne das Geschäft an sechs Tagen in der Woche geöffnet werden. Das Projekt sei mit den Uslarer Textilgeschäften abgesprochen, hieß es.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2784/16.10.06)
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„Tabea“ erhält als erste Einrichtung in Hannover das Diakonie-Siegel Pflege

Die Tagesbetreuung für Demenz- und Alzheimererkrankte Tabea, eine Einrichtung des Evangelischen Hilfsvereins, hat von ProCum Cert, einer der beiden staatlich anerkannten unabhängigen Gesellschaften, die das Diakonie-Siegel Pflege vergeben, die Zertifizierung erhalten. Das Siegel, das heute im Rahmen eines Festaktes vergeben wird, ist die Bestätigung für einen hohen Qualitätsstandard in allen Bereichen der Einrichtung und macht die Leistungen transparent nach außen. Das Zertifikat oder auch „Gütesiegel“ unterstreicht die Qualität der Leistungen ebenso wie die „Güte“ im Sinne christlicher Nächstenliebe und menschlicher Zuneigung.

Grundlage der Qualitätsprüfung ist das Pflegequalitätssicherungsgesetz bzw. das Bundesrahmenhandbuch Diakonie Siegel. Tabea bereitete sich zwei Jahre darauf vor, die Zertifizierung zu erhalten. Zunächst erfasste der Qualitätsbeauftragte Eckhard Frohberg zusammen mit einer Arbeitsgruppe systematisch sämtliche Arbeitsabläufe der Tagesbetreuung und schrieb diese in einem Einrichtungshandbuch fest. „Wir haben alle Abläufe klar beschrieben und Verantwortlichkeiten genau festgelegt. Dieser Prozess setzte viel Neues und eine hohe Bereitschaft, die eigene Arbeit auf den Prüfstand zu stellen und weiter zu verbessern, in Gang. An diesem Prozess sind alle gereift“, so Frohberg.

Das Diakonie-Siegel Pflege bedeutet einen echten Qualitätsgewinn der Einrichtung, die sich von jetzt an jedes Jahr einer Nachprüfung unterziehen wird. Das Albertinum Seniorenwohnstift, der Ambulante Dienst AEH sowie das Brigittenstift in Barsinghausen – ebenfalls Einrichtungen des Evangelischen Hilfsvereins – wollen im nächsten Jahr mit der Zertifizierung nachziehen.

Die Vergabe des Diakonie-Siegel Pflege erfolgt heute um 16.30 Uhr in der Einrichtung Tabea in Hannover, Podbielskistraße 132.

Die Tagesbetreuung Tabea bietet von Montag bis Freitag in der Zeit von 08.00 bis 16.00 Uhr eine Betreuung für demenzerkrankte Menschen an. Weitere Informationen zur Tagesbetreuung oder zur Zertifizierung können bei der Leiterin der Einrichtung, Marlies Anders (Tel.: 0511/ 696 37 32), erfragt werden.

Isabel Martin
Pressesprecherin
Diakonisches Werk der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
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Mehr Geld für Entwicklungshilfe nötig

Stuttgart, 16. Oktober 2006. „Brot für die Welt“ fordert eine Erhöhung und einen effizienteren Einsatz von Geld für die Entwicklungshilfe. „Zusätzlich muss die Verwendung der Investitionen geprüft und hinterfragt werden“, betont Reinhard Koppe, Leiter des Teams Grundsatz- und Entwicklungspolitik bei „Brot für die Welt“ zum Erscheinen des „Social Watch Report Deutschland 2006“. Denn, so Koppe weiter: „Zu viel Geld fließt in Großprojekte, die den Armen nicht nützen.“

Neben der Erhöhung der öffentlichen Mittel und der Entschuldung von Entwicklungsländern durch die Länder des Nordens seien auch die Länder des Südens gefordert: Sie müssten die Rahmenbedingungen schaffen, um verstärkt aus eigener Kraft gegen die Armut vorgehen zu können. Nur so könnten weltweit mehr Ressourcen für die Entwicklung mobilisiert werden.

Als Beispiel für einen verfehlten Einsatz von Entwicklungsgeldern nennt „Brot für die Welt“ die Politik der Weltbank im Wassersektor. „In den nächsten Jahren sollen Milliarden von US-Dollar für Staudämme, Flussumleitungen und den Ausbau großer Bewässerungsanlagen ausgegeben werden“, erklärt Bernhard Walter, Referent für Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt bei „Brot für die Welt“. „Die kleinbäuerliche Landwirtschaft steht bei solchen Projekten nicht im Fokus. Dabei ist deren Förderung kostengünstiger und kann entscheidend zur Armutsminderung beitragen.“

Etwa zwei Milliarden US-Dollar sind notwendig, um 100 Millionen Kleinbauern-Familien bis 2015 durch günstige Wassertechnologie aus extremer Armut zu befreien. Das sind weniger als zehn Prozent der Investitionen, die in den 1990er Jahren in Entwicklungsländern in Großstaudämme getätigt wurden.

Der Schwerpunkt des „Social Watch Deutschland Report 2006“ liegt in diesem Jahr auf der Herkunft und der Verwendung finanzieller Ressourcen für die Armutsbekämpfung. Die Herausgeber, zu denen das Diakonische Werk der EKD mit der Aktion „Brot für die Welt“ gehört, plädieren für gerechte Finanz- und Steuersysteme, damit mehr Mittel für eine armutsorientierte Sozial- und Entwicklungspolitik im In- und Ausland mobilisiert werden können.