Neue „Brot für die Welt“-Kampagne gestartet

Nachricht 15. Oktober 2006

In Zeiten der Globalisierung ist Essen keine Privatsache

Stuttgart, 15. Oktober 2006. Unter dem Motto „Niemand isst für sich allein“ hat „Brot für die Welt“ zum Welternährungstag eine neue Kampagne gestartet. Die evangelische Hilfsaktion will auf die Ursachen der katastrophalen Ernährungslage weltweit und die negativen Folgen des Welthandels mit Lebensmitteln aufmerksam machen.

„Ein wichtiger Bestandteil der Kampagne ist es aufzuzeigen, welche Auswirkungen unser Konsum auf das Leben anderer hat“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von „Brot für die Welt“. „Was wir essen ist eben nicht nur unsere eigene Sache. Wenn wir beim Kauf von Lebensmitteln sparen, bezahlen afrikanische Kleinbäuerinnen oder lateinamerikanische Plantagenarbeiter häufig mit der Beeinträchtigung ihrer Umwelt, ihrer Gesundheit oder ihres Einkommens.“

„Die landwirtschaftliche Produktionsweise, die Bedingungen des Agrarhandels und unser Lebensstil hängen eng zusammen“, so Füllkrug-Weitzel weiter. Auch die Regierungen der Industrieländer müssten Verantwortung übernehmen. Die Bundesregierung solle bei der Europäischen Union darauf hinwirken, dass Agrarsubventionen nicht zu einer Überschussproduktion führen oder für Dumping benutzt werden. Überschussexporte in Länder des Südens nähmen den Kleinbauern ihre Marktchancen, weil sie mit der subventionierten Billigkonkurrenz nicht mithalten können.

Ein Beispiel dafür ist Ghana. Dort wurden bis vor 25 Jahren fast nur einheimische Tomaten gegessen. Heute importiert das afrikanische Land jährlich mehr als 10.000 Tonnen Tomatenmark aus der Europäischen Union. Mit den Billigpreisen der subventionierten EU-Konserven können die lokalen Anbieter nicht mithalten: Die Maschinen in den Konservenfabriken stehen still und die Bauern müssen ihre Tomaten am Straßenrand zu niedrigsten Preisen verkaufen.

Weitere Informationen: www.brot-fuer-die-welt.de/ernaehrung