Kirchenasyl für Schülerin in Hannover beendet

Nachricht 13. Oktober 2006

Hannover (epd). Das Kirchenasyl für eine 18-jährige Schülerin in Hannover ist zu Ende. Die junge Frau, die aus einem islamischen Land stammt, kehrte zu ihrer in Hannover lebenden Familie zurück, bestätigte der evangelische Stadtkirchenverband am Freitag. "Wir sind sehr glücklich über diese Entwicklung", sagte Pastor David Geiß: "Unsere Gebete sind erhört worden."

Die Schülerin erhielt von der Region Hannover aufgrund einer neuen rechtlichen Sachlage eine Duldung, mit der sie sich frei bewegen kann. Sie hatte vor etwa einer Woche aus Angst vor einer Abschiebung Zuflucht in der Athanasius-Kirche gesucht und sich hinter einer Orgel versteckt. Im Falle der Abschiebung fürchte sie um Leib und Leben, hieß es. Die Eltern des Mädchens gehörten den Angaben zufolge in ihrem islamischen Heimatland zur verfolgten Opposition und sind in Deutschland geduldet. Auch die Schülerin habe sich gegen das Regime im Herkunftsland engagiert.

Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann zeigte sich erleichtert über den Ausgang. Er hatte das Kirchenasyl mit Nachdruck verteidigt. Ein Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums sagte dem epd, dass in der Regel auch Volljährige nicht aus einer laufenden Ausbildungsphase heraus abgeschoben würden.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2757/13.10.06)
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