Schülerin flüchtet vor Abschiebung in Kirche in Hannover

Nachricht 12. Oktober 2006

Hannover (epd). Eine 18-jährige Schülerin hat sich aus Angst vor einer Abschiebung in eine Kirche in Hannover geflüchtet. In ihrem islamischen Heimatland fürchte sie um Leib und Leben, teilte der Stadtkirchenverband am Donnerstag mit. Die junge Frau ist seit rund einer Woche im so genannten Kirchenasyl. Ein Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums sagte dem epd, dass in der Regel auch Volljährige nicht aus einer laufenden Ausbildungsphase heraus abgeschoben würden.

Nach Darstellung der Kirche gehören die Eltern der Schülerin in ihrer Heimat zur verfolgten Opposition und werden in Deutschland geduldet. Die 18-Jährige habe sich auch selbst in Deutschland gegen die Regierung in ihrem Herkunftsland engagiert. Nun fürchte sie, dass sie noch vor einer Entscheidung über ihre Duldung abgeschoben werden könnte. Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann mahnte: "Ein Irrtum in dieser Frage könnte ein Leben kosten." Das Kirchenasyl solle helfen, diesen Fehler zu vermeiden.

Der Stadtkirchenverband machte keine näheren Angaben zur Person und zur Herkunft der Schülerin. Auch die Kirchengemeinde wurde nicht bekannt gegeben. Der Sprecher des Innenministeriums sah sich deshalb nicht in der Lage, zu diesem Fall Stellung zu nehmen. Er bestätigte jedoch die geltende Regelung, nach der die Polizei in Sakralräumen zur Zurückhaltung angehalten sei.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2751/12.10.06)
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