Landessuperintendent: Pastoren brauchen Zeit für Besinnung

Nachricht 11. Oktober 2006

Celle (epd). Pastorinnen und Pastoren müssen sich nach Ansicht des Lüneburger Landessuperintendenten Hans-Hermann Jantzen auch selbst mehr Zeit für die Besinnung nehmen. "In den Gemeinden haben organisatorische und Managementaufgaben immer mehr zugenommen", sagte Jantzen am Mittwoch bei der Jahresversammlung der 320 Pastorinnen und Pastoren des evangelischen Kirchensprengels Lüneburg in Celle. "Viele haben das Gefühl, sie rödeln den ganzen Tag."

Die Diskussion über Strukturfragen und Einsparungen belaste zusätzlich, sagte der Regionalbischof. Die Jahresversammlung habe deshalb unter anderem biblische Psalmen, Singen und Meditationsübungen auf ihrem Programm. Auch im Alltag sollten Pastoren einplanen, auch zu singen, zu meditieren oder mit Kollegen über biblische Texte zu sprechen.

Ohne solche Formen der Spiritualität könne die Kirche nicht auskommen, betonte der Direktor des Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik in Hildesheim, Jochen Arnold. "Das wäre, wie wenn ein Fußballspieler nicht trainiert." Die Pastoralpsychologin Christiane Burbach von der Evangelischen Fachhochschule Hannover sagte, zwar seien Gemeinden größer und Pfarrstellen reduziert worden, doch die Erwartungen an einen Pastor seien die gleichen geblieben.

Nach Angaben des landeskirchlichen Personaldezernenten Georg-Ferdinand Berger ist die Zahl der Pfarrstellen in der hannoverschen Landeskirche seit Mitte der 1990er Jahre auf gut 2000 gesunken. Bis 2020 müssten weitere zehn Prozent der Pfarrstellen in den Gemeinden gestrichen werden. Für den Einzelnen wüchsen die Aufgaben. Die Zahl derjenigen, die an Überlastungssyndromen litten, habe jedoch bisher nicht zugenommen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2737/11.10.06)
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