Auf einen Blick (9.10.)

Nachricht 09. Oktober 2006

Initiative verleiht erstmals Preis für Ereignispredigt

Celle (epd). Eine evangelische Initiative aus Celle verleiht am 31. Oktober, dem Reformationstag, erstmals einen deutschlandweit ausgeschriebenen Predigtpreis. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis "Ereignispredigt" geht an den evangelischen Pastor Christian Schnabel aus Stapel im niedersächsischen Amt Neuhaus, teilten die Initiatoren am Montag mit. Ausgezeichnet werde damit nicht nur der Inhalt, sondern auch die Art des Vortrages.

Die Bewerber hätten ihre Predigt nicht in Schriftform, sondern als Video-Aufnahme eingereicht, erläuterte der Celler Superintendent Hans-Georg Sundermann, der zusammen mit Pastor Volkmar Latossek den Preis initiiert hat. Die Predigt sei die häufigste Form der öffentlichen Rede, darum müsse ihr besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat nach den Angaben die Schirmherrschaft für den Predigtpreis übernommen.

Der 62-jährige Pastor Christian Schnabel ist seit zwei Jahren in Stapel tätig, das vor 1989 auf dem Gebiet der DDR lag. Zuvor war er mehr als 20 Jahre lang Pastor in Deutsch-Evern bei Lüneburg. Die Jury hob hervor, wie er beim Predigen Besucher mit einbezogen und für hohe Aufmerksamkeit gesorgt habe: "Enorm präsent in überzeugender Mimik und Gestik überraschte er mit feinen Sprachbildern, erzählte und referierte theologisch gut", heißt es.

Schnabel wird bei der Preisverleihung am 31. Oktober um 18 Uhr in der Celler Stadtkirche predigen. Ein Förderpreis für eine "erfrischend inszenierte Predigt" geht an die Theologiestudentin Isabell Giebel aus Greifswald.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2708/09.10.06)
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Äbtissin Taglang verlässt Lüneburger Kloster Lüne

Lüneburg (epd). Äbtissin Barbara Taglang wird Ende November das Lüneburger Kloster Lüne verlassen. Taglang lege aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt nieder und ziehe aus dem Kloster aus, sagte die Präsidentin der Klosterkammer Hannover, Sigrid Maier-Knapp-Herbst, am Montag dem epd. Eine offizielle Verabschiedung sei für den November geplant.

Die 56-jährige Barbara Taglang stand dem Kloster sechs Jahre lang vor. Sie war im Oktober 2000 als Äbtissin eingeführt worden. Eine Nachfolgerin werde erst im kommenden Jahr gewählt, sagte Maier-Knapp-Herbst. Bis dahin führe die Priorin Renate Krüger das Kloster. Kloster Lüne wurde 1172 von Benediktinerinnen gegründet. Es gehört zu den sechs ehemals katholischen Nonnenklöstern in der Lüneburger Heide, die heute evangelische Damenstifte beherbergen.

In den Klöstern leben Konvente aus alleinstehenden, verwitweten und geschiedenen Frauen. Zu ihren Aufgaben gehört es, die kulturhistorische und religiöse Geschichte des Hauses Besuchern nahe zu bringen. Der Konvent wählt die Äbtissin. Die Präsidentin der Klosterkammer bestätigt dann den Vorschlag. Eine Ernennungsurkunde stellt schließlich das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur aus.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2706/09.10.06)
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Diakonie-Experten fürchten steigende Wohnungslosigkeit

Hannover (epd). Fachleute der Wohnungslosenhilfe in Niedersachsen haben weitere Nachbesserungen bei der Arbeitsmarktreform Hartz IV gefordert. Die inzwischen verschärften Regelungen könnten dazu führen, dass immer mehr Menschen ihre Wohnung verlieren und durch das soziale Netz fallen, sagte der Vorsitzende des Evangelischen Fachverbandes Wohnen und Existenzsicherung im Diakonischen Werk, Maik Gildner, am Montag vor Journalisten in Hannover.

Wenn Betroffene einen Termin versäumten oder andere Auflagen nicht erfüllten, könne ihnen der Bezug des Arbeitslosengeldes II drastisch gekürzt oder befristet ganz gestrichen werden. "In einigen Kleinstädten haben sich schon die ersten Menschen bei unseren Einrichtungen gemeldet, bei denen die Bezüge auf Null gesetzt wurden", sagte Gildner. "Lebensbrüche" wie der Verlust des Partners oder eine chronische Krankheit seien oft Auslöser für Armutskarrieren, an deren Ende der Verlust der Wohnung stehe.

"Unter Missachtung eines umfassenden Integrationsanspruches werden diese Menschen in prekäre Lebenssituationen gebracht", sagte Gildner. Die Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit seien heute, anders als früher die Mitarbeiter der Sozialämter, nicht mehr mit der gesamten Lebenssituation der Betroffenen vertraut, sondern sähen nur einen Ausschnitt. Es sei deshalb wichtig, dass sie mit den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe ins Gespräch kämen.

Gemeinsam mit den Trägern der Wohnungslosenhilfe müsse die Agentur Regelungen finden, die dem Anspruch auf eine umfassende Integration genügten. "Die Existenz muss gesichert sein, bevor man mit den Menschen darüber redet, was als nächstes kommt", sagte der Geschäftsführer des diakonischen Verbandes, Roland Johannes. Sonst seien persönliche Katastrophen programmiert.

"Hartz IV ist auf die Integration wohnungsloser Menschen überhaupt nicht vorbereitet", sagte Johannes. Die 83 Einrichtungen des Fachverbandes erreichen im Jahr etwa 10.000 wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Personen in Niedersachsen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2705/09.10.06)
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858 Gedichte und Lieder in der Tradition Paul Gerhardts

Der von der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) gestiftete Paul-Gerhardt-Preis hat in der Kategorie „Neue geistliche Gedichte und Lieder“ ein „unerwartetes Echo“ ausgelöst. Nach Angaben von Oberkirchenrat Hans Krech wurden bis zum Einsendeschluss am 15. September 858 Beiträge eingereicht. Anlass für die VELKD, diesen Preis zu stiften, ist der 400. Geburtstag von Paul Gerhardt (1607-1676). Eine Jury unter dem Vorsitz der Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Dr. Margot Käßmann, werde die Texte sichten und Anfang nächsten Jahres die Preisträger ermitteln. Das Preisgeld beträgt 2.000 Euro für den ersten Preis, 1.500 Euro für den zweiten sowie 1.000 Euro für den dritten Preis. Kriterium ist, so Krech, dass die Beiträge sich im Raum der von dem Liederdichter ausgehenden spirituellen Tradition bewegen. Seine Lieder zeichneten sich dadurch aus, dass sie Grunderfahrungen des Menschseins – in Natur- und Lebenslauf, in Leid und Krieg, in Bedrängnis und Hoffnung – vor Gott aussprechen und neu zu verstehen lehren. In ihnen seien zuversichtliches Gottvertrauen und sprachliche Schönheit so vereint, dass sie den Gesang der Gemeinden wie das Gebet des Einzelnen bis heute bereicherten. Sie seien inspiriert durch die lutherische Lehre, ohne jedoch gereimte theologische Traktate geworden zu sein. Vielmehr hielten sie durch ihre formal-ästhetische Gestaltung den Kontakt zur großen Dichtung der Epoche. Hans Krech, der bei der VELKD u.a. für Gottesdienst und Liturgie zuständig ist, erwartet von dem Wettbewerb poetisch qualitätvolle Texte, die, auch wenn sie über die traditionelle Liedform hinausgehen sollten, für die Vertonung geeignet sind und so ihren Platz im Gottesdienst finden können.

Der Paul-Gerhardt-Preis der VELKD wird auch in einer zweiten Kategorie vergeben. Gesucht wurden wissenschaftliche Arbeiten zu Leben, Werk und Wirkung des Dichters. Eingereicht werden konnten monografische Arbeiten ab dem Umfang einer Magisterarbeit. Insgesamt fünf Arbeiten wurden in dieser Kategorie eingesandt. Das Preisgeld beträgt 4.000 Euro und kann geteilt werden. Vorsitzender der Jury ist Prof. Dr. Walter Sparn, der in Erlangen Systematische Theologie lehrt.

Dies Preise werden im Frühjahr 2007 in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung übergeben.

Lutherisches Kirchenamt - Pressestelle
WWW: http://www.velkd.de
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„Gott segne das ehrbare Handwerk“
Landessuperintendent Eckhard Gorka spricht vor Handwerksbesten über Erfolg


Hildesheim (eb) Kirche und Handwerk haben seit jeher einiges miteinander zu tun. Nicht nur die gut 8100 Gebäude der hannoverschen Landeskirche erfordern ein partnerschaftliches Verhältnis von Kirche und Handwerk. Es gibt auch moralisch-ethische Berührungspunkte.

Das stellte Landessuperintendent Eckhard Gorka bei der „Bestenfeier“ der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen heraus, die am Samstag in Hildesheim stattfand. Unter dem griffigen Motto „Erfolg“ referierte Gorka über die theologische und gesellschaftliche Bedeutung von Leistung.

„Leistung hat eine ungeheure soziale Kraft“, lobte er die Handwerksbesten, deren Leistungen mit Erfolg gekrönt worden seien. Bester zu sein sei zwar ein Sonderfall, da es ja auch Zweit- und Letztplatzierte gäbe, aber es zeige, dass die Leidenschaft zur Leistung auch belohnt werde. „Sie haben ihre Talente genutzt und das ist gut so“, wandte sich Gorka an die erfolgreichen Absolventen.

Neben erfolgsgekrönter Leistung gäbe es allerdings auch den Normalfall der Leistung ohne Erfolgsanerkennung. „Der Platz auf der Siegertreppe ist knapp“, so der Landessuperintendent. Bei jeder erfolglosen Ausschreibung von Gewerken, wenn der Auftrag an den Billigsten und nicht an den Besten gehe, sei dies frustrierend zu erleben. Daher freue er sich, an einer Bestenfeier und nicht an einer Billigstenfeier teilnehmen zu können, denn „billig entwertet Bildung“, warnte der Regionalbischof von Hildesheim.

Für das Handwerk ausgeschlossen hielt Gorka die Kombination von Erfolg ohne Leistung. „Das gibt es im Handwerk nicht, vielleicht in einigen Berufen, die mit Geldgeschäften zu tun haben“, gab er zu denken. Im Handwerk bedingten sich Leistung und Erfolg. Theologisch stehe dafür der Begriff Segen. So beendete er seine Rede mit dem Wunsch: „Gott segne das ehrbare Handwerk!“

Die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen ehrte insgesamt 38 junge Männer und Frauen, die bei den Gesellen- und Meisterprüfungen des zurückliegenden Jahres die besten Ergebnisse erzielt hatten. Darunter befanden sich u.a. Bäcker, Buchbinder, Elektrotechniker, Feinwerkmechaniker, Fleischer, Hörgeräteakustiker, Installateure und Heizungsbauer, Kraftfahrzeugtechniker, Maurer und Betonbauer, Tischler sowie Zahntechniker.

Kammerpräsident Jürgen Herbst hob die besonderen Leistungen der jungen Leute hervor. „Es freut mich, dass Sie Leistung zu Ihrem Prinzip gemacht haben.“ Zudem unterstrich er, dass das Handwerk mit knapp zehn Prozent aller Ausbildungsplätze weiterhin „Ausbilder der Nation“ sei.

Der stellvertretende Landrat, Reiner Wegner, und die erste Bürgermeisterin der Stadt Hildesheim, Elisabeth Conrady, überbrachten Grüße. Nach Wortbeiträgen eines Jungmeisters und einer Kammersiegerin beschloß Hauptgeschäftsführerin Jutta Schwarzer den Reigen der Redner.

Die Ehrung der Besten des Handwerks fand zum neunten Mal statt. Die Geehrten haben die Chance, bei weiteren Entscheidungen auf Landes- und Bundesebene eine Auszeichnung zu erhalten.

Regelmäßige Kontakte zwischen Kirche und Handwerk finden organisiert im Landesarbeitskreis Handwerk und Kirchen, der seit über 30 Jahren besteht, statt. Vorsitzender ist Landessuperintendent Eckhard Gorka. Einmal im Jahr lädt der Arbeitskreis zu einem Studientag ein.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
im Sprengel Hildesheim
der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Eberhard Blanke
http://www.kirche-hildesheim.de