Erneuter Wechsel im Vorstand der Wolfsburger Diakonie

Nachricht 09. Oktober 2006

Wolfsburg (epd). Das in die Krise geratene Diakonische Werk Wolfsburg mit über 1.000 Beschäftigten steht vor einem erneuten Leitungswechsel. Vorstandsmitglied Dirk Hölterhoff hat überraschend seinen Rücktritt zum Monatsende angekündigt. Die Pressestelle der hannoverschen Landeskirche teilte am Montag auf Anfrage mit, dass noch keine Entscheidung über die Nachfolge auf dieser Pastorenstelle getroffen sei.

Der Aufsichtsrat des Diakonischen Werkes Wolfsburg hat unterdessen angekündigt, den Interims-Manager Dieter Wopen mit der kaufmännischen Vorstandsstelle zu betrauen. Die kaufmännische Leitung ist seit über einem Jahr vakant. 2005 hatte sich der als Sanierer geholte Unternehmensberater Udo Brüning, wie es hieß, "auf eigenen Wunsch" von dieser Tätigkeit entbinden lassen.

Hölterhoff und Brüning hatten 2004 ihre Vorstandstätigkeit begonnen. Nach kurzer Zeit mussten sie bekannt geben, dass die Wolfsburger Diakonie seit sieben Jahren rote Zahlen geschrieben habe. Als Hauptgrund gilt die Verschuldung beim Bau einer Seniorenwohnanlage. Seinen Rücktritt begründete Hölterhoff mit den Worten: "Die Spannung zwischen wirtschaftlichen Zwängen und pastoralen Ansprüchen hat mich in den letzten Monaten übermäßig belastet". Sein Lebenswunsch sei es gewesen, Pastor zu sein und nicht Unternehmer. Er gehe ohne Groll und sei nach seiner Entscheidung erleichtert.

Für die Mitarbeitervertretung bezeichnete Frank Simon den Rücktritt des Theologen als überraschend. Er sagte, das Diakonische Werk Wolfsburg sei "noch nicht über den Berg". Unter anderem mit einem Verzicht auf das Weihnachtsgeld hätten die Mitarbeiter jedoch ihren Beitrag zur Sanierung geleistet.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2703/09.10.06)
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