Auf einen Blick (6.10.)

Nachricht 06. Oktober 2006

Neues Bildungskonzept für 700 Kindertageseinrichtungen

Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche hat am Donnerstag in Hannover ein Bildungskonzept für ihre mehr als 700 evangelischen Kindertagesstätten und Spielkreise vorgestellt. Der Lüneburger Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen wies dabei den Stellenwert religiöser Erziehung hin. "Ohne religiöse Erziehung würde den Kindern Entscheidendes für die Bewältigung des Lebens fehlen", sagte Jantzen, der die erkrankte Landesbischöfin Margot Käßmann vertrat.

Religiöse Erziehung sei für die Entwicklung der Kinder und für die Gesellschaft wichtig, erläuterte Jantzen. Er forderte dazu auf, mit Kindern zu singen, zu beten und mit ihnen Rituale einzuüben. Religiöse Erziehung könne das Grundvertrauen fördern und ein Gerüst für die Gewissensbildung sein. Auch für das Miteinander der Religionen sei sie unerlässlich: "Wir können zu unserem Glauben stehen, ohne die Überzeugungen anderer Religionen herabzuwürdigen."

Jantzen trat für ein klares Profil ein: "Wo evangelisch drauf steht, muss auch evangelisch drin sein." Der Regionalbischof lobte in diesem Zusammenhang das neue Bildungskonzept für die Kindertagesstätten als ein "deutliches Zeichen". Erstmals hat nach Angaben der Fachberaterin im Diakonischen Werk, Regina Struwe, eine Landeskirche in Deutschland ausgehend vom landespolitischen Bildungsplan ein solches eigenes Bildungskonzept entworfen.

Das Konzept mit dem Titel "Staunen über Gott und die Welt" orientiert sich laut Struwe an christlichen Werten und aktuellen Entwicklungen in der Bildungsdiskussion. Es wende sich an Eltern, die Träger der Tagesstätten sowie Kommunen und Fachverbände. In mehr als 580 evangelischen Kindertagesstätten und mehr als 120 Spielkreisen werden landeskirchenweit insgesamt 45.000 Kinder betreut.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2666/05.10.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


Exorzismus-Vorwurf: Kirche weiter auf Distanz zu CVJM

Hildesheim (epd). Die evangelische Kirche in Hildesheim geht weiterhin auf Distanz zum Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) in der Stadt. "Hier haben sich geistliche und religiöse Gaben in eine falsche Richtung entwickelt", sagte Superintendent Helmut Aßmann am Freitag. Dem CVJM Hildesheim wird vorgeworfen, exorzistisch tätig zu sein. Mitglieder versuchen seit Jahren, Menschen zu helfen, in denen "dämonische Mächte" wirken.

Die evangelische Jakobikirche stehe dem CVJM nicht mehr für Gottesdienste zur Verfügung, solange dieser seine Seelsorge-Arbeit unter unveränderten Vorzeichen weiterführe, sagte Aßmann: "Wir wollen sicherstellen, dass in unserer Kirche mitten in der Stadt nicht eine auf Satanismus fixierte Seelsorge stattfindet." Aßmann hatte zuvor vor dem Kirchenkreistag die Haltung bekräftigt, dass der Kirchenkreis die Zusammenarbeit mit dem örtlichen CVJM auf allen Gebieten aufgekündigt habe.

Der Kirchenkreis hatte dem CVJM im Sommer bereits seine Zuschüsse für Freizeiten gestrichen. In den Gesprächen, die seither stattgefunden hätten, habe der Verein keine Bewegung seiner Position erkennen lassen, sagte Aßmann. Die Vorsitzende des CVJM Hildesheim, die promovierte Sprachwissenschaftlerin Gisela Hertle, sagte auf Anfrage, sie wolle keine öffentliche Stellungnahme abgeben.

Die Vereinsvorsitzende hat nach Angaben der Lokalzeitung in den vergangenen zehn Jahren bis zu 30 Menschen mit satanistischen Erfahrungen dabei geholfen, ihre "damönischen Mächte" zu überwinden. Dazu gehöre es, mit den Betroffenen zu beten, für sie zu fasten und mit ihnen zu singen, sagte sie der Zeitung zufolge: "Wir nehmen Satan die Rechte und machen ihn unschädlich. Im Namen Jesu verschwindet er."

Der Generalsekretär der für Hildesheim zuständigen Arbeitsgemeinschaft der CVJM Deutschlands mit Sitz in Kassel, Volker Klein, erläuterte auf Anfrage, in den Gesprächen zeichne sich bisher keine schnelle und nach außen sichtbare Lösung ab. Der Dachverband hatte gefordert, den Seelsorge-Zweig von der übrigen Jugendarbeit des Vereins deutlich zu trennen und den Vorstand personell zu erneuern.

Klein distanzierte sich von der in Hildesheim geübten Seelsorge an Satanismus-Opfern: "Das ist nicht CVJM-gemäß." Da die Arbeitsgemeinschaft ein freiwilliger Zusammenschluss selbstständiger Ortsvereine sei, gebe es jedoch keine rechtliche Grundlage, den CVJM Hildesheim zur Räson zu rufen.

Wie Superintendent Aßmann berichtete, seien inzwischen viele Menschen aus dem CVJM Hildesheim ausgetreten, unter ihnen ein Pastor. Auch die einst mit dem CVJM verbundene Christus-Kirchengemeinde habe sich abgewandt. Aßmann kritisierte, dass die Seelsorge des CVJM durch ihre Fixierung auf den Satanismus eine Atmosphäre der Angst erzeuge. Auch würden betreuten Personen und ihren Familienmitgliedern ohne eingehende Prüfung satanistische Praktiken unterstellt.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2692/06.10.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


Hamelner gestalten zum dritten Mal Aktion "Hallo Luther"

Hameln (epd). Der evangelische Kirchenkreis Hameln-Pyrmont veranstaltet Ende Oktober bereits zum dritten Mal seine Aktion "Hallo Luther". "Dadurch wollen wir den Reformationstag wieder ins Zentrum des Interesses rücken", sagte Superintendent Philipp Meyer am Freitag. In diesem Jahr hat der Kirchenkreis für die Luther-Aktion ein Kindermusical komponieren lassen, das am 28. Oktober im Paul-Gerhardt-Haus uraufgeführt wird. Mit der Aktion will die Kirche einen Kontrapunkt zu dem Gruselfest "Halloween" setzen, das wie der Reformationstag auf den 31. Oktober fällt.

Insgesamt plant der Kirchenkreis 24 Veranstaltungen, unter ihnen sieben Aufführungen des Kindermusicals "Hallo Luther". Bei dem Musical erzählt Martin Luther, gespielt von dem Wiener Sänger und Schauspieler Bartolo Musil, bei seiner Hochzeit mit Katharina von Bora seine Geschichte. Die Melodien stammen von Gunther Mehner aus Bad Pyrmont, die Texte von Gesa Rottler aus Hannover. Vier Kinderchöre aus der Region haben das Stück einstudiert.

Geplant sind weiterhin ein Lutherfest auf dem Süntelturm unter dem Motto "Mit Brief und Siegel", Gottesdienste, Vorträge und Musik, ein Filmnachmittag und ein Gemeindefrühstück zum Thema "Wie bei Käthe". Am 4. und 5. November ist die Kirche auf dem Hamelner Herbstmarkt mit Luther-Bier, Luther-Brötchen und einem Thesenanschlag vertreten. Pastorinnen und Pastoren wollen in historischen Kostümen mit Passanten ins Gespräch kommen.

Für die Aktion erhielt der Kirchenkreis im vergangenen Jahr den Förderpreis der hannoverschen Landeskirche. Zugleich startete die Landeskirche eine landesweite "Hallo-Luther"-Kampagne (Internet: www.hallo-luther.de). Mit dem Reformationstag erinnern Protestanten an den Ursprung der evangelischen Kirche. Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen gegen das Ablasswesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg genagelt haben.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2688/06.10.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


Diakonie-Holding in Hannover nimmt ihre Arbeit auf

Hannover (epd). Drei diakonische Einrichtungen in Hannover haben sich nach eigenen Angaben zu einer der größten Sozialeinrichtungen in Deutschland zusammengeschlossen. Mitglieder der neuen Holding "Diakonische Dienste Hannover gGmbH" sind das Annastift, das Friederikenstift und die Henriettenstiftung mit insgesamt 4.500 Mitarbeitern, teilte die Holding am Donnerstag mit. Dazu gehören neben den drei Akutkrankenhäusern auch die jeweiligen Behinderten- und Reha-Einrichtungen, die Altenzentren und ein Hospiz.

"Die Patienten erhalten mehr Sicherheit durch Spezialisierung und durch die Bildung von Zentren", sagte der Präsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Eckhart von Vietinghoff, der dem Aufsichtsrat der Holding vorsteht. Dazu gehöre zum Beispiel ein alle Kliniken übergreifendes Zentrum für Wirbelsäulenerkrankungen. Andere Zentren, etwa für Osteoporose, seien denkbar.

Auch nach den Klinikaufenthalten würden die Patienten weiter versorgt. Die Angebote reichten von Reha-Einrichtungen über ein Fitnesscenter bis zu Sportgruppen oder Wohnmöglichkeiten für alte und pflegebedürftige Menschen. Ein 24-Stunden-Seelsorge-Dienst stehe in Fällen von Abschied, Sterben und Trauer, aber auch bei Krankheit, Behinderung und Alter zur Verfügung, heißt es weiter.

Die Kooperation gelte als Modell, da die drei Häuser ihre Eigenständigkeit bewahrten. Die Stiftungen und Vereine der Einrichtungen würden je zu einem Drittel Eigentümer der Holding. Die "Diakonischen Dienste Hannover" nehmen ihre Arbeit offiziell an diesem Sonntag mit einem Gottesdienst in der Marktkirche und einem anschließenden Empfang im Hannover Congress Centrum auf.

Das Annastift (1897 gegründet) mit 1.200 Mitarbeitern und 246 Schülern verfügt über ein orthopädisches Fachkrankenhaus und ein Rehazentrum für behinderte Menschen. Das seit 1840 bestehende Friederikenstift ist ein Akutkrankenhaus mit 1.600 Mitarbeitern, 520 gehören der Schwesternschaft an. Die 1860 gegründete Henriettenstiftung ist ebenfalls ein Akutkrankenhaus mit 1.700 Mitarbeitern, 240 Schwestern und verschiedenen Alten- und Pflegezentren. Beide Kliniken betreiben gemeinsam das Uhlhorn-Hospiz für todkranke Patienten.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2674/05.10.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


Klinik-Clowns spielen in Göttingen und Hannover

Göttingen/Hannover (epd). Die "Klinik-Clowns" der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) in Göttingen spielen auch in diesem Wintersemester für kranke Kinder. Einmal im Monat wollen die Spaßmacher Mädchen und Jungen in der Universitäts-Kinderklinik besuchen und mit ihrem Programm unterhalten, teilte die ESG in ihrem Programm mit. Am 27. November bieten die "Klinik-Clowns" einen Schnupperabend für Neugierige an.

Die "Clinic Clowns" an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) feiern an diesem Sonnabend bereits ihr zehnjähriges Bestehen. Außer in der MHH-Kinderklinik treten sie regelmäßig in Krankenhäusern in Celle, Hildesheim, Neustadt und Uelzen auf. Das Jubiläumsfest beginnt um 15 Uhr im Klinischen Lehrgebäude der MHH (www.esg-goettingen.de, www.mhh.de).

(epd Niedersachsen-Bremen/b2667/05.10.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


55 Kunstwerke zeigen lächelnden Christus

Duderstadt (epd). 51 Künstler aus mehreren Ländern beteiligen sich an der Ausstellung "Der lächelnde Christus" in Duderstadt. Die 55 Bilder, Fotografien und Skulpturen seien noch bis zum 29. Oktober zu besichtigen, heißt es in einer Ankündigung. Die Kunstwerke zeigten Jesus "nicht am Kreuz als Leidensmann", sondern lächelnd als Erlöser. Ausstellungsorte sind das Rathaus, eine evangelische und eine katholische Kirche sowie die Sparkasse in Duderstadt. - Informationen unter Telefon 05527/841200.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2689/06.10.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


EKD: Konfessioneller Religionsunterricht unverzichtbar

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hält den konfessionellen Religionsunterricht für unverzichtbar und hat dessen Abwertung eine klare Absage erteilt. Bestrebungen, Religionsunterricht durch staatlich verantwortete Pflichtfächer wie Religionskunde oder Werteunterricht zu verdrängen, müssten zurückgewiesen werden, stellt die EKD in "Zehn Thesen zum Religionsunterricht" fest, die am Mittwoch in Hannover veröffentlicht wurden. Religionsunterricht sei ein unverzichtbarer Beitrag, damit Schüler von ihrer Religionsfreiheit eigenständig Gebrauch machen könnten.

"Religion ist ein Großthema des 21. Jahrhunderts" und bleibe weiter eine wichtige Dimension menschlichen Lebens und der Gesellschaft, betont der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber im Vorwort der Publikation. Gegenwärtig sei Religionsunterricht, der zur Verwurzelung einer der eigenen religiösen Identität und zu Dialogkultur befähige, besonders gefordert. Deshalb setze sich die evangelische Kirche dafür ein, den Platz des Religionsunterrichts in der Schule zu festigen und dessen Qualität zu fördern, erklärt der Berliner Bischof.

Bundespräsident Horst Köhler hatte Ende September in seiner Rede über "Bildung für alle" erklärt, der Religionsunterricht liege ihm am Herzen: "Ich finde es wichtig, dass auch in der Schule die Frage nach Gott gestellt wird. Deshalb halte ich den Religionsunterricht für unverzichtbar."

Geschichte und Kultur in Deutschland, Europa sowie im Weltmaßstab seien ohne Vertrautheit mit dem Christentum, Judentum und Islam nicht angemessen zu verstehen, unterstreicht die EKD in den Thesen die Notwendigkeit religiöser Bildung. Für die eigene Identität der Kinder, für religiöse Urteilsfähigkeit, Sinnfindung, Orientierung sowie Verständigung werde religiöse Bildung angesichts von Globalisierung und multikultureller Zusammenhänge immer wichtiger.

Die EKD-Thesen widersprechen einer Verkürzung religiöser Bildung auf bloße Werteerziehung: "Der Glaube beruht nicht auf Werten, sondern umgekehrt folgen Werte aus dem Glauben." Deshalb gehöre der Gottesbezug ins Zentrum religiöser Bildung.

Zugleich unterstreicht die EKD die Notwendigkeit eines eigenen Schulfaches Religion: "Andere auf Religion und Werte bezogene Fächer können den Religionsunterricht ergänzen, machen ihn aber keineswegs überflüssig." Nur mit einem eigenen Schulfach lasse sich das hohe Niveau aufrechterhalten und könne die Befreiungsmöglichkeit gewährleistet werden: "Der Religionsunterricht ist keine Frage von Mehrheiten in der Bevölkerung, sondern eine Angelegenheit der Freiheit." In diesem Zusammenhang wird in den EKD-Thesen auch islamischer Religionsunterricht befürwortet, wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Thesen wurden von der EKD-Kammer für Bildung und Erziehung erarbeitet. Ihr gehören neben Kirchenvertretern auch Bildungsfachleute an, darunter die hessische Kultusministerin Karin Wolff (CDU) und der Direktor des Deutschen Jugendinstituts, Thomas Rauschenbach.
(epd Niedersachsen-Bremen/b2645/04.10.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen